Aachen, 14.54 Uhr. Schiri Dr. Felix Brych  pfeift und treibt Bruno Soares an den Rand der Verzweiflung. Er sieht die Rote Karte und bricht weinend zusammen.

Soares hat viel gelernt

"Es war die Hölle für mich"

18. November 2010, 11:27 Uhr

Aachen, 14.54 Uhr. Schiri Dr. Felix Brych pfeift und treibt Bruno Soares an den Rand der Verzweiflung. Er sieht die Rote Karte und bricht weinend zusammen.

„Da war gar nichts“, kann es Soares auch vier Tage später noch nicht fassen, dass er für den Zweikampf mit Marco Höger vom Platz geflogen ist. Denn die Aktion war kein grobes Foulspiel. Zu dieser Ansicht ist auch der DFB gekommen und hat gegen den 22-Jährigen die Mindestsperre von nur einem Match verhängt. „Natürlich bin ich erleichtert, dass ich nur ein Spiel zuschauen muss, aber selbst das ist zu viel“, schüttelt der robuste Innenverteidiger fassungslos den Kopf. „Die beiden freien Tage waren die Hölle für mich, denn ich habe nur gegrübelt“, hat es Soares sichtlich genossen, am Mittwoch wieder trainiert zu haben.

Bereits zum zweiten Mal musste der Abwehrrecke in dieser Saison vom Platz. Die Ampelkarte in Aue war aufgrund seiner unkonventionellen Gangart allerdings vertretbar. „Er ist ein harter Mann“, weiß Milan Sasic, der deshalb auch zahlreiche Sonderschichten und Einzelgespräche mit Soares geführt hat. „Er hat früher oft grenzwertig gespielt. Aber seit Wochen kommt er in die Zentrale unserer Abwehr ohne Foulspiele aus. Er hat es verstanden und dazugelernt. Deswegen ist die ‚Rote‘ um so ärgerlicher.“

Eine Einschätzung, die zustrifft. Hat Soares zu Serienbeginn noch ordentlich geholzt, ist er in den vergangenen fünf Partien zu einer echten Größe gereift und klärt viele Situationen nicht mehr so unbeholfen. „Ich weiß, dass ich manches Mal etwas zu engagiert war. Aber die Zeiten sind vorbei“, zeigt sich Soares geläutert.

Sasic muss nun ausgerechnet am Montag im hitzigen Duell gegen Energie Cottbus auf seinen Abräumer verzichten. Besonders für den knallhart agierenden Emil Jula wäre Soares schließlich der perfekte Gegenpart gewesen.

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