Das wird ein ganz heißer Tanz! Denn nicht nur VfL-Trainer Marcel Koller ist im Bochumer Lager davon überzeugt, dass sich die Braunschweiger Eintracht langfristig als stärkster Zweitliga-Aufsteiger etablieren wird.

VFL BOCHUM - Drsek und Pallas bereiten Kopfschmerzen

gp
15. Oktober 2005, 12:28 Uhr

Das wird ein ganz heißer Tanz! Denn nicht nur VfL-Trainer Marcel Koller ist im Bochumer Lager davon überzeugt, dass sich die Braunschweiger Eintracht langfristig als stärkster Zweitliga-Aufsteiger etablieren wird.

Das wird ein ganz heißer Tanz! Denn nicht nur VfL-Trainer Marcel Koller ist im Bochumer Lager davon überzeugt, dass sich die Braunschweiger Eintracht langfristig als stärkster Zweitliga-Aufsteiger etablieren wird.

Deshalb versäumt der Schweizer keine Gelegenheit, den Blick seiner Spieler in Richtung Braunschweig zu schärfen. Aggressivität im Training, das verlangt Koller Tag für Tag: "Schließlich können wir am Sonntag nur das spielen, was wir die ganze Woche auch trainiert haben." Dabei gestalten sich die Einheiten in diesen Tagen äußerst schwierig. Zwar ist Filip Trojan nach Gelbsperre für die U21 schon seit Montag wieder in Bochum, doch Zvjezdan Misimovic und Moharram Navidkia werden schmerzhaft vermisst, sind erst morgen wieder dabei. Hier muss der Coach hoffen, dass beide gesund zurück kommen und die Strapazen unbelastet überstehen. Koller: "Da bin ich froh, dass wir erst am Sonntag ran müssen."

Ob diese Zeit allerdings für Pavel Drsek und David Pallas reicht, ist zur Stunde völlig ungewiss. Drsek laboriert seit Wochenbeginn an einer schweren Grippe mit Fieber. Zwar konnte sich der Tscheche gestern mit Pudelmütze und Schal zumindest fieberfrei melden, doch bis zu einem Einsatz sind es noch Welten. Für den Verteidiger wird die Zeit eng, das gilt auch für Kollege Pallas (siehe Nachgefragt), der bisher über ein Lauftraining nicht hinaus kam. Koller denkt deshalb mehr oder minder laut über mögliche Alternativen nach. Bei der Suche nach einem Ersatz für Drsek muss er nicht lange überlegen, Martin Meichelbeck könnte die Lücke sofort schließen. Koller: "Da sehe ich überhaupt keine Probleme." In diesem Fall weiß der Fußball-Lehrer auch schon, wer als Standby-Innenverteidiger den Platz auf der Reservebank einnehmen wird. Am Mittwoch nämlich trainierte David Czyszczon bei den Profis, der auch schon am letzten Samstag beim internen Trainingsspiel mitgewirkt hatte. Kollers Erklärung: "Für den Fall der Fälle ist es besser, er hat sich schon ein paar Tage im Profikreis akklimatisiert. Dann ist die Nervosität nicht mehr so groß."

Während also für Drseks möglichen Ausfall die Weichen gestellt sind, gäbe es beim Verzicht auf Pallas schon ein paar Gedankengänge mehr beim Trainer. Theoretisch könnte auch Heiko Butscher die rechte Seite übernehmen und Philipp Bönig dann auf links sein Comeback nach Verletzung feiern. Eine weitere, eher unwarscheinlichere Variante: Marcel Maltritz rückt nach außen. Koller: "Warten wir doch erst einmal bis Freitag, dann sind wir sicherlich ein ganzes Stück schlauer." Weiter ist der Ex-Kölner schon in Sachen Dariusz Wosz, der den Sprung bis Sonntag zurück in den 18er-Kader wohl nicht schaffen wird.

Koller hat den kommenden Gegner übrigens intensiv beobachtet, war selbst vor Ort, hat Videos studiert und festgestellt, dass sich in den letzten beiden Spielen der Eintracht (0:0 gegen Freiburg, 0:1 in München) der Positiv-Trend der vorangegangenen Wochen nicht mehr fortgesetzt hat. "Bis zum Match gegen Freiburg war jede Chance der Eintracht auch ein Tor. Diesen Lauf hatten sie zuletzt nicht mehr."

So könnte sich der VfL vielleicht sogar an den Freiburgern orientieren, die beim Remis das Spiel bestimmten, den Ball kontrollierten und damit für eine ungewohnte Ruhe auf den Rängen sorgten. Koller warnend: "Wehe, du machst sie stark, dann ist im Stadion der Teufel los." Der Cheftrainer braucht seinen Spielern aber nicht viel zu erzählen. Denn wozu die Gastgeber in der Lage ist, das bewiesen sie in der 1. DFB-Pokalrunde, als sie den BVB aus dem Wettbewerb warfen. Koller. "In Braunschweig herrschen ähnliche Bedingungen wie in Offenbach. Das Stadion ist ein Hexenkessel, der Rasen keine Offenbarung. Es wird ein Kampfspiel von der ersten Minute." Aber beim VfL wissen sie, worum es geht, denn bei einem Erfolgserlebnis wären in den darauffolgenden Heimspielen gegen Freiburg und Paderborn volle Zuschauerränge garantiert. Koller: "Wir freuen uns auf diese Partie. Vor vollem Haus zu spielen, ist für uns auch eine Verpflichtung."

Autor: gp

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