Wenn Torhüter stürmen, Spiele 20:3 ausgehen und Mannschaften Auflösungserscheinungen zeigen, dann ist einiges am Wochenende los gewesen. So geschehen in Bochum.

BO: Kreisliga kompakt

20:3, Halloween und ein stürmender Torwart

01. November 2010, 19:10 Uhr

Wenn Torhüter stürmen, Spiele 20:3 ausgehen und Mannschaften Auflösungserscheinungen zeigen, dann ist einiges am Wochenende los gewesen. So geschehen in Bochum.

Kreisliga A 1:

Halloween am Pappelbusch. Torlose Unentschieden sorgen ja bekanntlich selten für Jubelstürme bei den Beteiligten, aber was sich in den ersten 45 Minuten zwischen dem SC Post Altenbochum und Weitmar 45 III abspielte, empfand Post-Trainer Frank Rinklake geradezu als unheimlich. „Da taten mir die Augen weh. Alle 22 Akteure haben grauenhaft gespielt.“

Der Spuk wurde mit dem Pausentee allerdings vertrieben und fortan entwickelte sich ein munteres Spielchen zwischen dem Tabellen-Siebten und dem Ligaprimus, bei dem der nominelle Außenseiter am Ende sogar beinahe das Weitmarer Horrorszenario perfekt gemacht hätte. „Ganz ehrlich: Im Endeffekt hätten wir gewinnen müssen. Der Druck war da, wir haben uns in deren Hälfte festgesetzt, aber leider zu wenige klare Chancen erspielt“, resümierte Post-Coach Frank Rinklake. So blieb es beim Remis und die 45er grüßen weiter von der Spitze.

Die Verfolger nutzten die kleinen Ausrutscher und verkürzten den Rückstand auf einen mickrigen Zähler. Der BV Hiltrop siegte 3:0 gegen Phönix Bochum und die SpVgg Gerthe fuhr einen 2:0-Auswärtssieg bei Hellas Bochum ein. Für die Griechen bedeutete die zehnte Pleite im elften Spiel den Absturz auf den letzten Rang, weil zeitgleich Westfalia Bochum einen wichtigen 1:0-Erfolg im Aufsteigerduell beim TuS Harpen feierte. „Tschüss Tabellenkeller“ heißt es dagegen bei Markania Bochum. Die Rot-Weißen fertigten den SV Altenbochum 8:0 ab und zählen nun zum Mittelfeld der Liga.

Kreisliga A 2:

Den zweiten Sieg eingefahren, wieder in Schlagdistanz zur Konkurrenz und Selbstvertrauen für die wichtigen Spiele der nächsten Wochen getankt. Viel besser hätte das Wochenende für das Schlusslicht FSV Sevinghausen nicht verlaufen können. Zudem sah Andreas Templin, sportlicher Leiter des Klubs, auch noch die „mit Abstand beste Saisonleistung“ beim 3:0-Sieg gegen SW Eppendorf II. „Wenn das Team als Einheit auftritt und jeder für den anderen da ist, dann klappt es auch.“
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Templin und Trainer Thomas Fischer hatten sich aber auch einiges einfallen lassen, um endlich wieder einen Erfolg zu feiern. „Wir haben uns vorher mit der Mannschaft zusammengesetzt und sie an der Ehre gepackt. Die letzten Auftritte waren schließlich desaströs“, verwies Templin auf die 0:7-Klatsche der Vorwoche gegen Günnigfeld II. Darüber hinaus warteten die Verantwortlichen mit einem ungewöhnlichen Coup auf. Kai Klaka, sonst zwischen den Pfosten beim FSV, wurde in den Sturm beordert und machte dort „eine klasse Partie.“ Nun müssen die FSVler gegen die ebenfalls vom Abstiegssog bedrohten Teams der SG Linden Dahlhausen (2:2 beim FC Neuruhrort II) und Weitmar 45 II (0:8 bei Adler Dahlhausen) nachlegen.

Am anderen Ende bleibt das Bild unverändert. Der CSV SF Bochum-Linden zerlegt weiter Gegner um Gegner. Dieses Mal kam die Reserve der SG Wattenscheid mit 9:0 unter die Räder.

Kreisliga A 3:

Tabellenführer gegen Schlusslicht oder VfB Annen gegen LFC Laer. Die Rollen waren klar verteilt, die einzige Frage: Wie hoch siegt die Elf von Jens Vogt? Die ernüchternde Antwort: 3:0. Das Spiel fand zwar fast ausschließlich in der Hälfte der Gäste statt, der VfB kam aber nur selten zu klaren Torchancen und zeigte wahrlich keine meisterliche Leistung. Erst nach über einer Stunde gelang Dennis Sickmann der erlösende Führungstreffer.

Etwas weniger Mühe hatte Verfolger SV Bommern, der sein Auswärtsspiel beim SuS Wilhelmshöhe 5:1 gewann und damit weiterhin zwei Zähler Rückstand hat. Einen Rückschlag musste der FSV Witten hinnehmen, der beim TuS Heven II 1:2 verlor. Den höchsten Sieg feierte der BV Langendreer, der den SV Herbede II mit einer 7:1-Packung nach Hause schickte. Mit 21 Punkten und Platz vier liegt der BV aktuell in einem ganz persönlichen Niemandsland und wird sich wohl die Frage stellen, ob man Letzter der Spitzengruppe oder Erster des Mittelfeldes ist.

[b]Auf Seite 2: Das Wochenende in den B-Ligen[/b]

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