Ausrangiert! Genau wie die Container, die jetzt die Funktion von Kassenhäuschen übernehmen werden, darf sich RWE fühlen, der Club bekam einen Tritt in den Hintern und kugelt nach nur einem Jahr wieder aus Liga zwei.

RWE: Spieler und Positionen auf dem Prüfstand

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21. Mai 2005, 16:15 Uhr

Ausrangiert! Genau wie die Container, die jetzt die Funktion von Kassenhäuschen übernehmen werden, darf sich RWE fühlen, der Club bekam einen Tritt in den Hintern und kugelt nach nur einem Jahr wieder aus Liga zwei.

Ausrangiert! Genau wie die Container, die jetzt die Funktion von Kassenhäuschen übernehmen werden, darf sich RWE fühlen, der Club bekam einen Tritt in den Hintern und kugelt nach nur einem Jahr wieder aus Liga zwei. Dort heißen die Gegner vielleicht VfL Osnabrück, Rot-Weiß Oberhausen, Fortuna Düsseldorf, Wuppertaler SV Borussia, FC St. Pauli, Holstein Kiel, Eintracht Braunschweig - alles Teams, die das gleiche Ansinnen wie RWE haben. Viel Spaß, jetzt muss wieder ein fades Regionalliga-Menue serviert werden, dabei ist der Magen nach dem Zweitliga-Schlangenfraß ziemlich angegriffen. In der Krise kommt immer Rolf Hempelmann, RWE-Präsident, zu Wort. Das ist sein Job, bei dem er nicht herumzickt. Nach zwei Aufstiegen während seiner "Regentschaft" holt der SPD-Bundetagsabgeordnete zum ersten Mal das Abstiegsbeißholz raus.

Rolf Hempelmann - Katastrophe, oder?
Wenn man die anderen Resultate anschaut, hätte alles gepasst, wir hätten unsere letzte Chance in einem Heimspiel am Sonntag gegen Unterhaching nutzen können. Klar ist, einen Vorwurf an unser neues Trainerduo darf es einfach nicht geben. Man konnte fast ahnen, was passiert. Die beiden auf der Bank konnten nichts dazu, es lag einfach zu viel im Argen.

Sie wehren sich dagegen, die 90 Minuten gegen Unterhaching am Sonntag, 22.Mai, im Georg Melches-Stadion als Match ohne jede Bedeutung anzusehen.
Auch dieses Match ist wichtig, wer weiß schon, was noch passiert. Wir müssen so hoch wie möglich klettern. Die Akteure können auftreten, die sich mit RWE identifizieren.

Wie lautet das Notfallkonzept?
Blauäugigkeit lassen wir uns nicht nachsagen, die zweigleisige Planung läuft schon länger. Für den 24. Mai ist eine Sitzung von Präsidium und Aufsichtsrat angesetzt. Wir überprüfen die Zeit seit Mai 2004, es gibt eine knallharte Analyse. Wir reden über Spieler, allerdings auch über Positionen darüber hinaus.

Der Sportliche Leiter Frank Kontn wird vom aktuellen Ahlener Frank Aehlig abgelöst.
RS nannte den Namen.
Das Vorhaben bestand nicht, mit der Aufstiegstruppe die Liga anzugehen, wir hatten die Zahl von fünf richtigen Verstärkungen diskutiert. Bei der Zusammenstellung des Kaders wurden Fehler gemacht, auch im Verlauf der Spielzeit. Die Chance, sich in der Klasse zu etablieren, wurde nicht genutzt. Wir haben vom ersten Tag gegen den Abstieg gespielt.

Sehenden Auges in den Abgrund?
Eine Menge Matches wurde kurz vor dem Schlusspfiff in den Sand gesetzt, einen Auswärtserfolg konnten wir auch nicht verbuchen, ein deutliches Indiz. Matches wurden nicht gedreht, das sind eindeutig Qualitätsmängel. Da kann man beim besten Willen nicht von fehlendem Glück reden.

Die Notbremse wurde nicht frühzeitig gezogen!
Nach dem Burghausen-Match wurde mit Trainergespann und Spielern stundenlang analysiert. Es wurde einiges festgestellt.

Aber nicht umgesetzt! Wie sehen die nächsten Wochen aus?
Wichtig ist, die Regionalliga-Spielzeit besser zu konzeptionieren. Die Zusammensetzung des Kaders vor und während der Spielzeit reichte für den Klassenerhalt nicht. Ich will nicht zu konkret werden, aber die Mängel sind aufgedeckt. Wir werden das gemeinsam analysieren.

Wie tief steckt der Club in der Krise?
Jeder weiß, um den verspielten Kredit zurück zu bekommen, wird viel Zeit ins Land gehen.

Stichwort Personal!
Es gibt Ansätze, wer für die kommende Saison eine Rolle spielen soll. Das muss schnell gehen, das ist eine Menge Arbeit

Aus dem aktuellen Kader können es trotz einiger bestehender Verträge nicht viele Kicker sein, die das Vertrauen bekommen. Die Vorgabe für die nächste Spielzeit ist nicht diskutierbar.
Das Ziel ist der direkte Wiederaufstieg. Die Regionalliga wird hochinteressant, neben uns wollen bestimmt Düsseldorf, Oberhausen, Wuppertal, St. Pauli und weitere auch hoch. Allerdings dürfen wir jetzt nicht arrogant sein und den Mund zu voll nehmen. Klar ist, die Sommerpause muss besser genutzt werden als vor einem Jahr, gravierende Fehler dürfen nicht wieder gemacht werden.

Wenn nur ein halbes Dutzend Kicker bleibt, würde das niemanden überraschen!
Der Kader muss erfolgreich zusammen gestellt werden. Es wird einen Umbruch geben. Nur Akteure, von denen wir wirklich überzeugt sind, werden gehalten.

Nach den letzten Darbietungen: Keeper René Renno, und wer noch...?
Vielleicht sieht man das schon gegen Unterhaching, wenn wir vielleicht nur Akteure präsentieren, die sich freuen, für RWE aufzulaufen.

Stichwort Kohle! Wie ist die Situation?
Finanziell waren wir in der 2.Liga etwa an Rang acht positioniert, das ist hervorragend, wurde aber sportlich nicht bestätigt. Die Kontrakte mit dem RWE und der STEAG stehen zu den gleichen Konditionen, andere verbleiben. Wir hoffen, auch bei unseren mittelständischen Partnern weiter die notwendige Unterstützung zu bekommen. Wir sehen positive Signale. Die Lizenz für die Regionalliga ist auf jeden Fall in Ordnung.

Üble Tumulte nach dem Ahlen-Match, noch 90 Minuten "drohen" am Sonntag. Wie weit geht die Hinterfragung des Gesamtpersonals?
Aber natürlich müssen wir, die Chef-Etage, uns auch in Frage stellen. Ich als Präsident stehe in der Gesamtverantwortung. Wir bleiben komplett zusammen, es wird einen neuen Angriff geben, wenn uns die Club-Mitglieder auch weiterhin mit der Aufgabe betrauen wollen. Durch diesen Abstieg verspürt man eine innere Leere, das kostet viel Kraft, alles ist ein Ehrenamt. Wer meinen Job in Berlin kennt, weiß, schon dieser reicht, um die Kräfte aufzuzehren.

Stichwort neue Arena! Eine Stadion-Gesellschaft wurde ins Leben gerufen, Geldgeber angegraben, die Stadt wollte sich in Millionen-Höhe beteiligen, der Erbbaurechtsvertrag war nur noch Formsache - alles aktuell für die Katz!
Das kann uns tatsächlich nicht nur um ein Jahr zurück werfen. Aber wir drücken uns nicht. Wir standen von Anfang an auf einem Kellerplatz, ein neues Stadion ist nur möglich, wenn wir Liga zwei garantieren können. Das steht auch im Zusammenhang mit der Einigung mit Dr. Michael Kölmel und der MK Medien, es ist nicht einfach, dieses Problem zu lösen. Aber es sieht gut aus.

Auch wenn die Rückzahlung von knapp sieben Millionen Euro an Kölmel langfristig angelegt ist.
Wenn man Banken um ein zweistelliges Millionen-Darlehen angeht, schauen Entscheider scharf auf die finanzielle Lage. Wenn man von Anfang an auf einem Abstiegsplatz steht, ist es sehr schwer, neue Geldgeber zu finden.

Autor: og

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