RWE - Uwe Neuhaus: "Jeder kriegt, was er verdient"

og
21. Mai 2005, 16:13 Uhr

Uwe Neuhaus wirkt aktuell ziemlich leer! Nachvollziehbar, der 45-Jährige sah bei der Übernahme der "RWE-Titanic" seine große Chance, sich als Cheftrainer im Profifußball zu positionieren. Aktuell ein Schlag ins Wasser, allerdings hatte das RWE-Boot schon richtig Schlagseite, Kapitän Neuhaus und sein erster Offizier Peter Kunkel hatten wenig Chancen, den Kahn flott zu machen.

Uwe Neuhaus wirkt aktuell ziemlich leer! Nachvollziehbar, der 45-Jährige sah bei der Übernahme der "RWE-Titanic" seine große Chance, sich als Cheftrainer im Profifußball zu positionieren. Aktuell ein Schlag ins Wasser, allerdings hatte das RWE-Boot schon richtig Schlagseite, Kapitän Neuhaus und sein erster Offizier Peter Kunkel hatten wenig Chancen, den Kahn flott zu machen. Neuhaus spricht von "tiefer Trauer" und davon, "keine großen Worte" machen zu wollen. Allerdings muss er Stellung beziehen, alleine schon deshalb, um nicht den ganzen Mist, den er nun einmal nicht verbockt hat, auf seine Schultern laden zu lassen. Neuhaus: "Das ist das Ergebnis einer langen Saison." Sehr richtig, der Mann wird am Ende vier Spiele in der Verantwortung gestanden haben, sein Vorgänger hieß Jürgen Gelsdorf. Neuhaus weiter: "Jeder kriegt das, was er verdient." Anders formuliert, obwohl Neuhaus das nicht meint: Wird beurlaubt.
Neuhaus: "Wir müssen zusehen, eine neue, schlagkräftige Truppe zusammenzustellen." Das, was vor der am Sonntag auslaufenden Spielzeit auch hätte geschehen sollen. Neuhaus weiter: "Wer am Ende unten steht, steigt auch berechtigt ab." Andere würden sagen: Die Tabelle lügt nicht. Neuhaus: "Genügend Zeit blieb uns nicht, die Sache zu korrigieren. Beim kleinsten Widerstand bricht die Truppe auseinander." Oder fällt in der letzten halben Stunde platt ins Kreuz. Bei der Nachfrage, ob der physische Zustand der Akteure ausreichen würde oder ob die Spieler einen körperlich schlichten Eindruck machen, wird Neuhaus sichtlich vorsichtig: "Es sah wohl so aus." Logisch, keiner will sich gerne Kollegenschelte unterstellen lassen, die der Ex-Dortmunder auch bewusst vermeidet. Seine Anmerkungen können jedoch zu Ende gedacht werden: "Natürlich ist man am Ende einer Spielzeit erschöpft, allerdings konnten wir nicht zweimal am Tag trainieren, dann hatten die Jungs am nächsten Morgen Probleme."
Neuhaus ist kein Wehklager: "Das kann niemanden wie ein Blitzschlag treffen." Natürlich nicht, der "Gau" kündigte sich bereits am ersten Spieltag an. Wer letztendlich von den aktuellen Kadermitgliedern helfen soll, darf und viel wichtiger genug Klasse hat, wird Neuhaus abwägen müssen, viele werden es nicht sein. "Man muss fair bleiben, bestehende Verträge auch akzeptieren." Selbst das wäre fahrlässig! Eine Beerdigung kostet nun einmal nicht nur vorab das Leben, auch der Sarg muss bezahlt werden. Desweiteren sollte ohne Zweifel vielleicht auch Mal ein Arzt befragt werden, ob es Sinn macht, von einigen Akteuren permanenten Hochleistungssport abzufordern. "Ich habe in den letzten drei Wochen meine Eindrücke gewonnen", definiert Neuhaus, der nach außen unbewegt bleibt, vor allen Dingen kein Freund großer Formulierungs-Eskapaden ist. Neuhaus: "Ich werde alle Aspekte zusammen fassen, wir werden herausfinden, mit wem es Sinn macht, weiter zusammen zu arbeiten." Einen Aspekt hat Neuhaus für sich bereits entschieden: "Ich werde in nächster Zeit keinen Urlaub machen, sondern Tag und Nacht arbeiten müssen." Ganz was neues für Club-Insider.

Autor: og

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