LÜTGENDORTMUND: Kein wachsendes Gras über Skandal

og
17. April 2005, 18:34 Uhr

Es wächst kein Gras! RevierSport berichtete über die unerfreulichen Ereignisse bei einem Lütgendortmunder Jugendmatch gegen Asseln, das zweistellig gewonnen wurde. Der Vorwurf lautete, eine Spielerin (Name liegt der Redaktion vor) wäre ein Junge. Eine sogenannte Geschlechtskontrolle wurde durchgeführt, die Akteurin musste vor Müttern der gegnerischen Auswahl den Oberkörper entblößen.

Es wächst kein Gras! RevierSport berichtete über die unerfreulichen Ereignisse bei einem Lütgendortmunder Jugendmatch gegen Asseln, das zweistellig gewonnen wurde. Der Vorwurf lautete, eine Spielerin (Name liegt der Redaktion vor) wäre ein Junge. Eine sogenannte Geschlechtskontrolle wurde durchgeführt, die Akteurin musste vor Müttern der gegnerischen Auswahl den Oberkörper entblößen. Insbesondere Silvia Behr, Staffelleiterin, wurde vehement angegriffen. Eine Stellungnahme lehnte Behr damals ab, erst nachdem der Sachverhalt bundesweit aufbereitet wurde (Bild-Zeitung, RTL TV) wird per Anwalt reagiert. Der Gesamtsachverhalt liegt außerdem beim Verband, der eigentlich weiteres Stillschweigen wollte. Behr äußert sich jetzt gegenüber RS.

Silvia Behr, Sie fühlen sich ungerechtfertigterweise beschuldigt, eine Geschlechtskontrolle angeordnet zu haben!
Nachweislich falsch. Ich erhielt den Anruf eines Funktionärs des TuRa Asseln, sein Trainer habe ihn angerufen und mitgeteilt, Lütgendortmund habe einen Jungen eingewechselt. Er fragte, wie man sich in so einem Fall verhalten müsse.

Und?
Mir war bekannt, dass für Lütgendortmund ein Mädchen spielt, das schon häufiger für einen Jungen gehalten wurde. Deshalb habe ich diese Spielerin sofort namentlich benannt, klargestellt, sie sei spielberechtigt. Der Anrufer meinte aber, es gehe nicht um die benannte Spielerin. Später stellte sich heraus, dass es doch um dieses Mädchen ging.

Laut Ihrer Ausführung soll der Funktionär von noch einem weiteren eingesetzten Jungen gesprochen haben.
Ich zeigte die nach Verbandsordnung vorgesehenen Möglichkeiten auf, sich die Spielerpässe vorlegen zu lassen oder nach dem Spiel Einspruch gegen die Wertung einzulegen.

Sie erklären, auch auf die Beweislast des Einspruch einlegenden Clubs hingewiesen zu haben.
Mein Vorschlag war, den vermeinlich nicht Spielberechtigten auf dem Feld zu fotographieren.

Zur Vorlage bei der Kreisjugend-Spruchkammer zur vereinfachten Gegenüberstellung. Sie sagen, eine Anfrage nach einem schnelleren Verfahren zur Feststellung der Spielberechtigung kam.
Ich antwortete, man dürfe auf keinen Fall Kontrollen in der Umkleidekabine durchführen.

Sie erläutern, zum Schutz des betroffenen Spielers bzw. der betroffenen Spielerin gehandelt zu haben.
Ich habe ausdrücklich darauf hingewiesen, wie unwürdig solche, nach den Statuten des Verbandes unzulässige Kontrollen wären, und wie verletzend sie sich auswirken können. Ich habe eine Geschlechtskontrolle nicht vorgeschlagen, geschweige denn angeordnet.

Autor: og

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