Ein bisschen hat Kozue Ando das Ruhrgebiet schon lieb gewonnen. „Es ist angenehmer als in Japan, weil es hier nicht so hektisch ist“, sagt sie und fügt hinzu.

FCR Duisburg: Ando

Lernen von Uchida

Desirée Kraczyk
25. Oktober 2010, 14:37 Uhr

Ein bisschen hat Kozue Ando das Ruhrgebiet schon lieb gewonnen. „Es ist angenehmer als in Japan, weil es hier nicht so hektisch ist“, sagt sie und fügt hinzu.

„Es gefällt mir hier ganz gut.“ Auch die Verständigung klappt immer besser. In ihrem Deutschkurs, den sie dreimal die Woche besucht, ist Ando die beste Schülerin. „Ich lerne sehr viel Deutsch“, erklärt sie mit Nachdruck. Und ihre Teamkolleginnen vom FCR 2001 Duisburg bringen der 28-jährigen Asiatin freilich auch so manch eine neue Vokabel bei.
[infobox-right]Zur Person
Kozue Ando (* 9. Juli 1982 in Utsunomiya) wechselte zur Rückrunde der vergangenen Saison von den Urawa Red Diamonds Ladies zum FCR 2001 Duisburg. In der japanischen Liga spielte Ando regelmäßig vor einer Kulisse von 2.000 bis 4.000 Zuschauern. Ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft gab die Offensivakteurin bereits als 17-Jährige. Durch den dritten Platz beim AFC Asien-Pokal der Frauen 2010 sicherten sich die Japanerinnen ihren Startplatz für die WM 2011. [/infobox]
Wobei Ando, die seit Anfang des Jahres die „Löwinnen“ verstärkt, auch den Kontakt zu ihren Landsmännern und -frauen hält. Da wäre zum Beispiel Atsuto Uchida. „Den habe ich schon kennengelernt“, verrät Ando. Beim FC Schalke 04 schaut sie deshalb auch gelegentlich vorbei. „Das ist auch gut für meine Leistung, da kann ich noch was lernen.“ Und was ist mit dem großen Revier-Rivalen Borussia Dortmund? Dort sorgt schließlich seit dieser Saison auch ein Japaner für Furore. Auf Shinji Kagawa ist die Offensivspielern des FCR bisher noch nicht getroffen, das soll aber in näherer Zukunft nachgeholt werden.

Ein guter Kontakt besteht derweil nach Potsdam. Neben Ando fand zur Rückrunde der vergangenen Spielzeit nämlich noch eine weitere japanische Nationalspielerin den Weg in die Frauen-Bundesliga: Yuki Nagasato. Die beiden sind gute Freundinnen, aber der Rivalität zwischen den beiden Spitzenklubs können sie sich nicht entziehen. „Natürlich bin ich neidisch“, bemerkt Ando. Denn während sie mit dem FCR Duisburg bisher „nur“ den DFB-Pokal gewann, wurde Nagasato mit Turbine Potsdam bereits Deutsche Meisterin und UEFA Women‘s-Champions-League-Siegerin.

Bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr aber wird das japanische Duo aus der Frauen-Bundesliga wieder ein gemeinsam Ziel verfolgen. Zwei WM-Teilnahmen hat Ando bereits hinter sich, in Deutschland soll es endlich mit einer Medaille klappen. Platz drei traut sie ihrer Nation zu.

Die ehemalige Spielerin von den Urawa Reds Ladies, die die deutsche Frauen-Bundesliga der amerikanischen Profi-Liga WPS vorgezogen hat, hat aber auch noch ein anderes Ziel. „Ich möchte gerne zeigen, wie der japanische Fußball ist“, sagt Ando. Vorerst aber gilt es, mit dem FCR Duisburg die Saison noch erfolgreich zu beenden, und das an der Seite von Sturmpartnerin Inka Grings auf dem Platz. „Sie ist eine starke Spielerin mit einem starkem Willen. Ich bin froh, dass ich mit Inka spielen darf“, meint Ando. Und so viele Tore wie die FCR-Kapitänin würde sie auch gerne erzielen…

Autor: Desirée Kraczyk

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