Es war mächtig was los in den Bochumer Kreisligen: In der A 1 wurden verwegene Pläne geschmiedet und in der B 3 flogen beinahe die Kacheln von der Kabinenwand.

BO: Kreisliga kompakt

Taktik-Füchse und Durchgedrehte

18. Oktober 2010, 15:45 Uhr

Es war mächtig was los in den Bochumer Kreisligen: In der A 1 wurden verwegene Pläne geschmiedet und in der B 3 flogen beinahe die Kacheln von der Kabinenwand.

Kreisliga A 1:

José Mourinho, Alex Ferguson, Louis van Gaal – Taktik-Füchse gibt es im Fußballgeschäft reichlich. Seit Sonntag muss man der Auswahl einen weiteren Namen hinzufügen: Meinolf Mehls. Der Trainer des BV Westfalia Bochum legte nämlich mit einem verwegenen Schachzug den Grundstein für den ersten Sieg des Schlusslichts. Gegen Teutonia Riemke, bis dato fester Bestandteil der Spitzengruppe, beorderte er kurzerhand seinen Sturmführer Robin Daun in die Verteidigung. „Wir wussten, dass Teutonia mit Timo Wnuk antritt, der mit die meisten Tore in der Liga gemacht hat. Dann kann man mal einen gelernten Angreifer gegen ihn stellen, der seinen Mitspielern zeigt, wie man richtig verteidigt. Das war für alle anderen die Initialzündung“, erklärte Mehls. Der Plan ging auf, Wnuk bekam keinen Stich und musste nach 70 Minuten sogar mit Gelb-Rot vom Platz. „Der hat nur noch gemeckert und Theater gemacht.“ Die Westfalia sackte die ersten A-Liga-Zähler ein und ist jetzt zumindest punktgleich mit Hellas Bochum (1:2 gegen Germania Bochum-West).

Neben den Teutonen ließen auch zwei andere Top-Teams Federn, denn die beiden Spitzenspiele des Spieltags fanden jeweils einen Sieger. Der BV Hiltrop setzte sich 2:0 gegen die SpVgg Gerthe durch und Weitmar 45 III bezwang die Sportfreunde Altenbochum mit 1:0. Damit haben die beiden siegreichen Teams erst einmal drei Punkte zwischen sich und die Verfolger gebracht.

Kreisliga A 2:

„Es war ein kleines Endspiel für uns“, gestand Thomas Willems, Coach des SV Waldesrand Linden, nach dem 4:0-Erfolg gegen den FSV Sevinghausen. „Wenn wir das vergeigt hätten, dann hätte es schlimm ausgesehen.“ So fuhren die SVler die Punkte sechs bis acht ein und kletterten auf den zwölften Rang. Der soll es auch am Ende mindestens sein, betont Willems: „Man muss schon Viertletzter werden, um sicher drin zu bleiben. Die beiden Letzten steigen wahrscheinlich sofort ab und die Drittletzten müssen bestimmt eine Relegation spielen.“ Einen Schritt aus dem Keller machte auch Rasensport Weitmar. Die DJK siegte 2:0 im Lokalvergleich bei BW Weitmar 09.

In ganz anderen Sphären schwebt der CSV SF Bochum-Linden. Der unangefochtene Spitzenreiter tat gegen die Reserve des SC Weitmar nicht mehr als nötig und gewann 4:1. Durch das 1:1 zwischen SW Wattenscheid 08 II und der SG Welper beträgt der Vorsprung nunmehr sieben Punkte.

Kreisliga A 3:

Der VfB Annen scheint für das Spitzenspiel am kommenden Wochenende gegen den SV Bommern gut gerüstet. Der Spitzenreiter gewann bei Ruhrtal Witten 7:1, machte dabei aber längst nicht alles richtig, befand Trainer Jens Vogt: „Wir haben das Spiel bis zum 2:0 kontrolliert, aber dann kam der Schlendrian und einige meinten, sie könnten Ruhrtal vorführen. Die Konsequenz war dann der Anschlusstreffer kurz vor der Pause. Nach dem Wechsel haben wir aber konzentriert gespielt und dann klappte eben alles. Das nächste Spiel gegen Bommern ist sicher wichtig, aber nicht entscheidend. Es wird bis zum Saisonende eng bleiben“, prognostiziert der Übungsleiter einen spannenden Aufstiegskampf. Daran wird sich auch der FSV Witten beteiligen, der sich im Verfolgerduell gegen Bommern 3:1 durchsetzte.

Die im Vorfeld hochgehandelten Reservemannschaften des TuS Heven und des SV Herbede werden sich dagegen nicht mit Bezirksliga-Träumereien beschäftigen. Beide kamen gegen die Kellerkinder TuRa Rüdinghausen und VfB Langendreerholz nicht über ein Unentschieden hinaus und führen nun das große Mittelfeld der Liga an. An dessen Ende rangiert der TuS Stockum II (1:3 gegen RW Stiepel), der derzeit den drittletzten Platz belegt.

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