Die große Zitterei rund um RW Oberhausen geht weiter. Durch die letzten beiden Niederlagen und das schlechte Torverhältnis steht die Truppe von Coach Eugen Bach wieder auf einem der vier Abstiegsränge.

RWO: Rechte Seite muss wieder aufwachen

cb
18. Februar 2005, 11:09 Uhr

Die große Zitterei rund um RW Oberhausen geht weiter. Durch die letzten beiden Niederlagen und das schlechte Torverhältnis steht die Truppe von Coach Eugen Bach wieder auf einem der vier Abstiegsränge.

Die große Zitterei rund um RW Oberhausen geht weiter. Durch die letzten beiden Niederlagen und das schlechte Torverhältnis steht die Truppe von Coach Eugen Bach wieder auf einem der vier Abstiegsränge. Und jetzt kommt ein Wochenende, an dem alles unternommen werden muss, um nach dem Match in Burghausen (Sonntag, 15 Uhr) nicht wieder als Depp aus der Wäsche zu schauen.
Fakt ist: Im Keller wird gepunktet, wenn Essen in Cottbus antritt, Dresden zum KSC reist. Bei ungünstiger Konstellation droht ein vier Punkte Abstand zum rettenden Ufer. Ein Szenario, mit dem keiner etwas anfangen kann. Am wenigsten Hach, der sich mit RS über seine Truppe unterhielt.

Eugen Hach, RS sprach bereits im Winter das Thema Team-Achse an. Bisher hat sich keine gefunden. Wird das noch was?

So etwas muss sich herauskristallisieren. Aber wir haben eine Situation, wo sich jeder zuerst auf sich konzentrieren muss, dann kommt der nächste Schritt, nachdem wir zuletzt zwei zurück gemacht haben.

Nach dem kurzen Stimmungshoch folgten die letzten beiden Pleiten. Wie macht sich das im täglichen Training bemerkbar?

Viele haben sich zu schnell blenden lassen, das haben sie auch in den Einheiten mitbekommen. Die Elf hat ihr Hallo-Wach-Erlebnis gehabt, ich bin nicht sehr überrascht. Es wird ein Kampf bis zum letzten Tag.

In Burghausen müssen Sie auch auf die jüngsten Ausfälle von Mike Rietpietsch und Anthony Tiéku reagieren. Jetzt muss der zweite Anzug ran.

Was heißt zweiter Anzug? Der eine oder andere von denen, die bisher dabei waren, hat seine Leistung auch noch nicht gebracht, so klar muss man es sagen. Wir haben durch die Bank noch viel Potenzial nach oben, die, die jetzt ausfallen, haben zuletzt auch nicht durch tolle Leistungen geglänzt. Die, die jetzt zum Zuge kommen, können zeigen, sie können es besser. Ich brauche Jungs, die sich jetzt präsentieren.

Sind Hugo Costa und Tibor Tokody bereits wieder Alternativen?

Costa hat fast alles wieder aufgearbeitet, Tibor hat sich rangekämpft. Vielleicht spielt einer der beiden, denn sie gehören dazu. Wenn sie Leistung bringen, können sie auch dabei sein.

Thema Adrian Aliaj. Wurde alles geklärt?

Ich denke, von Vereinsseite ist das erledigt. Er hat seine Geldstrafe und seine Abmahnung bekommen. Der Rest ist die Entscheidung vom Trainer. Er ist erst seit drei Tagen wieder da, daher ist es für mich noch gar kein Thema.

Gab es auch ein Gespräch zwischen Ihnen und dem Spieler?

Natürlich wurde alles besprochen, er kennt meine Meinung. Er hat sich bei der Mannschaft entschuldigt, auch beim Verein. Jetzt muss man seine Präsentation abwarten und genau beobachten.

Ist er denn für Sonntag ein Thema, besonders unter dem Aspekt der Spielerausfälle auf der linken Seite?

Das ist für mich noch keine Diskussion wert. Er muss zuerst zeigen, dass er wieder in Oberhausen angekommen ist. Ich bin nicht einfach zufrieden zu stellen, wenn einer sagt, es tut mir leid. Ich werde jetzt alles beocbachten, dann schaue ich weiter.

Wird er denn zumindest sicher im Kader sein?

Weiß ich auch noch nicht. Ob mit Aliaj oder ohne, ich weiß gar nicht, ob wir überhaupt 18 Mann mit nach Burghausen nehmen. Ich bin auch über einige enttäuscht. Der eine oder andere kommt um eine Maßnahme herum, weil er jetzt verletzt ist. Generell gibt es einige Dinge, die mir aktuell weniger gefallen.

Können Sie das konkretisieren?

Wir haben Jungs, die den Anspruch haben, Führungsspieler zu sein. Diesen Anspruch können viele nicht erfüllen, wenn es darum geht, sind sie auch nur Mitläufer. Aber es gibt jetzt kein Jammern, wir haben uns alles selbst zuzuschreiben, dass wir wieder da unten sind. Wir haben die guten Ansätze mit dem Hintern umgestoßen, jetzt müssen wir wieder von vorne anfangen. Ich wurde bestätigt, wir stehen vor einem langen Weg. Wer das nicht kapiert, ist Amateur.

Um den Weg erfolgreich zu gehen, muss die linke Seite endlich zugemacht werden.

Wie soll das klappen? Seit dem ersten Spieltag scheint diese Position die RWO-Schwachstelle zu sein.

Man kann den Spieß aber auch umdrehen.

Inwiefern?

Wenn ich das Spiel gegen Cottbus betrachte, haben wir alle unseren Offensivaktionen über links gebracht. Bedeutet: Die Jungs auf links sind immer im Zugzwang, nach vorne Aktionen zu bringen. Da hat man auch weniger Zeit, sich auszuruhen. Die rechte Seite war fast über 90 Minuten eingeschlafen, da kam nichts für den Angriff, keiner konnte sich durchsetzen. Hier müssen wir einen Mittelweg finden. Wenn wir in der Vorwärtsbewegung rechts genau so stark wären wie auf der linken Seite, dann hätte ich auch keine Probleme. Daher muss man die Fehler auf beiden Flügeln suchen. Fakt ist: Die Jungs auf rechts sind aktuell nicht zufriedenstellend.

Bedeutet das die Chance für Alassane Ouedraogo? Er wirkte sehr bemüht in seinem Kurzeinsatz gegen Cottbus.

Zumindest für fünf Minuten, im Grunde auch zu wenig. Ich will, dass er sich präsentiert, auch im Training. Wenn er dann drin ist, muss er auch dokumentieren, es war die falsche Entscheidung, ihn draußen zu lassen.

Wie lautet die Erfolgsformel für den Sonntag?

Ganz einfach. Jeder muss einfach seinen Job wieder machen. Wenn sich jeder auf seine Aufgaben konzentriert, werden wir auch wieder Erfolg haben. Daran arbeiten wir ganz intensiv, denn zuletzt gab es einfach zu wenig Konzentration und Disziplin. Jetzt sind wieder alle auf dem Boden angekommen.

Autor: cb

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