Was für ein Spiel: Die gut 2000 lautstarken RWO-Fans mussten in Duisburg durch ein Wellenbad der Gefühle.

RWO: Knallharte Selbstkritik

08. Februar 2005, 12:43 Uhr

Was für ein Spiel: Die gut 2000 lautstarken RWO-Fans mussten in Duisburg durch ein Wellenbad der Gefühle.

Keine Entschuldigungen, dafür knallharte Selbstkritik
Schon sieben individuelle Fehler

Was für ein Spiel: Die gut 2000 lautstarken RWO-Fans mussten in Duisburg durch ein Wellenbad der Gefühle.

Zuerst die ersten, sehr starken 35 Minuten. Die logische Konsequenz: Die Führung durch Nico Frommer, die erste Heimpleite für den MSV schien greifbar. Was folgte, ließ die meisten "Kleeblätter" verstummen. Nicht aber Thomas Cichon, Nico Frommer und Mike Rietpietsch. Ein Trio, das wohlwollende Selbstkritik äußerte. Kein böses Wort in Richtung des Referees, obwohl während der 90 Minuten einige Entscheidungen mit heftigem Kopfschütteln dokumentiert wurden. Stattdessen fasste man sich an die eigene Nase, sicherlich die richtige Einstellung. Denn bei neun Gegentreffern aus drei Partien muss RWO-Coach Eugen Hach die Hutschnur hochgehen. Vor allem, wenn man betrachtet, sieben schwere individuelle Fehler führten zu den Einschlägen. In Duisburg patzten Keeper Olli Adler und Moustapha Salifou beim 1:1, beim 1:3 konnten Stijn Haeldermans und David Montero Markus Kurth nicht am Kopfball hindern. Zudem verursachte André Izepon Astorga einen Elfmeter.

Kommentar von Cichon: "Gut angefangen, ein super Tor geschossen, dann vergessen nachzulegen, aber ein Spiel dauert nicht 35 Minuten." Der Abwehrchef knallhart: "Ich möchte die strittigen Szenen nicht kommentieren. Fakt ist, wir haben durch drei Standard-Situationen Tore kassiert. Da muss man konzentrierter sein." Cichon weiter mit klaren Worten: "Der Freitag war ein Schritt zurück, weil wir wieder viele Treffer kassiert haben. Jetzt zählt nur noch Cottbus und da hoffe ich auch auf die lautstarke Unterstützung der Fans, die uns in Duisburg klasse angefeuert haben."
Torschütze Frommer, sichtlich gezeichnet von der Pleite, gab zu Protokoll: "Gegen den MSV muss man über 90 Minuten gut dabei sein. Bei uns war nach einer halben Stunde der Bruch. Wir schauen nur nach vorne, auch wenn die Art und Weise der Niederlage in Duisburg ärgerlich war. Der MSV war nicht so stark, jetzt zählt Cottbus."
Nach Cichon fand dann auch Rietpietsch eindeutige Worte. "Wir brauchen keine Entschuldigungen zu suchen, wir haben uns alles selber zuzuschreiben. Daher will ich auch über Entscheidungen des Schiris nichts sagen." An die Adresse des Teams: "Wir haben 1:0 geführt, wenn wir keine rote Karte kriegen, gewinnen wir das Ding." Auch das 1:2 nimmt "Riete" unter die Lupe: "Kein Vorwurf an den MSV. Wir müssen cleverer sein, der Ball ist so lange in der Luft. Aber es war wie immer, Konzentration und Disziplin haben nicht gestimmt."

Und nachdem Hach das Stadion wortlos verließ, kann sich Rietpietsch denken, was für Tage anstehen. "Wenn man 1:4 verliert, muss man sich nicht wundern, wenn die Woche unruhig wird." Ob Rietpietsch dabei sein kann, ist noch fraglich, direkt nach dem Spiel wurde der Akteur von Cichon ins Krankenhaus zur Ultraschall-Untersuchung gefahren. Diagnose: Schwere Wadenprellung.

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