Im Wett-Skandal des deutschen Fußballs um manipulierte Spiele haben Dynamo Dresden und der Chemnitzer FC ihre angeblichen Verwicklungen zurückgewiesen.

Dresden und Chemnitz dementieren Vorwürfe

tok
31. Januar 2005, 15:45 Uhr

Im Wett-Skandal des deutschen Fußballs um manipulierte Spiele haben Dynamo Dresden und der Chemnitzer FC ihre angeblichen Verwicklungen zurückgewiesen.

Zweitligist Dynamo Dresden und Regionalligist Chemnitzer FC haben ihre angebliche Verwicklung in den Skandal um manipulierte Spiele zurückgewiesen. Dresdens kroatischer Torhüter Ignjac Kresic musste allerdings einräumen, zu einem der in Berlin festgenommenen Mafia-Beschuldigten Kontakt gehabt zu haben.

"Das ist klar. Die Wett-Mafia sind Kroaten - und deshalb ist jeder Kroate verdächtig", sagte Kresic der Sächsischen Zeitung: "Ich wette zwar, aber nie auf Spiele von Dynamo. Ich habe damit nichts zu tun und kann mir keinen Vorwurf machen." Bis zum Spiel am Montagabend gegen Energie Cottbus sollten alle Dresdner Spieler nach dem Vorbild von Hertha BSC Berlin eidesstattliche Erklärungen unterzeichnen, dass sie nichts mit Spielmanipulationen zu tun hatten.

Chemnitz stellt Antrag auf Akteneinsicht

Der Chemnitzer FC stellte nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung am Montag den Antrag auf Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft Berlin und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Derzeit liegen dem Vorstand keine Erkenntnisse vor, welche den Vorwurf rechtfertigen könnten, Spieler des Chemnitzer FC seien an Manipulationen des Ausgangs eines Spiels beteiligt gewesen", erklärte Marketingchef Sven-Uwe Kühn.

Die Staatsanwaltschaft Berlin soll Ermittlungsverfahren gegen zehn namentlich nicht genannte Spieler unter anderem von Dynamo Dresden und dem Chemnitzer FC eingeleitet haben. Dresdens Geschäftsführer Volkmar Köster will seine Spieler jedoch vor jeder Art von Rufmord schützen: "Bei uns hat sich bisher keine Staatsanwaltschaft gemeldet. Ich glaube zu hundert Prozent nicht, dass irgendein Spieler von uns in irgendeiner Weise darin verwickelt ist. Umso schlimmer wäre es, wenn es sich anders herausstellen sollte."

Geld für Sieg über Münster

Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen Dresdner Spieler im Juni 2003 von der Wettmafia angeblich 15.000 Euro für einen 3:2-Sieg im Regionalliga-Spiel gegen Münster erhalten haben. Für Trainer Christoph Franke ist es jedoch nicht vorstellbar, "dass jemand Dynamo und die Mannschaft verrät." Auch Kapitän Rene Beuchel glaubt an die Integrität seiner Mitspieler: "Wenn jemand von uns in den Skandal verwickelt wäre, dann würden sie uns in Dresden steinigen." Er habe nie gewettet, auch nicht vor dem Regionalliga-Spiel in Essen, als ihm ein Eigentor unterlief.

Autor: tok

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