RWE: "Sünder" Kaluzny entschuldigte sich

og
30. Januar 2005, 18:05 Uhr

Alter Hase! So sieht sich Jürgen Gelsdorf, RWE-Coach, gerne. Die Brisanz durch den Schiri-Fall Robert Hoyzer war vorab klar, dass ein "Schwarzkittel" wie Florian Meyer ("Ich habe mich wie auf jedes Spiel vorbereitet, meine Konzentration galt nur dem Match") hochsensibilisiert ins Match gehen würde, auch.

Alter Hase! So sieht sich Jürgen Gelsdorf, RWE-Coach, gerne. Die Brisanz durch den Schiri-Fall Robert Hoyzer war vorab klar, dass ein "Schwarzkittel" wie Florian Meyer ("Ich habe mich wie auf jedes Spiel vorbereitet, meine Konzentration galt nur dem Match") hochsensibilisiert ins Match gehen würde, auch. "Der Schiri hatte sicherlich ein schweres Amt, ich habe Florian Meyer aber schon stärker gesehen", fasste Gelsdorf zusammen, der sich allerdings fragen lassen muss, warum gerade er von außen extrem viel Hektik auf das Spielfeld warf.
Entscheidungen gingen ihm kräftig gegen den Strich: Das Kioyo-Abseits (vgl. Aufreger) sowie ein nicht geahndetes Trierer Handspiel, das nach Studium der TV-Bilder möglicherweise wirklich keines war. Dazu noch Gelb-Rot für Radoslaw Kaluzny. Gelsdorf ging hoch wie ein HB-Männchen. Der Fußball-Lehrer über Meyer: "Insgesamt hätte er konsequenter sein können. Die Szene mit Francis war sensationell, Peter spazierte aus dem Abseits heraus, war passiv."
Die vorzeitige Dusche verdiente sich Kaluzny ohne Zweifel, als verwarnter Akteur - dazu mächtig erfahren - muss man sich bremsen. Gelsdorf: "Die 1. Gelbe kann man geben, muss man aber nicht. Natürlich darf man von Radoslaw erwarten, dass er eine Partie ohne Feldverweis abschließt, aber er wollte zeigen, dass er Verantwortung übernimmt, das sah man auch an seiner Körpersprache, er wollte einfach zu viel, normalerweise muss er aber clever genug sein." Das weiß der Pole, der sich in der Kabine beim Team entschuldigte. Der Ex-Leverkusener hadernt: "Der Schiedsrichter soll entscheiden, das hat er getan. Aber die erste gelbe Karte war kein Foul." Gelsdorf mit Schulterschluss: "Insgesamt muss sich Radoslaw für Einsatz aber nicht entschuldigen. Natürlich fehlt er jetzt sehr in Erfurt."
Die Hand-Problematik (gesprochen werden sollte über den auslösenden Aussetzer von Ronny Ernst) ließ Gelsdorf auch nach dem Match nicht los: "Ich habe mich einfach aufgeregt, beleidigt habe ich keinen. Meyer hat mir gesagt, es war angeschossen und ich würde die Zuschauer aufwiegeln. Ich kann in einer solchen Situation nicht ruhig sein, was erwartet er von mir?" Der Platz auf der Tribüne drohte. Kein Spiel für schlechte Nerven, heftig für den Unparteiischen und auch Gelsdorf, der noch von anderer Seite nicht verschont wurde. "Bei Triers Stürmer Nico Patschinski ist mir permanent fast das Herz stehen geblieben, er war brandgefährlich."

Autor: og

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