Allzu viel wollte Trainer Markus Högner nach der 0:8 (0:5)-Klatsche seiner SG Essen-Schönebeck gegen den 1. FFC Frankfurt nicht zu Protokoll geben.

SGS - Frankfurt 0:8 (0:5)

1. FFC spielt mit Schönebeck Katz und Maus

Desirée Kraczyk
10. Oktober 2010, 15:19 Uhr

Allzu viel wollte Trainer Markus Högner nach der 0:8 (0:5)-Klatsche seiner SG Essen-Schönebeck gegen den 1. FFC Frankfurt nicht zu Protokoll geben.

„Wir müssen positiv nach vorne schauen und gegen Herford gewinnen.“ Seine vage Hoffnung auf einen Punkterfolg hatten sich nach drei Minuten bereits erledigt. Denn da eröffneten die Frankfurterinnen ihren Torreigen. Es erinnerte vieles an die Klatsche aus dem Vorjahr, da hatten die Schönebeckerinnen aber zumindest noch mit drei Treffern gegenhalten können (3:8). Am Sonntag aber war es eher ein Katz-und-Maus-Spiel, das der Rekordmeister im Stadion „Am Hallo” vor knapp 900 Zuschauern aufzog. Mit einer Leichtigkeit kombinierten und vor allem trafen die Frankfurterinnen nach Belieben.

Die Essenerinnen standen dabei Spalier: wenig bis gar keine Gegenwehr, zweikampfschwach und stets ein Schritt zu langsam – sowohl mental als auch physisch. SGS-Kapitänin Melanie Hoffmann hatte sich ihr 200. Bundesligaspiel sicherlich auch anders vorgestellt.
[infobox-right]Schönebeck - 1. FFC 0:8 (0:5)

SGS: Weiß - Hauer, Kraus (46. Freutel), Tarr - Martini, Mester (46. Bade) - Pedersen, M. Hoffmann, Weissenhofer - Malinowski, Hamann (76. von Bargen).
1. FFC: Angerer - Lewandowski, Thunebro, Krieger (46. Weber) - Garefrekes, Bartusiak, Behringer (61. Landström) - Huth, Prinz, Smisek (66. Maroszan) - Pohlers.
Schiedsrichterin: Anja Kunick (Lissa).
Tore: 0:1 Garefrekes (3.), 0:2 Garefrekes (7.), 0:3 Prinz (12.), 0:4 Pohlers (29.), 0:5 Prinz (31.), 0:6 Pohlers (53.), 0:7 Pohlers (57.), 0:8 Landström (79.).
Zuschauer: 867.[/infobox]
Die auffälligste Spielerinnen aus den Reihen der Högner-Elf war – wieder einmal – Michele Weissenhofer, aber bei den wenigen Offensivaktionen stand sie allein auf weiter Flur. Ganz anders sah das bei den Frankfurterinnen aus. „Die Mannschaft hat das umgesetzt, was die Vorgabe war: unserem Gegner den Schneid abzukaufen“, sagte 1. FFC-Coach Sven Kahlert. Nach sieben Minuten konnte er sich bereits über die 2:0-Führung freuen.

Svenja Huth, die auf dem linken Flügel machen konnte was sie wollte, flankte in der 3. Minute zunächst mustergültig auf Kerstin Garefrekes, die am rechten Pfosten zum 1:0 abstaubte. Dem 2:0 kurz darauf ging ein Foul von Ina Mester, die sich gegen die wieder einmal durchstartende Huth nicht anders zu wehren wusste, kurz vor der Strafraumgrenze voraus. Den anschließenden Freistoß verlängerte Saskia Bartusiak ins Tor. „Nach dem 0:2 sind wir nicht mehr zurückgekommen“, betonte Högner.

Bereits in der 12. Minute schoss SGS-Keeperin Lisa Weiß den Ball erneut entnervt in Richtung Mittellinie. Birgit Prinz kam ungehindert zum Distanzschuss. Während die Essenerinnen den Ball spätestens nach einer gelungen Aktion wieder verloren und nur selten in die Hälfte der Gäste vordringen konnten, erhöhte das Kahlert-Team mühelos weiter, wobei sogar noch die ein oder andere hochprozentige Chance ausgelassen wurde. Conny Pohlers setzte sich im Kopfballduell gegen Mester durch (29.) und Prinz traf per Hackentrick (31.).

Nach der Pause brachte Högner Jessica Bade für die Gelb-Rot-gefährdete Mester und Sarah Freutel für Nadine Kraus. Die Frankfurterinnen ließen sich aber nicht zurückfallen, wenngleich nun etwas mehr Gegenwehr kam. In der 53. Minute konnte Pohlers ungehindert durchlaufen (6:0) und half noch bei Prinz‘ Distanzschuss nach (57.). Den Schlusspunkt setzte schließlich die eingewechselte Jessica Landström mit dem 8:0 (79.).
Kahlert versuchte anschließend, seinen Trainerkollegen Högner aufzubauen: „So schlecht ist die SG Schönebeck eigentlich nicht.“

Autor: Desirée Kraczyk

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