MSV: Abwehr-Ass Drsek plant Doppel-Feier im Mai

18. Januar 2005, 13:12 Uhr

Mit nur 13 Gegentreffern in 17 Begegnungen stellt der MSV Duisburg zur Saison-Halbzeit die sicherste Abwehr im deutschen Profi-Fußball. Auch ein Verdienst von Pavel Drsek.

Mit nur 13 Gegentreffern in 17 Begegnungen stellt der MSV Duisburg zur Saison-Halbzeit die sicherste Abwehr im deutschen Profi-Fußball. Auch ein Verdienst von Pavel Drsek. Der Innen-Verteidiger lieferte eine starke Hinrunde ab, erzielte zwei Tore gegen Haching (3:1) sowie Trier (4:3) und erledigte seine Haupt-Aufgabe, nämlich Gefahren-Situationen im eigenen Strafraum zu löschen, mit Bravour.

Drsek heftet sich den Erfolg aber nicht ans eigene Revers: "Ich sehe das so: Defensiv-Arbeit fängt vorne an, die Offensive beginnt hinten. Wenn unsere Jungs schon vor dem gegnerischen Tor gut arbeiten, dann haben wir in der Abwehr weniger zu tun. Und außerdem steht bei uns noch Schorsch Koch zwischen den Pfosten. Er hat wirklich klasse gehalten."

Beim Stichwort "Aufstieg" leuchten die Augen des Tschechen. "Als ich zum MSV kam, sind wir aus der Bundesliga abgestiegen. Ich habe mir fest vorgenommen: Da willst Du noch Mal hin!" Alleine deswegen, weil die neuen, schmucken Arenen im Hinblick auf das WM-Spektakel 2006 wie Pilze aus dem Boden schießen. "Wir sind schon zwei Mal an der Allianz-Arena in München vorbeigefahren. Auf Schalke habe ich mir ein Uefa-Cup-Spiel gegen Athen live angesehen, das ist schon beeindruckend, einfach irre." Doch bis der MSV im Konzert der "Großen" mitmachen darf, muss noch das Alltags-Geschäft erledigt werden.

Drsek: "Wir müssen nachlegen. Es ist schwer zu schätzen, wie viele Punkte wir am Ende benötigen. Auf jeden Fall ist das Überschreiten der 60-Zähler-Marke Pflicht, wenn wir ganz vorne dabei bleiben wollen." Gleich darauf schiebt er nach: "Wir dürfen uns jetzt nicht so viel feiern lassen."
Das möchte er gerne um ein paar Monate verschieben. Ende Mai wird seine Mutter Eva runde 50 Jahre alt. "Vielleicht können wir dann gleich doppelt feiern: Aufstieg und Geburtstag", blickt der Verteidiger voraus.

Für den Defensiv-Mann wäre die Rückkehr in die Elite-Klasse "ein Karriere-Highlight". Der Leistungsträger erinnert sich: "Ich habe hier schon Zeiten erlebt, da sind wir vor 4.500 Zuschauern aufgelaufen. Wenn man jetzt sieht, wie voll die Arena gegen Köln, Aachen oder Essen, dann ist das schon klasse. Bei einem Aufstieg hätten wir garantiert einen Schnitt von 25.000 Fans. Wenn die Zuschauer uns weiter so unterstützen, dann schaffen wir es auch."

Der Vertrag des Duisburger Stammspielers läuft im Sommer aus, aber unruhig wird Pavel Drsek deswegen keineswegs: "Trainer Norbert Meier hat mir schon gesagt, dass der MSV mich halten möchte. Wenn man sechs Jahre hier ist, dann ist man zum größen Teil Duisburger. So lange habe ich noch nie bei einem Club gespielt, es gefällt mir hier." Deswegen überrascht die folgende Aussage nicht: "Ich würde gerne bleiben." Auch längerfristig? Pavel: "Es muss sportlich und finanziell passen. Grundsätzlich könnte ich mir vorstellen, auch einen Vertrag zu unterschreiben, der länger als zwei Jahre läuft."

Der Jung-Ehemann hat auch im privaten Bereich feste Ziele vor Augen. Seit einem Jahr ist Drsek mit Pavla verheiratet, Familien-Zuwachs wird nicht ausgeschlossen. "Sollte es irgendwann einen Sohn geben, dann soll er auch Pavel heißen." Diese Idee wiederum stößt bei Pavla auf wenig Gegenliebe. Drsek: "Sie will das nicht." Vor allem deswegen, weil sein Vater ebenfalls Pavel heißt. Die Vereinfachung beim Rufen kann als Argument nicht unbedingt herhalten. Der Abwehr-Recke: "Wenn meine Mutter früher Pavel gerufen hat, ist keiner von beiden gekommen."

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