Nicht nur Fortuna-Trainer Norbert Meier strahlte nach dem Sieg in Osnabrück: „Die Spieler kommen jetzt endlich mal wieder singend aus der Dusche.“

Düsseldorf: Langeneke

Gänsehaut beim Warmmachen

Christian Krumm
08. Oktober 2010, 09:47 Uhr

Nicht nur Fortuna-Trainer Norbert Meier strahlte nach dem Sieg in Osnabrück: „Die Spieler kommen jetzt endlich mal wieder singend aus der Dusche.“

Der große Sänger wird Abwehrchef Jens Langeneke wohl nicht mehr. Ihm wird es auch am vergangenen Wochenende schwer gefallen sein, in der Kabine loszuträllern, hat er doch während der 90 Minuten seine Stimme kaum geschont. Immer wieder peitschte er seine Mannschaft von hinten lautstark an.
„Eigentlich ist meine Erleichterung gar nicht in Worte zu fassen“, sagt Langeneke nach dem ersten Sieg in dieser Saison. „Wenn man am siebten Spieltag die ersten Punkte holt, ist es fast schon selbstredend, was da für ein riesengroßer Felsblock von einem fällt.“

Dennoch war beim Premieren-Erfolg in dieser Spielzeit noch nicht alles Gold, was glänzte. Denn gerade in der eigenen Deckung gerieten die Düsseldorfer immer wieder in Verlegenheit. „Ein Stück weit war die Verunsicherung normal, aber auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass wir in Osnabrück gespielt haben“, möchte der ehemalige Ahlener kein Haar in der Suppe suchen. „Die Osnabrücker – ich habe dort auch selber gespielt – waren schon immer sehr heimstark. Es ist ja keine Selbstverständlichkeit, mal eben so dort zu gewinnen und schon gar nicht, wenn man vorher keinen einzigen Zähler auf dem Konto hat.“ Sein Zusatz: „Kämpferisch waren wir mal wieder alle zu 100 Prozent bei der Sache. Dass man spielerisch das eine oder andere noch verbessern kann, ist doch völlig klar.“
„Das sind Grundvoraussetzungen für die nächsten Spiele"

Vielleicht hat genau dieses Kriterium den Ausschlag gegeben. Die Truppe von Coach Meier hat gekämpft bis zum Umfallen. „Das sind Grundvoraussetzungen für die nächsten Spiele, das muss immer da sein“, haut Langeneke auf den Tisch. „Wir haben auch sonst immer gekämpft, aber diesmal haben wir uns das Quäntchen Glück in der einen oder anderen Szene mal verdient.“

Der Vize-Kapitän, der nicht das erste Mal von den eigenen Anhängern schwärmt, hat auch die Bekundungen zum Trainer mitbekommen: „Ich hatte vor dem Spiel schon eine Gänsehaut. Man muss sich mal vorstellen, dass wir vor der Partie null Punkte hatten, kommen in Osnabrück raus zum Warmmachen und es sind wieder Tausende von unseren Fans da. Die schreien dann auch noch den Namen des Trainers. Mir lief es da kalt den Rücken runter. Das war ein überragendes Gefühl.“

Das man auch in den nächsten Wochen gerne hätte. Auch dann sind die Fortunen wieder auf die Unterstützung der Zuschauer angewiesen. „In schlechten Zeiten sieht man, wer hinter einem steht. In guten Zeiten mitfeiern, das können viele“, berichtet der Innenverteidiger. „Das ist wie im wahren Leben. In schwierigen Situationen muss man zusammen stehen und da erkennt man seine wahren Freunde.“ Die werden wohl auch am Freitag ins Paul-Janes-Stadion kommen, wenn die Fortuna gegen den Bundesligisten Bayer Leverkusen testet. Anstoß ist um 15.30 Uhr.

Autor: Christian Krumm

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