RWO: Die Spieler von RW Oberhausen in der Einzelkritik zur Hinrunde der Saison 2004/2005

cb
30. Dezember 2004, 19:50 Uhr

Nicht zum ersten Mal darf sich RWO-Keeper Oliver Adler über den besten Notenschnitt bei den "Kleeblättern" freuen. Nach 17 Partien hat Mike Rietpietsch die besten Bewertungen auf dem Feld verdient.

Nicht zum ersten Mal darf sich RWO-Keeper Oliver Adler über den besten Notenschnitt bei den "Kleeblättern" freuen. Nach 17 Partien hat Mike Rietpietsch die besten Bewertungen auf dem Feld verdient.
Hier die Noten im Überblick:

Oliver Adler (17 benotete Einsätze, Note 2,94): War erneut der beste Oberhausener in einer schwachen Hinrunde. Ohne die vielen Reflexe des Routiniers hätte es noch öfter eingeschlagen, vermutlich wären auch die 1:0-Siege nicht alle über die Zeit gerettet worden. Zeigte seine profihafte Einstellung, als er mit einer tiefen Fleischwunde auf die Zähne biss und auch angeschlagen tadellos hielt.

Anthony Tiéku (13 / 3,92): Mit einer sehr durchwachsenen ersten Saisonhälfte. Musste unter Jörn Andersen links in der Viererkette ran, eine Rolle, mit der sich der ehemalige Saarbrücker offensichtlich nie anfreunden konnte. Nach der Umstellung auf Libero-System besser und vor allem konzentrierter. Scheint langsam begriffen zu haben, dass ein Spiel 90 Minuten dauert.

André Izepon Astorga (14 / 3,64): Zum Start der Spielzeit erinnerte nichts an den Astorga des Vorjahres, der zur Überraschungs-Nummer der Elf empor stieg. Viele Unkonzentriertheiten und Zweikampfschwächen prägten das Bild. Kämpfte sich dann in die Saison und zeigte zuletzt viele hoffnungsvolle Auftritte. Legte unter Neu-Coach Eugen Hach endlich die Lethargie ab.

Thomas Cichon (14 / 3,42): Mit Mühe, in Oberhausen anzukommen. War leider nie ganz fit, am Anfang gerade von einer Verletzung genesen, erwischte es den ehemaligen Kölner im RWO-Trikot gleich mehrmals. Zwei Zehenbrüche, ein Muskelfaserriss und Leistenprobleme zählte Cichon. Zeigte dennoch, dass gerade seine verbale Stärke auf dem Platz den Kollegen wie Tiéku enorm hilft. Zeigte als Libero, wie wertvoll er in der Rückrunde werden kann.

Marius Baciu (11, 3,73): Konnte noch nicht zeigen, was alles in ihm steckt. Pendelte zwischen Mittelfeld-Rolle und Abwehr-Chef. Eine ganz ruhige Seele, in der noch viel mehr steckt, als bisher demonstriert. Überzeugte im Vorwärtsgang mit zwei Treffern, zudem im Mittelfeld als Abfang-Pendant zu David Montero. Muss aber noch mehr Präsenz auf dem Feld zeigen.

Gerd Wimmer (9 / 3,5): Kam sah und übernahm die rechte Seite. Nach sechs Monaten Spielpause überraschend, wie fit sich der Österreicher präsentierte. Kann auf jeden Fall als Verstärkung angesehen werden, von dem in den letzten 17 Spielen sicherlich noch einige Impulse ausgehen werden. Beschränkte sich in der Zeit der Verunsicherung erstmal nur auf die Defensive.

David Montero (17 / 3,44): Nach der letzten Spielzeit von den Fans zum Kicker der Saison gewählt. Fand in der laufenden Runde erst spät zu seiner Form. Nach dem Trainerwechsel mit ansteigender Formkurve, auch wieder mit dem Mut, etwas für die Offensive zu tun. Seine dominante Präsenz ist für die Rückrunde ein wichtiger Faktor, um aus dem Keller zu kommen.

Ralf Keidel (14 / 3,36): Einer der Vorzeigeprofis. Er marschiert bis zum Umfallen, dem ehemaligen Duisburger ist immer der nötige Siegeswille anzusehen. Musste am Ende der Spielzeit auf links aushelfen, wo er sich sichtlich nicht zuhause fühlt. Machte die besten Partien mit Wimmer zusammen auf dem rechten Flügel, hatte viel Pech mit zahlreichen Pfostenknallern.

Stijn Haeldermans (10 /3,3): Spielerisch liegen auf dem Begier die großen Rückrunden-Hoffnungen. Kann am Ball alles, behält auch in strittigen Szenen die Übersicht. Er ist in der Lage, den tödlichen Pass zu spielen. Aber: Die nötige Konstanz fehlt dem ehemaligen Lütticher noch, der erst am achten Spieltag in die erste Elf rutschte. Zudem geht vom Offensiv-Kicker noch keine Torgefahr aus.

Mike Rietpietsch (16 / 3,22): Bester Feldspieler der Oberhausener, auch ausgedrückt durch fünf Treffer. So viele gelangen dem ehemaligen Leverkusener im „Kleeblatt-Dress“ noch nie in den ersten 17 Partien. Ließ sich nach Gala-Auftritten wie in Köln aber noch zu oft von den uninspirierten Auftritten der Kollegen runter ziehen. Auf Rietpietsch liegen in Bezug auf das Offensiv-Spiel ganz viele Hoffnungen, die der Kicker, dem Eugen Hach Erstligaformat bescheinigt, erfüllen muss.

Alassane Ouedraogo (9 / 3,78): Mit einer sehr mäßigen Hinrunde. Wiederholte leider sein Ergebnis der Rückrunde des letzten Jahres. Erzielte als Offensiv-Akteur keinen Treffer, zeigte auch als Vorbereiter keine Qualitäten. Lediglich in den letzten Partien gegen Ahlen und Unterhaching präsentierte der ehemalige Kölner alte Tugenden, als er auf dem Flügel seine Gegenspieler dominierte. Hat für die Rückrunde noch eine Menge Luft nach oben.

Auf weniger als die Hälfte aller möglichen benoteten Einsätze kamen:

Gauthier Remacle (8 / 3,63): Nicht in der Form des Vorjahres. Wesentlich defensiver auf rechts eingestellt, als man das von ihm kannte, nach vorne fehlte einfach der Mut. Nach dem Muskelfaserriss, zugezogen in Aachen, ohne benoteten Einsatz. Holte sich die Praxis bei den Amateuren.

Adrian Aliaj (5 / 4,0): Einer der Pechvögel des Jahres. Startete sehr verhalten in die Spielzeit, auf links besonders in der Defensive mit Patzern. Musste dann mit einem Stressödem an der Wirbelsäule lange pausieren, kam erst in den letzten Begegnungen wieder in den Kader, dabei allerdings nur mit Kurzeinsätzen.

Bojko Velichkov (6 / 4,25): Ein genialer Fußballer, der nichts aus seinen Möglichkeiten macht. Man weiß, er kann am Ball sehr viel, leider sehr lethargisch, ohne den erkennbaren Willen, alles aus sich rauszuholen. Weder im Sturm noch auf der Spielmacher-Position mit entscheidenden Impulsen. Muss sich steigern, will er in der Rückserie nicht auf der Bank versauern.

Leandro Simioni (7 / 4,79): Sicherlich mit die größte Enttäuschung. Stand er auf dem Feld, ging keinerlei Gefahr vom Brasilianer aus. Wirkte ständig wie ein Fremdkörper, der auch nicht gewillt ist, die Forderungen des Trainers oder der Mannschaft zu akzeptieren. Gibt es ein Angebot, wird Simioni die Oberhausener wohl im Winter verlassen.

Chiquinho (8 / 4,69): Der zweite Samba-Mann, der noch keinen Fuß auf den Boden bekam. Der zweite Versuch in Oberhausen scheint ein großes Missverständnis zu sein. Der ehemalige Ahlener zeigt sich wenig inspiriert und kraftlos bei seinen wenigen Eisätzen. Bezeichnete RWO als seine Nummer eins, leider blieb die Bestätigung auf dem Platz bisher aus.

Tibor Tokody (5 / 4,2): Bleibt den Nachweis seiner Knipserqualitäten schuldig. Traf nur zum 2:6 in Frankfurt und zum 1:5 in München. Fiel immer wieder wegen kleiner Blessuren aus, konnte in den paar absolvierten Spielen nie die Eindrücke bestätigen, die er in den ersten Wochen an der Landwehr hinterließ.

Salif Keita (7 / 3,86): Mit sehr schleppendem Beginn, konnte der Stürmer in Köln zum ersten Mal richtig überzeugen. Zog sich dann einen Muskel-Bündelriss zu und fiel den Rest des Jahres aus.

Geoffrey Roman (3 / 3,17): Wurde durch die Angreifer-Not aus der Verbandsliga befördert. Ein Treffer gelang dem Namibier, der weitere Großchancen nicht nutzen konnte. Zeigte aber, er hat den Willen und die Veranlagung, um sich oben durchzubeißen.

Peter Bajzat (3 / 4,33): Ein weiterer Pechvogel, der seit dem sechsten Spieltag kaum noch zum Zuge kam. Zuletzt fiel der Stürmer mit einem Ermüdungsbruch aus, der ein Comeback wohl erst im März erlaubt. Bis zu seiner Blessur mit wenigen guten Ansätzen, unter anderem dem schönen Treffer in Frankfurt.

Ümit Ertural (1 / 2,5): Durfte gegen den KSC über 90 Minuten ran, verschwand danach wieder bei den Amateuren. Trainiert weiter oben mit, wird es aber schwer haben, sich in der Rückrunde durchzusetzen.

Matko Kalinic (1 / 3,5): Durfte etwa eine Stunde in Cottbus für den Verletzten Adler ran, kassierte dabei auch noch einen unglücklichen Treffer. Bleibt auch als klare Nummer zwei ruhig, pflegt ein gutes Verhältnis zum Stammkeeper.

Hugo Costa (2 / 3,5): Stand nur gegen den MSV und Cottbus auf dem Rasen. Ansonsten nur in Düsseldorf bei der Reha gesehen. Fällt seit Monaten mit einer Knieverletzung aus, mehrere Comebacks scheiterten. Soll zum Start der Vorbereitung wieder an Bord sein.

Keine benoteten Einsätze

Benjamin Reichert (1 / -), Moustapha Salifou (3 / -), Nassirou Ouro Akpo (- /-)

Autor: cb

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