RWE- Gelsdorf: "Kompaktes Ahlen schlagen"

03. Dezember 2004, 11:29 Uhr

Rotlicht eindimmen! Durch einen Dreier gegen LR Ahlen soll am Freitag ab 19 Uhr das unsägliche "Schlusslicht" von RWE an der Hafenstraße ausgeknipst werden.

Rotlicht eindimmen! Durch einen Dreier gegen LR Ahlen soll am Freitag ab 19 Uhr das unsägliche "Schlusslicht" von RWE an der Hafenstraße ausgeknipst werden.

"Warum sollen wir aus den letzten beiden Matches keine zwei Dreier holen, allerdings denken wir noch nicht an Unterhaching", bellt Essens Coach Jürgen Gelsdorf provozierend in die Runde. Nach Bayern geht es am Sonntag, 12.Dezember, vorab baut RWE weiter auf eine Kulisse von knapp 14.000 Zuschauern, bislang hat der Aufsteiger den fünftbesten Schnitt in Liga zwei, nur die Bundesliga-Absteiger Frankfurt, München, Köln sowie Alemannia Aachen lockten mehr. "Zu verlieren haben wir überhaupt nichts", lautet die Ansage des Fußball-Lehrers.

Naja, unten steht man sowieso: Nach zuletzt vier ungeschlagenen Spielen gegen Saarbrücken (2:0), Oberhausen (1:1) und Aachen (1:1) sowie zuhause gegen 1860 (0:0) verlor RWE in Fürth (2:3) unter unsäglichen Umständen. Grund genug, Gelsdorf - der insbesondere für Wintertransferaktivität kräftig Druck macht ("es muss was passieren, es muss Leben in die Bude") - erneut zum Gespräch zu bitten.

Jürgen Gelsdorf, hat die Fürther Niederlage, die an Köln und Frankfurt erinnernden Umstände könnten auf die Psyche schlagen, verarbeitet?
Bitter, dass sich eine prima Leistung meiner Jungs nicht positiv auf die Tabelle ausgewirkt hat, die Darbietung in dieser Extremsituation ist besser als unser Ranglistenimage. Aber Fleißkärtchen werden nun einmal nicht verteilt, auch wenn unser allerletztes Aufgebot gegen Greuther fast Erfolg hatte. Fest steht, mein Team hat die Farben von RWE gut vertreten, das war aller Ehren wert.

Die rote Laterne beleuchtet die Hafenstraße - was macht Mut?
Klar ist doch, alles liegt in Liga zwei eng beieinander, durch einen Heimsieg über Ahlen könnten wir schon alles freundlicher gestalten. Das Team weiß, die Kräfte müssen gebündelt werden. LR muss geschlagen werden, egal wie.

LR ist mächtig unangenehm, vor allen Dingen die enorme Durchschnittslänge der Akteure beeindruckt.
Das wird alles andere als leicht. LR steht hinten wahnsinnig kompakt. Mit dem unteren Tabellendrittel hatte der Club bislang eigentlich nichts zu tun. Jeder darf sich darauf einstellen, ein Dutzend Chancen werden wir nicht bekommen. Wir werden einfach Gas geben.

Ein Sebastian Schoof traf in Fürth.
Endlich wurde er für seine enorme Arbeit belohnt. Er hat doch bewiesen, wir können auch zurückschlagen.

Drei Gegentore, ein defensiver Rückschritt, den Sie sich nicht vorwerfen lassen müssen - oder?
Richtig, diese Treffer fielen passend zur Situation, es waren doch fast zwei Eigentore. Ansonsten standen die Jungs hinten gut, viel hatte René Renno...

...der vor dem 0:1 seinen ersten folgenschweren Fehler machte...
im Kasten nichts zu tun. Hinten werde ich nichts ändern, sollte Nascimento seine Knie-Probleme in den Griff bekommen. Er hat in ungewohnter Rolle gut agiert.

Apropos ungewohnt: Sven Lintjens beißt sich durch!
Absolut, das machte er bislang auf der rechten Seite sehr ordentlich, er ist fast eine Allzweckwaffe. Sein Vorteil ist, er ist ein kompletter Fußballer. Mir ist klar, dass er vor einigen Wochen richtig Frust hatte, als er außen vor war. Aber für ihn gilt das, was vorher auch für Marco Kück galt, er hat sich weiter gezeigt. Davon profitiert er jetzt, er sagt nicht nach 70 Minuten: Trainer, ich kann nicht mehr. So ist Fußball, für mich hat es weder während meiner aktiven, noch während meiner bisherigen Trainerzeit eine Wunschelf gegeben, eine Mannschaft lebt immer und entwickelt sich.

Es könnte gegen LR eine Premiere anstehen - korrekt?
In der Tat, sollten Bjarne Goldbaek und Ramazan Yildirim für Freitag grünes Licht geben, kann ich zum ersten Mal in dieser Saison mit der identischen Elf auflaufen, auch die wird wieder gut sein.

Es geht nur mit der Power-Einstellungen, die zuletzt bewiesen wurde.
Augen zu und durch, das ist uns klar, wir werden einfach Vollgas geben, Feierabend, das steht fest. Unsere Zuschauer erwarten das einfach von uns, auch die Fans, die uns nach Fürth begleiteten, haben den Kampf honoriert. Sie erkennen an, dass wir trotz aller Probleme nicht lamentieren.

Voraussichtliche Aufstellungen:

RWE: Renno - Haastrup, Kück, Haastrup - Nascimento, Wedau, Yildirim, Lintjens - Goldbaek - Schoof, Teixeira
LR: Meier - Tredup, Gledson, Frascarelli, Fengler - Langeneke, Sopic, Mikolajcak - Jugovic - N'diaye, Bamba
Schiedsrichter: Norbert Grudzinski (Hamburg)

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