Sie waren aus Ahlen gekommen, um in Rhynern neu durch zu starten. Doch Tobias und Markus Maiers Leidensgeschichte scheint sich bei der Westfalia fortzusetzen.

Rhynern: Doppeltes Pech

Zwei Maiers, ein gemeinsames Schicksal

02. Oktober 2010, 10:37 Uhr

Sie waren aus Ahlen gekommen, um in Rhynern neu durch zu starten. Doch Tobias und Markus Maiers Leidensgeschichte scheint sich bei der Westfalia fortzusetzen.

Beide waren bereits mit schweren Verletzungen in Rhynern angetreten. Tobias hatte sich im Mai ausgerechnet im Duell mit seinem vorherigen Klub Rot-Weiss gegen die Westfalia einen Achillessehnenriss zugezogen.

Noch schlimmer traf es Markus, der nach einem im Januar erlittenen Kreuzbandriss im rechten Knie schon wieder auf dem Weg zurück zu alter Stärke war und längst sein Debüt für die Elf von Michael Lusch feiern durfte. „Es war vor zwei Wochen beim Training, als ich im Rasen hängen geblieben bin. Ich wusste sofort, was los war“, berichtet der 20-Jährige.

Nur ein knappes halbes Jahr hatte er zuvor gebraucht, um wieder auf dem Platz zu stehen. „Vielleicht war ich zu ungeduldig und habe mir nicht die nötige Zeit zur vollständigen Rehabilitation genommen. Jetzt werde ich auf jeden Fall vorsichtiger sein“, kündigt Markus an.

Erst in vier Wochen wird er auf dem OP-Tisch liegen. Vorher müssen die Ärzte feststellen, ob die Bohrkanäle von dem ersten Eingriff noch zu verwenden sind oder ihm möglicherweise sogar Knochengewebe aus der Hüfte entnommen und im Knie wieder eingesetzt werden muss. „Die erneute Verletzung ist ein extrem schwerer Rückschlag für mich, denn ich habe mich schon wieder sehr gut gefühlt. Jetzt wird der ganze Prozess von vorne anfangen, Operation, Krankengymnastik und Reha“, weiß der Mittelfeldspieler.

Der Doc seines Vertrauens ist Dr. Kai Ruße vom St-Josef-Hospital in Wuppertal. Sollte alles gut gehen, könnte Maier zum Ende der Saison wieder bei der Westfalia mitmischen. „Ich werde mir erst einmal gar kein Ziel setzen, sondern hoffe, dass keine Komplikationen auftreten werden und ich weiter Fußball spielen kann. Das ist für mich nämlich neben der Schule das wichtigste“, gibt er zu.

Da hat es Bruder Tobias schon etwas besser, er sieht ein kleines Licht am Ende des Tunnels. „Mein Arzt hat gesagt, dass ich bis zu sechs Monaten ausfallen würde. Vier sind jetzt rum“, frohlockt der Defensivspezialist.

In einem Fitness-Studio in der Maierschen Geburtsstadt Menden quält er sich täglich für sein Comeback. Nebenbei bauen er und Markus ihr Fachabi. „Ich mache jeden Tag Fortschritte und kann den zeitpunkt, wann ich wieder richtig trainieren kann, schon nicht mehr erwarten“, gibt Tobias zu, dass ihn die Einheiten auf dem Stepper nicht ganz ausfüllen.

Wie ihre Rhyneraner Mannschaftskollegen Marco Dej und Dominik Lipki stammen die Maiers aus der Jugend von Borussia Dortmund. Tobias durchlief sämtliche Nachwuchsteams des BVB, ehe ihn eine Patellasehnen-Operation um einen Vertrag zumindest in der Reserve der Schwarz-Gelben brachte. So folgte er mit 18 Jahren seinem Bruder nach Ahlen, wo Markus seit der C-Jugend kickte.

Rhynern und die NRW-Liga sollte der nächste Schritt in der Fußball-Karriere sein. Nun müssen die Maiers wieder von vorn anfangen- zwei Brüder teilen ein Schicksal.

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