RWO-Coach Hans-Günter Bruns wollte die Festung Stadion Niederrhein und er hat sie bekommen. Im dritten Heimspiel gab es für die Kleeblätter vor 6594 Zuschauern den dritten Dreier.

RWO: Die Festung steht

1:0! Alle freuen sich für Ronny König

Christian Brausch
26. September 2010, 15:40 Uhr

RWO-Coach Hans-Günter Bruns wollte die Festung Stadion Niederrhein und er hat sie bekommen. Im dritten Heimspiel gab es für die Kleeblätter vor 6594 Zuschauern den dritten Dreier.

Nach dem FSV Frankfurt und dem VfL Bochum fuhr auch der VfL Osnabrück nur mit jeder Menge Frust im Gepäck nach Hause. Und dabei musste RWO mit Moses Lamidi, Thomas Schlieter, Daniel Embers, Tim Kruse, Mike Tullberg und Emmanuel Krontiris auf zahlreiche etablierte Kräfte verzichten.

Held des Tages war ausgerechnet Ronny König. Der Angreifer, der zuletzt in der Sturmhierarchie etwas nach hinten durchgereicht wurde. Aber in der 75. Minute hat er seinen Torriecher nach einem tollen Freistoß von Markus Kaya unter Beweis stellen können. Und nach dem Sieg gab es eigentlich keinen Mitspieler, der sich nicht für den ehemaligen Wehener freute. Bruns: „Es freut mich besonders für Ronny, da er hier schon einiges mitmachen musste. Aber er hat immer weiter gemacht und an sich gearbeitet.“

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Was auch Kaya so sah, der zum zweiten Mal per direktem Freistoß eine Führung einleiten konnte. „Der war schwieriger zu halten als der vor einer Woche gegen Bochum. Und Ronny hat die Situation gut gerochen. Man merkt, wie er zu seiner alten Stärke zurückfindet. Ich freue mich sehr für ihn. Er hat sich klaglos auf die Bankgesetzt, nicht rumgemotzt und sich für die Mannschaft gefreut. Das war der Lohn für die Zeit auf der Bank.“

Zugleich war es eine der wenigen Chancen der Partie. Denn die beiden Teams boten sich einen echten Fight, bei dem das Spielerische auf der Strecke blieb. Bruns: „Es war klar, dass es gegen den VfL eine richtig umkämpfte Partie gibt. Wer was anderes erwartet hat, kann die beiden Teams nicht wirklich gut kennen. Ich war mit unserer ersten Hälfte zufrieden, auch wenn wir keine großen Chancen hatten. In der Pause habe ich gesagt, es geht weiter nur über Zweikämpfe, Zweikämpfe, Zweikämpfe. Wenn wir die weiter so annehmen, kriegen wir unsere Chancen.“

In Form von König, der RWO somit auf den dritten Rang katapultierte, punkt- und torgleich mit Greuther Fürth. Und auch der Schütze des Tages strahlte nach dem Abpfiff. „Man muss auch das Glück haben, dass der Ball einem vor den Kopf fällt. Ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Und mir gibt der Treffer sicher Selbstvertrauen.“

Auch Kapitän Reichert ein Gewinner

Doch König war sicher nicht der einzige Gewinner der Partie. Denn in der Defensive sieht man, wie Benny Reichert sich immer mehr seiner Topform nähert. Gegen den VfL sah das fast schon so souverän aus wie vor den ganzen langwierigen Verletzungen. Und auch der Spielführer bestätigt: „Ich merke, wie ich immer besser in die Zweikämpfe komme. Es passt einfach bei uns und daher ist es schön, dass es auch bei mir aufwärts geht.“

Und dieser Trend soll nun am kommenden Freitag gegen den MSV fortgesetzt werden. Angst, dass es wie im letzten Jahr einen Absturz nach dem klasse Start geben könnte, wischt König vor dem Hit beim MSV einfach weg. „Wir machen diesen Fehler sicher nicht zwei Mal.“

"Wollen vor dem MSV bleiben"

Vielmehr fährt man mit breiter Brust und echter Vorfreude nach Duisburg. Marinko Miletic betont: „Wir sind jetzt vor dem MSV und das wollen wir auch nach dem 90 Minuten am Freitag sein.“ Und Reichert ergänzt: „Natürlich sind wir nicht der Favorit, aber auf Augenhöhe sehe ich uns derzeit schon, auch wenn Duisburg eine sehr gute Mannschaft hat. Es wird auf jeden Fall eine tolle Sache am Freitag unter Flutlicht das Derby zu spielen.“

Während man in Oberhausen den fast perfekten Start genießt und sich nun in aller Ruhe auf Duisburg vorbereiten kann, haderte Osnabrücks Trainer Karsten Baumann mit dem ausschlaggebenden Patzer. „Es gab wenig Chancen auf beiden Seiten, am Ende haben wir den einen entscheidenden Fehler gemacht, als wir nach dem Freistoß zu spät reagiert haben. So zu verlieren ist bitter, da ich denke, dass die Begegnung keinen Sieger verdient gehabt hat.“

Was Bruns allerdings etwas anders sah als sein Gegenüber. „Ich denke, dass wir das eine Tor besser waren. Vielleicht auch glücklicher. Aber das ist jetzt sowieso egal. Wir haben den Dreier im Sack und nur das zählt.“

Autor: Christian Brausch

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