Underdog-Tendenz. Genau mit der darf sich RWO schmücken, wenn es am Sonntag (15 Uhr) in die Rhein-Energie-Arena des 1.FC Köln geht. Ein Blickpunkt-Duell: Die Freunde Marius Ebbers und Thomas Cichon treffen direkt aufeinander.

RWO in Köln:Cichon und Ebbers exklusiv

cb
15. Oktober 2004, 14:13 Uhr

Underdog-Tendenz. Genau mit der darf sich RWO schmücken, wenn es am Sonntag (15 Uhr) in die Rhein-Energie-Arena des 1.FC Köln geht. Ein Blickpunkt-Duell: Die Freunde Marius Ebbers und Thomas Cichon treffen direkt aufeinander.

Underdog-Tendenz. Genau mit der darf sich RWO schmücken, wenn es am Sonntag (15 Uhr) in die Rhein-Energie-Arena des 1.FC Köln geht. Ein Blickpunkt-Duell: Die Freunde Marius Ebbers und Thomas Cichon treffen direkt aufeinander. Am Mittwoch besuchten beide RS, um über die Partie zu diskutieren.

Thomas Cichon, für Sie steht am Sonntag ein besonderes Match auf dem Programm. Gegen den Ex-Club und einen guten Freund.

Cichon: Wenn man neun Jahre in einem Verein verbracht hat, ist klar, es bleibt was hängen. Daher ist sicher: Es wird für mich ein sehr emotionales Match.

Ebbers: Für uns ist das Duell gegen Oberhausen nicht so Prestige-trächtig. Trotzdem ein wichtiges Spiel.

Wie beschreiben Sie aktuell die Situationen in Ihren Clubs?

Ebbers: Druck ,immer Druck. Wir hatten schon nach dem siebten Spieltag eine sechsstündige Krisensitzung. Daran erkennt man bereits, was in Köln los ist. Wir sind immerhin auf dem dritten Platz, aber wir konnten spielerisch noch nicht überzeugen. Damit wollen wir gegen RWO anfangen.

Cichon: Wir sind fast in derselben Lage, für uns ist die Begegnung sehr wichtig, auch wenn wir der klare Außenseiter sind. Normal haben wir kaum Chancen, aber Griechenland ist auch Europameister geworden.

Die Kulisse wird präsent sein, über 30000 Zuschauer das Stadion füllen.

Cichon: Mit dieser Begeisterung sind die Anhänger für lockere acht - neun Zähler gut.

Ebbers: Durch den Umbruch sind die Fans nicht so schnell unruhig. Wir haben eine sehr junge Truppe, die Zuschauer haben es angenommen, etwas Geduld zu haben. Trotzdem sind sie immer noch sehr emotional, nach der ersten Halbzeit gegen Dresden gab es ein Pfeif-Konzert, wie ich es lange nicht mehr gehört habe. Als wir die Partie umgebogen haben, war dafür der Jubel wieder grenzenlos.

Am Anfang der Saison war nicht klar, dass es einen Ebbers-Stammplatz in Köln gibt, korrekt?

Ebbers: Ich wusste, ich werde spielen. Nach meiner Verletzung musste ich mich über die Amateure anbieten und wenn die Chance oben kommt, zupacken. Das habe ich gegen Aachen gemacht, später habe ich auch gegen Rostock im Pokal und gegen Dresden meine Leistung gebracht. Gegen Saarbrücken waren wir alle sehr schlecht.

Gab es trotzdem vor der Spielzeit Gespräche mit Cichon, was wäre, wenn es beim FC nicht hinhaut?

Cichon: Nur ganz locker. Man spricht oft über vieles. Es war klar, Marius bleibt in Köln, wenn er dort die Möglichkeit hat zu spielen. Er hätte auch bei uns in das System gepasst. Er kann Bälle halten, ist vor dem Tor eiskalt.

Und das Interesse von Oberhausen ist bekannt. Es gab allerdings eine Absage vom FC-Manager Andreas Rettig.

Ebbers: Wenn es aber in Köln schief gegangen wäre, hätte ich mir alles angehört. Natürlich auch von Oberhausen.

Haben Sie sich gewundert, dass Cichon nach neun Jahren in Köln nicht verlängert hat?

Ebbers: Ich wollte vor dem Wechsel immer was aus ihm rauskitzeln, aber er hat abgeblockt. Überraschend kam es dann nicht, weil man gemerkt hat, Thomas fehlt etwas die Rückendeckung, die er in den Jahren vorher hatte. Daher hat er es richtig gemacht, etwas anderes zu versuchen.

Sind Sie zufrieden in Oberhausen?

Cichon: Jein. Das meiste ist in Ordnung, die Mannschaft ist sehr gut. Aber über die sportliche Situation kann ich nicht begeistert sein.

Was erwarten Sie am Sonntag? Ex-FC-Keeper Markus Pröll wurde bei seiner Rückkehr nach Köln mit Frankfurt gefeiert. Erhoffen Sie sich das auch?

Cichon: Ich denke nicht, ausgepfiffen zu werden. Ich hoffe auf einen netten Empfang. Aber für die 90 Minuten muss ich das alles ausschalten.

Wer kümmert sich um Ebbers?

Cichon: Wir spielen im Raum, da werden wir uns des öfteren über den Weg laufen.

Was macht Ebbers aus?

Cichon: Er ist enorm kopfballstark, im Strafraum darf man ihn keine Sekunde aus den Augen lassen.

Wie sehen Sie das Duell mit Cichon?

Ebbers: Thomas erkennt viele Situationen...

Cichon: ... Du musst Schienbeinschoner anziehen.

Ebbers: Neben seiner guten Antizipation kann er natürlich auch schon mal in die Hacken treten. Generell hat Thomas nicht umsonst so viele Spiele in der ersten und zweiten Liga auf dem Buckel.

Sie wohnen beide noch in Essen, stand ein Umzug in die Domstadt nie im Raum?

Cichon: Ich habe meinen ganzen Freundeskreis und die Familie in Essen. Wenn ich nochmals längerfristig in Köln unterschrieben hätte, hätte ich das vielleicht überdacht.

Ebbers: Ich habe ein halbes Jahr in Köln-Hürth gewohnt. Aber wie Thomas habe ich alle Wurzeln in Essen, hier habe ich 26 Jahre gelebt. Ich bin ein Ruhrpott-Junge, den es immer wieder nach Essen gezogen hat.

Sie treffen sich regelmäßig?

Wir gehen oft zusammen mit unseren Hunden spazieren, reden dabei über alles, auch über Fußball.

Wie gut kennen Sie eigentlich Oberhausen?

Cichon: Ich denke, Köln richtet sich nicht nach uns, wir müssen uns eher nach dem FC richten. Man muss nur die Kader und die Etats vergleichen.

Ebbers: RWO kann gut kontern. Zum Beispiel mit Alassane Ouedraogo. Auch ein Mike Rietpietsch weiß, wo das Tor steht. Wir müssen höllisch aufpassen, nicht in dumme Konter zu laufen.

Beim Mittwochs-Training waren 23 "Kleeblätter" anwesend. Rekordverdächtig?

Cichon: Es ist immer gut, wenn mehr Leute zur Verfügung stehen. So wird die Leistungs-Stärke gefördert. Man muss auch dort an die Grenze gehen, sich beweisen.

Wann führt der Weg dann unten raus?

Cichon: Ich habe immer gesagt, wir müssen erstmal 40 Zähler haben. Wann wir die haben, ist mir egal.

Im FC-Forum wird nur über die Höhe des Kölner Sieges diskutiert. Wie gehen Sie damit um?

Ebbers: Wir dürfen so nicht denken. Die haben zuletzt gewonnen, sind auch wieder im Aufwind. Es gibt in der Liga keine Teams, die man einfach so wegfegt. Auf der anderen Seite versuchen wir natürlich alles, ein gutes Match abzuliefern, um die Fans nicht zu enttäuschen, wobei mir ein 1:0 oder ein 2:0 reicht.

Autor: cb

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