Traurig, aber wahr. Der RS-Kommentar vom 29. April 2004 zur Oberhausener Situation ist wieder aktuell geworden. Tenor damals: Bei RWO sind zu viele Kicker, die als Erster von Bord gehen.

RWO-Fangespür: Team-Zorn statt Andersen-Raus-Rufe

cb
24. September 2004, 14:29 Uhr

Traurig, aber wahr. Der RS-Kommentar vom 29. April 2004 zur Oberhausener Situation ist wieder aktuell geworden. Tenor damals: Bei RWO sind zu viele Kicker, die als Erster von Bord gehen.

Traurig, aber wahr. Der RS-Kommentar vom 29. April 2004 zur Oberhausener Situation ist wieder aktuell geworden. Tenor damals: Bei RWO sind zu viele Kicker, die als Erster von Bord gehen. Nach dem Match gegen den MSV Duisburg wurde vom "Kleeblatt-Ensemble" eine Reaktion erwartet, um den Fehlstart zu verhindern. Ein leichter Aufwärtstrend war in Cottbus zu erkennen, der allerdings gegen Burghausen wieder mit dem Hintern umgekippt wurde. Die Frage lautet: Warum?
Die Kritik richtet sich nun gegen Trainer Jörn Andersen, den viele schon beurlaubt sahen, der nach der märchenhaften Hinrunde 2003 in den letzten 19 Partien nur vier Siege feiern durfte. Was kann dem Norweger angekreidet werden? Mit Sicherheit nicht sein fehlendes Engagement. Wenn jeder Akteur den Einsatz des ehemaligen Angreifers zeigen würde, wären sicherlich mehr Zähler auf das RWO-Konto gewandert. Neben Taktik-Wechseln, zweifelhaften Auswechselungen, die jeder für sich bewerten soll, oder zu selten trainierten Standards liegt der wohl größte Fehler des Trainers im Vertrauen in einige Spieler, die sichtlich nicht in der Lage sind, die Vorstellungen von Andersen zu erfüllen.
Die Fans haben sehr oft ein feines Gespür für die Vorgänge in einem Verein, sie haben zumeist Vergleichsmöglichkeiten, da sie bereits seit Jahren zu einem Club pilgern. Und die Anhängerschaft hält sich mit Andersen-Raus-Rufen sehr bedeckt. Vielmehr wird die Mannschaft, die sich teils mehr als lustlos präsentiert, ins Zorn-Visier genommen. Erneut ist festzustellen, es scheint den Kickern nicht gerade nahe zu gehen, wenn eine oder mehrere Partien verloren gehen. Und trotzdem dürfen sich diese Herren als Profis bezeichnen. Auch nach dem Burghausen-Match, als drei Arten von Spielern zu betrachten waren. Die, die immer versuchen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, auch wenn es spielerisch nicht funktioniert. Zufällig sind es wieder ein Mike Rietpietsch, ein Oliver Adler oder ein David Montero. Zu dieser Gruppe gesellen sich die Jungs, die bemüht sind, aber ein gewisses Leistungs-Level einfach nicht überschreiten können. Wäre halb so wild, wenn die letzte Fraktion nicht immer negativ ausscheren würde. Und zwar die, denen das Wort Schmerzgrenze nur aus dem Duden bekannt ist. Und bevor der Trainer über die Wupper geht, sollte der Club über die Variante nachdenken, ein Zeichen zu setzen, indem die Lustlos-Fraktion knallhart aussortiert wird. Eine Stärkung des Trainers würde den Spielern die Alibis nehmen. Denn zwei Dinge sind klar: RWO-Präsident Hermann Schulz lobte Andersen bei der Saison-Eröffnung vor wenigen Wochen als den genau richtigen Mann für Oberhausen. Zweitens: Es gibt Spieler, auch mit interner Macht, die hinter Andersen stehen, weil sie eine ähnliche Auffassung haben wie der Ex-Profi, die alles für den Erfolg tun. Auch hier richtet sich der Zorn gegen Kollegen, die keinerlei Kritik einstecken können, auf dem Feld permanent abtauchen. Daher wäre es schade, wenn der arbeitswillige Andersen über die dritte Gruppe stolpert und den gängigen Mechanismen dieses Geschäfts ausgeliefert wird.

Autor: cb

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