Das zarte Pflänzchen Euphorie, das nach den ersten drei Meisterschaftsspielen an der Wattenscheider Lohrheide keimte, droht schon wieder einzugehen.

Hombruch – SGW 1:1

Finanzielle Situation spitzt sich zu

Christian Pozo y Tamayo
18. September 2010, 09:19 Uhr

Das zarte Pflänzchen Euphorie, das nach den ersten drei Meisterschaftsspielen an der Wattenscheider Lohrheide keimte, droht schon wieder einzugehen.

Beim kämpferisch starken Hombrucher SV, der auch im vierten Heimspiel der laufenden Saison ohne Sieg bleibt, wurden die Punkte am Ende geteilt. "Das geht auch in Ordnung", meinte Wattenscheids André Pawlak im Anschluss, sein Gegenüber Samir Habibovic sah das anders.

Denn der HSV erwischte den besseren Start in die Partie und hatte das Geschehen auf dem Kunstrasen an der Deutsch-Luxemburger Straße zu Beginn im Griff. „Lukas Fronczyk hat uns da gut in der Partie gehalten“, lobte Pawlak seinen Schlussmann, der die Kopfbälle von Redouan El Hossaini (13.) und Dennis Szugfil (23.) noch über die Latte lenken konnte. Als der Ex-09er Kenan Doric jedoch per Freistoß für den völlig unbedrängten Sefa Secgel auflegte (29.), war Fronczyk machtlos.

Unmut über die Schiedsrichterleistung

In den Reihen der 09er wuchs schnell Unmut über die Leistung der Schiedsrichterin Kathrin Heimann heran, nicht zuletzt wegen des zweifelhaften Freistoßes, der zum Rückstand führte. „Ich möchte ihre Leistung nicht kommentieren. Sie hat einen schweren Job“, erklärte Pawlak, „aber sie hat nicht die glücklichste Figur gemacht.“

[infobox-right]Hombrucher SV 09/72: Braun – E. Konya, Secgel, Engel, Szugfil – A. Konya, Matlik – El Hossaini (78. Fudala), Doric (86. Kara), Ribeiro – Aruna (68. Lmcademali).
SG Wattenscheid 09: Fronczyk – Rudnik (82. Köksal), Adade (68. A. Issa), Keller, Kljajic – Kemler, I. Issa – Erdmann, Sarisoy, Mouelle (78. Güleryüz) – Demirbay.
Tore: 1:0 Secgel (29.), 1:1 Erdmann (37.).
Schiedsrichterin: Kathrin Heimann (Gladbeck).
Zuschauer:250. [/infobox]Wattenscheids Timo Erdmann, auffälligster Akteur in Reihen der 09er, glich noch vor dem Halbzeitpfiff sehenswert aus (37.). Weil Burak Demirbay erst per Kopf, dann noch per Fuß an HSV-Keeper Andreas Braun scheiterte, blieb es auch bis zum Seitenwechsel beim 1:1 - die besseren Torchancen hatten jedoch die Dortmunder. „Unsere Taktik ist aufgegangen. Wir haben Issa Issa weitestgehend aus dem Spiel genommen und kaum Freistöße zugelassen“, nickte Habibovic, der vor allem mit dem ersten Durchgang hochzufrieden war: „Mit der Leistung brauchen wir uns nicht verstecken.“

Ferhat Kara schwer verletzt

In der von Hektik und Diskussionen mit der Schiedsrichterin geprägten Schlussphase der Partie fehlte den Hombruchern schließlich die nötige Abgeklärtheit, das Spiel zu entscheiden , so zum Beispiel beim Alleingang von Doric (83.), bei der Möglichkeit für Secgel (84.) und bei der Flanke von El Hossaini, die auf der Querlatte landete (85.). „Am Ende haben wir vielleicht sogar zwei Punkte liegen lassen“, konstatierte Habibovic, der nicht nur mit seinem „letzten Aufgebot“ in die Partie ging, sondern wohl auch lange Zeit auf die Dienste von Ferhat Kara verzichten muss. Der erlitt wenige Minuten vor Schluss beim Duell mit Ali Issa wahrscheinlich einen Jochbein- und Nasenbeinbruch und wurde noch vor dem Abpfiff liegend und mit Blaulicht abtransportiert.

Finanzielle Situation spitzt sich zu

Während der Blick von Habibovic direkt nach dem Abpfiff schon in Richtung Wanne-Eickel ging, steht den 09ern schon am Montag die nächste, schwere Aufgabe ins Haus. Die ist alles andere als sportlich, die Erfolgsaussichten sind trotzdem mau. Vor dem Bochumer Arbeitsgericht prozessiert Farat Toku gegen die Sportgemeinschaft, da ein beachtlicher Teil seines Gehalts aus der vergangenen Saison noch nicht geflossen ist. Mindestens vier weitere Akteure beschreiten aktuell den Rechtsweg gegen ihren alten Arbeitgeber. Dass sich auch die finanzielle Situation an der Lohrheide in den letzten Monaten dramatisch zugespitzt hat, ist ein offenes Geheimnis.

Autor: Christian Pozo y Tamayo

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