Prickel-Stimmung am Niederrhein. Am Sonntag ist es wieder soweit, RWO bittet den MSV Duisburg zum Derby-Tanz im Niederrhein-Stadion. Wenn um 15 Uhr der Anpfiff ertönt, wird vor allem Ralf Keidel heiß sein, seinen Ex-Kollegen den Dreier zu vermiesen.

RWO: Keidel im Derby im Direkt-Duell mit Kollege Bugera

cb
28. August 2004, 11:10 Uhr

Prickel-Stimmung am Niederrhein. Am Sonntag ist es wieder soweit, RWO bittet den MSV Duisburg zum Derby-Tanz im Niederrhein-Stadion. Wenn um 15 Uhr der Anpfiff ertönt, wird vor allem Ralf Keidel heiß sein, seinen Ex-Kollegen den Dreier zu vermiesen.

Prickel-Stimmung am Niederrhein. Am Sonntag ist es wieder soweit, RWO bittet den MSV Duisburg zum Derby-Tanz im Niederrhein-Stadion. Wenn um 15 Uhr der Anpfiff ertönt, wird vor allem Ralf Keidel heiß sein, seinen Ex-Kollegen den Dreier zu vermiesen. Bis vor wenigen Monaten lief der Mittelfeld-Akteur noch für die Zebras auf, aktuell trägt er das "Kleeblatt" auf der Brust. Grund genug, Keidel zum Gespräch zu bitten:
Ralf Keidel, noch drei Tage, dann geht es gegen die alten Bekannten.

Zuerst freue ich mich, die Jungs wieder zu sehen. Dann schaun wir Mal, was dabei rumkommt. Natürlich hoffe ich, die drei Punkte in Oberhausen halten zu können.

Ist das Kribbeln größer als bei anderen Partien?

Sicherlich ist das Match etwas besonderes. Ich habe immerhin fünf Jahre für den MSV gespielt.

Mit wem haben Sie noch regelmäßigen Kontakt?

Mit Dirk Langerbein, Andreas Voss, Rouven Schröder, Benjamin Kruse und natürlich mit meinem bestem Kumpel Alexander Bugera, mit dem ich fast täglich telefoniere. Daher lasse ich mich auch ab und zu am MSV-Gelände sehen.

Mit Bugera, der über links kommt, wird es dann am Sonntag zum direkten Aufeinandertreffen kommen, korrekt?

Das wird sich nicht vermeiden lassen. Wir haben bereits darüber geschmunzelt. Aber am Sonntag wird es wieder ernst zur Sache gehen, in den 90 Minuten wird die Freundschaft ausgeschaltet werden müssen. Da gilt die Konzentration nur dem Spiel.

Wie betrachten Sie die Begegnung, nachdem Sie nicht im großen Ärger aus Duisburg geschieden sind, es nur mit Präsident Walter Hellmich nicht ganz funktioniert hat?

Ich bin erstmal sehr zufrieden in Oberhausen. Und mit Duisburg habe ich wirklich gar keine Probleme. In der letzten Woche war ich auch beim Amateur-Kick des MSV gegen Düren. Dort habe ich Herrn Hellmich getroffen, wir haben uns ganz normal die Hand gegeben. Ich bin keiner, der nachkartet.

Was ist im Derby möglich?

Ich sehe gute Chancen für uns. Wenn wir konzentriert zur Sache gehen, ist der Dreier drin. Wir können frei aufspielen, haben bei dem, was die geholt haben, die Rolle des Underdogs. Die Hütte wird voll sein, darauf freue ich mich. Ich habe letzte Saison mit dem MSV die drei Zähler in Oberhausen geholt, da habe ich in der Kabine gemerkt, was dann los ist. Jetzt müssen die Punkte bei uns bleiben, ich hoffe, jeder bereitet sich dementsprechend vor und haut sich rein.

Die MSV-Elf hat sich in den letzten Monaten nicht großartig verändert. Können Sie Ihrem Coach wertvolle Tipps geben?

Ich denke, er weiß, was dort los ist. Er ist oft genug beim MSV gewesen und kann daher jeden Spieler einschätzen. Natürlich haben wir uns über die eine oder andere Situation unterhalten, aber viel zu diskutieren gab es nicht.

Wo ist der MSV zu packen?

Die Schwächen sehe ich in der Innenverteidigung, wenn wir Konter fahren. In der Rückwärtsbewegung haben die Duisburger nicht unbedingt die schnellsten Leute.

Wo müssen Sie höllisch aufpassen?

Die sind mit Markus Kurth und Abdelaziz Ahanfouf vorne unberechenbar. Sie können jederzeit zuschlagen. Wenn es sein muss, läuft der Kurth auch durch das Tor. Und Ahanfouf ist ein großartiger Techniker, den man oft 80 Minuten nicht sieht, dann macht er sein Ding. Da müssen wir immer auf der Hut sein.

Haben Sie sich auch Ihr erstes Saisontor für den ehemaligen Arbeitgeber aufgehoben? Zwei Mal waren Sie schon knapp dran.

Bisher habe ich nur Aluminium getroffen. Wichtiger als ein Treffer sind aber die drei Zähler.

Wann geht das Kribbeln los?

Ich habe schon einige Zweitliga-Spiele auf dem Buckel, da wird man abgebrühter. Aber am Tag selber wird sicherlich die Aufregung aufkommen. Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen, werde einen kühlen Kopf bewahren.

Lassen Sie vor der Begegnung die Duisburger Jahre nochmals Revue passieren?

Höchstens, was in der letzten Zeit passiert ist, dass es mit der Unterschrift dort nicht hingehauen hat. Aber da ich mich in Oberhausen sehr wohl fühle, ist das jetzt alles vergessen.

Sie haben den MSV beim 2:1 gegen Saarbrücken gesehen, Ihre Meinung.
Dort haben sie sich nicht mit Ruhm bekleckert, wie sie selber auch gesagt haben.
Jetzt hat sich Dirk Lottner noch verletzt, ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht für Duisburg ist.

Ist der MSV mit und ohne Lottner nicht ganz anders einzuschätzen?

Weiß ich nicht. Beim Match gegen Saarbrücken waren Lottner und Ivica Grlic auch nicht die großen Reißer auf dem Feld. Daher ist für mich uninteressant, ob ein Lottner, ein Grlic oder ein Georg Koch auf dem Platz steht. Einer kann nichts ausrichten, es geht nur mit der ganzen Elf.

Wie weit ist Ihre Truppe vor dem Match?

Wichtig war, dass wir kein Spiel verloren haben. In Hannover sind wir ordentlich aufgetreten. Jetzt kommt die schöne Aufgabe MSV. Ich denke, wir sind gut gerüstet.

Erwarten Sie Pfiffe der MSV-Fans?

Mit Sicherheit wird der eine oder andere dabei sein, der mich beschimpft. Generell kam ich aber auch mit den Anhängern immer gut klar.

Ihr Tipp?

Es wird eine knappe Kiste. 2:1 für Oberhausen.

Autor: cb

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