Man darf sicher sein, dass der Funkel keine Minute verstreichen lässt, in denen er sich nicht Gedanken darüber macht, wie er das VfL-Schiff wieder flott bekommt.

VfL: Funkel im Interview

„Tüchtig waren wir wirklich nicht“

16. September 2010, 11:27 Uhr

Man darf sicher sein, dass der Funkel keine Minute verstreichen lässt, in denen er sich nicht Gedanken darüber macht, wie er das VfL-Schiff wieder flott bekommt.

Das 0:3 in Offenbach, 0:1 in Aue, 0:2 gegen Augsburg und nur ein 3:1-Heimerfolg gegen 1860 München – wer mag da denen widersprechen, die an der Castroper Straße von einem klassischen Fehlstart sprechen?

Doch auch wenn Friedhelm Funkel so etwas in seiner langjährigen Trainerkarriere schon das ein oder andere Mal durchgemacht hat, leichter wird der Umgang damit jedoch nicht. RS sprach vor der richtungsweisenden Englischen Woche mit dem VfL-Trainer.

Sind bei Ihrer Montagsansprache irgendwelche Zweifel an Ihrer Unzufriedenheit aufgekommen?

Nein, da gab es keine zwei Meinungen. Das war eine Leistung, wie ich sie mir nach unserem ersten Heimspiel so nicht erwartet habe. Wir haben viel zu wenig gezeigt, was man tun muss, um ein Spiel zu gewinnen. Besonders in der ersten Halbzeit fehlte uns jegliche Aggressivität, wir haben den Gegner laufen lassen und haben schlecht nach vorne gespielt. Wir haben einfach zu wenig in dieses Spiel investiert.

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Was muss sich vor den drei West-Vergleichen ändern?

Als Trainer muss ich ganz schnell dafür sorgen, dass sich fast alles ändert. Das Engagement war wesentlich geringer als bei den ersten Spielen. Natürlich haben wir da schon einige Dinge falsch gemacht, aber die grundlegenden Dinge wie Zweikampfverhalten, den Gegner unter Druck setzen – das ist uns allenfalls in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit gelungen. Da hat die Mannschaft zumindest gekämpft. Dass wir in dieser Phase dann kein Glück hatten, ist gerecht, denn dafür haben wir in der ersten Hälfte zu wenig getan. Es heißt doch: Glück hat der Tüchtige und tüchtig waren wir nun wirklich nicht.

Nach dem Fehlstart wird die Partie in Oberhausen auch kein Spaziergang.

Ganz im Gegenteil. Ich finde sensationell, was Hans-Günter Bruns als Trainer und zuvor als Sportlicher Leiter mit den bescheidenen wirtschaftlichen Mitteln schafft. Das ist einfach fantastisch. Sie sind nach zwei Siegen voller Selbstvertrauen, aber wir müssen in Oberhausen die Wende schaffen.

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Wird die Verletzung von Tese zu einem Dauerproblem?

Nein, aber dass ich ihn immer wieder wegen eines Reizzustandes im Knie aus dem Training nehmen muss, ist für den Spieler und für mich völlig unbefriedigend. Jetzt habe ich die Zusage vom Doktor, dass er am Donnerstag wieder trainieren kann. Darauf muss ich mich verlassen.

Hat der VfL ein Torhüterproblem?

Nein, es geht doch derzeit gar nicht um die Torwartposition. Das ist doch nicht die Hauptursache für unsere Niederlagen. Jeder Keeper hat einmal eine Phase, wo es nicht läuft und deshalb wird ihm nicht der Kopf abgerissen. Bei uns geht es vielmehr um die allgemeine Einstellung der Mannschaft, die ich gegen Augsburg in der ersten Halbzeit vermisst habe.

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