Der Niederländer Alfred Nijhuis wechselte 1991 auf Empfehlung seines damaligen Trainers Bernard Dietz vom Oberligisten ASC Schöppingen zum MSV Duisburg. Der „fliegende Holländer

Alfred Nijhuis und das Kinesio-Tape für Jan Koller

jd
16. August 2004, 10:00 Uhr

Der Niederländer Alfred Nijhuis wechselte 1991 auf Empfehlung seines damaligen Trainers Bernard Dietz vom Oberligisten ASC Schöppingen zum MSV Duisburg. Der „fliegende Holländer" erzielte in 241 Profi-Einsätzen 23 Tore für den MSV und Borussia Dortmund. Heute ist der inzwischen 38-Jährige im Trainergeschäft gelandet und praktiziert nebenbei ungewöhnliche Behandlungs-Methoden.

Der Niederländer Alfred Nijhuis wechselte 1991 auf Empfehlung seines damaligen Trainers Bernard Dietz vom Oberligisten ASC Schöppingen zum MSV Duisburg. Der „fliegende Holländer" erzielte in 241 Profi-Einsätzen 23 Tore für den MSV und Borussia Dortmund. Heute ist der inzwischen 38-Jährige im Trainergeschäft gelandet und praktiziert nebenbei ungewöhnliche Behandlungs-Methoden.

Herr Nijhuis, wie geht es Ihnen persönlich? Immer noch so fit wie früher?
Ich halte mich regelmäßig mit Tennis und Golf fit. Zuletzt habe ich noch in Holland aktiv Fußball in Enschede gespielt. Da bleibt man automatisch fit.

Werden Sie in das Trainergeschäft einsteigen?
Ab dieser Saison bin ich als Co-Trainer beim Oberligisten SC Enschede tätig. Ursprünglich hatte mein Ex-Verein mir sogar eine Stelle als Chef-Trainer angeboten.

Wieso haben Sie nicht zugeschlagen?
Ich möchte erst einmal den Trainerschein machen und klein anfangen. Man tut sich keinen Gefallen, wenn man in das kalte Wasser springt, ohne eine Basis zu haben, auf der man aufbauen kann.

Der MSV Duisburg quält sich seit vier Jahren durch die 2.Liga. Was ist da schief gelaufen?
Es gab sehr oft die Chance, oben an zu greifen. Leider war die Mannschaft nicht geschlossen genug. Früher haben wir als Profis viel mehr zusammen in unserer Freizeit unternommen. Das hat den MSV immer stark gemacht. Fußballerisch waren wir nicht viel besser als die derzeitige Mannschaft. Man sollte jedoch Geduld mit dem Team haben. Letztens bin ich an der neuen MSV-Arena vorbei gefahren - in dieser großartigen Hütte sollte einiges möglich sein.

Haben Sie das Gefühl, dass man Ihnen den späteren Wechsel zum Revier-Rivalen Borussia übel genommen hat?
Überhaupt nicht. Ich habe 1999 bei unserer 2:3 Niederlage im Wedaustadion ein Tor für Borussia geschossen, hätte fast sogar noch das 3:3 erzielt. Die MSV-Fans haben trotzdem immer meinen Namen skandiert - das war großartig.

Sie arbeiten derzeit an einer neuen Therapieform namens „Kinesio-Taping". Was ist das genau?
Das ist eine Behandlungs-Methodik aus Japan, die in Deutschland noch relativ unbekannt ist, aber bereits von vielen Sportlern angewendet sind. Zu meinen Kunden gehören Stars wie Jan Koller oder die Spieler von 1860 München. Die Verletzungen werden mit einem roten Klebestreifen getaped, was den Heilungsprozess enorm beschleunigt.

Wie kam es zu der Idee?
Vor vier Jahren habe ich mir in meiner Japan-Zeit eine Verletzung am Oberschenkel zugezogen und wurde mit der Kinesio-Tape-Methode von unserem Arzt behandelt. Daraufhin habe ich mich mit dem früheren MSV-Therapeuten Eric ten Bos zusammengesetzt und ein eigenes Konzept entwickelt. Wir haben sehr guten Kontakt zu Verbänden und Versicherungen. Abnehmer sind vor allem Ärzte und Krankenhäuser.
Interview: Jörn Duddeck

Autor: jd

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