Aufräumarbeit unter der Woche! Nach dem 1:5-Auftakt-Tiefschlag gegen Aue sah man einige mächtig irritierte Gesichter. Auf der Vorstandsebene, die sich geschlossen blass zeigte, bei den Akteuren, deren Augen nach Fixpunkten suchten, bei den Fans, die nach den monatelangen Jubelarien diesmal eine happige Enttäuschung zu verdauen hatten.

RWE: Gelsdorf wehrt sich gegen Panik-Attacken

og
13. August 2004, 09:12 Uhr

Aufräumarbeit unter der Woche! Nach dem 1:5-Auftakt-Tiefschlag gegen Aue sah man einige mächtig irritierte Gesichter. Auf der Vorstandsebene, die sich geschlossen blass zeigte, bei den Akteuren, deren Augen nach Fixpunkten suchten, bei den Fans, die nach den monatelangen Jubelarien diesmal eine happige Enttäuschung zu verdauen hatten.

Aufräumarbeit unter der Woche! Nach dem 1:5-Auftakt-Tiefschlag gegen Aue sah man einige mächtig irritierte Gesichter. Auf der Vorstandsebene, die sich geschlossen blass zeigte, bei den Akteuren, deren Augen nach Fixpunkten suchten, bei den Fans, die nach den monatelangen Jubelarien diesmal eine happige Enttäuschung zu verdauen hatten. Alles kein Grund für Coach Jürgen Gelsdorf, sich vor der anstehenden Auswärtsfahrt nach Trier (Sonntag, 15.August, 15 Uhr, Moselstadion) auf Panik-Attacken einzulassen, ein Spieltag ist den Bach runter gegangen - wenn auch mächtig deutlich. Allerdings nicht die Spielzeit und noch lange nicht der Liga-Erhalt, so die Überzeugung des 51-Jährigen. Grund genug, sich mit dem Fußball-Lehrer zu unterhalten.

Jürgen Gelsdorf, praktische Aufbauarbeit beim 2:1-Test unter der Woche gegen den Bezirksligisten TC Freisenbruch?
Wenn man ein Match nicht konsequent genug anfängt, dann hat man hinterher immer seine Schwierigkeiten. In der zweiten Halbzeit hätte man doch noch eine Menge Tore machen können, aber das Resultat spielt keine Rolle.

Auflaufchance für Kandidaten, die hinten dran sind oder sich noch gar nicht zeigen konnten.
Für mich war wichtig, zu sehen, wer sich angeboten hat. Gut, dass Ryan Thompson gespielt hat, man hat seine Ansätze gesehen, er agiert britisch und körperbetont. Problematisch ist, er spricht noch kein Wort Deutsch.

Waren Sie in den letzten Tagen mehr als Psychologe unterwegs?
Alles spielt jetzt eine Rolle, so ein 1:5 zum Auftakt muss vernünftig eingeordnet werden. Das haben wir getan. Jetzt zählt nur die Vorbereitung auf das Auswärtsmatch in Trier. Die größten Fehler macht man immer, wenn man eine Begegnung gewinnt. Dann feiert man unter der Woche, obwohl man die nächste Aufgabe schon vor der Brust hat. Wir wissen die Niederlage zu analysieren, auf einigen Positionen wurde ein schlechter Tag erwischt...

...auch bei letztsaisonalen Schlüsselakteuren...
dazu wurde das eine oder andere taktisch falsch gemacht.

Die Strafe folgt in Liga zwei sofort - korrekt?
Richtig, wir sind noch nicht angekommen, nach einem Match kann man davon sowieso noch nicht reden. Wir müssen uns auf eine körperbetontere und fixere Handlungsweise einstellen. Das wissen wir, in Trier müssen wir schon zeigen, dass wir einen Schritt weiter sind. Vom Fußballerischen her haben wir auch gegen Aue sehr gute Ansätze gezeigt.

0:4 und 1:1, wenn man das Match in die Halbzeiten trennt. Was halten Sie von dieser Theorie?
Dafür gibt es allerdings auch nichts, es stimmt aber für die Analyse des ersten Zweitliga-Heimspiels nach langen Jahren in der dritte Klasse. Ich teile aber nicht den Ansatz, es mit dem Auftakt zu vergleichen, den es vor Jahren einmal gab. Das ist nicht auf eine Ebene zu stellen. Heute ist es schwerer, die Liga zu halten, die Qualität der Konkurrenz hat unglaublich zugelegt.

Sie sind auf den Plätzen unterwegs!
Am Montag haben wir uns Aachen gegen Frankfurt angeschaut, davor am Sonntag Oberhausen gegen Trier. Die zweite Liga hat enorm dazu gewonnen. Der erste Spieltag hat auch durch die Begeisterung in den Stadien gezeigt, was in der gesamten Saison los sein wird. Wenn man in dieser Runde besteht und nicht wieder abgeht, dann wurde am Spielzeitende eine gute Leistung abgeliefert.

Bei allen Bundesliga-Absteigern stotterte der Motor zum Start, relativieren deren geschlossenen Remis-Auftritte auch ein 1:5 von RWE?
Das gilt doch für alle Teams, auch Saarbrücken verlor zuhause gegen Erfurt. Die Spielausgänge in der Anfangsphase werden oft im Hinblick auf das, was vorher gewesen ist, interpretiert. Die Vorbereitung war nicht gut, die Neuen passen nicht, so lauten die Ansätze. Man sollte damit vorsichtig sein.

Noch ist nichts Großartiges passiert! Kann man das sagen?
Ich glaube, auch nach drei, vier Wochen wird noch nichts passiert sein. Man muss eine Tendenz erkennen. Leistungsmäßig muss sich gefunden werden, eine Stabilisierung muss da sein, einhergehend mit den passenden Resultaten.

Themawechsel! Sie merkten an, der im Fadenkreuz der Kritik stehende Keeper Robert Wulnikowski dürfte sich in der Woche nicht klein präsentieren. Wie groß ist der Ex-Unioner?
Er hat Normalgröße, das ist wichtig. Am besten kann man so was auch mit Maloche auf dem Trainingsplatz verarbeiten, positive Gedanken müssen entwickelt werden. Er weiß doch, dass er schon ganz anders gehalten hat.

Jeder muss doch mittlerweile hellwach sein, oder?
Die Jungs waren auch vor dem Match hellwach, die Freude auf den Auftakt war da, die Trainings-Qualität war gut. Es gab keinen Grund, negativ an die Sache ran zu gehen. In den nächsten Monaten wird man sehen, woran es hapert.

Peter Foldgast, beim ersten Einsatz sofort mit einem Treffer, macht mit Achillessehnen-Schmerzen Sorgen.
Er hatte vorab damit keine Probleme, das wäre super schade, wenn er durch eine solche Verletzung zurück geworfen würde.

Der Däne zeigte seine Klasse - korrekt?
Wir konnten das im Training sofort sehen, nach wenigen Einheiten wurde die Qualität von Peter deutlich. Als Trainer fragt man sich dann, warum soll ich ihn draußen lassen? Er bringt das Team nach vorne.

Was ist mit dem Kaiserslauterer Sturm-Kandidaten Danko Boskovic - erledigt?
Nein, allerdings wir haben die Akteure alle geholt, jetzt jemanden dazu zu nehmen, der immer noch verletzt ist, bringt nichts. Man bleibt weiter in Kontakt und beobachtet die Sache. Im Moment kann er für unsere Situation kein Thema sein.

Autor: og

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