RWO: Tieku mit doppelter Staatsbürgerschaft

cb
27. Juli 2004, 08:37 Uhr

Rückblick: Am 30. November 2003 kickten die Jungs von Trainer Jörn Andersen im heimischen Niederrhein-Stadion gegen Union Berlin. In der 15. Minute knickte Anthony Tieku weg und jeder ahnte sofort, da ist was kaputt gegangen.

Rückblick: Am 30. November 2003 kickten die Jungs von Trainer Jörn Andersen im heimischen Niederrhein-Stadion gegen Union Berlin. In der 15. Minute knickte Anthony Tieku weg und jeder ahnte sofort, da ist was kaputt gegangen. Die Bestätigung folgte: Kreuzbandriss. Jetzt, etwa acht Monate später wirkt der 30-Jährige wieder annähernd fit. "Allerdings ist er noch nicht wieder bei 100 Prozent", berichtet Andersen. Auch Keeper Oliver Adler ist sich noch unsicher ob der Fitness des Ghanaers. "Keiner weiß, wann er wieder soweit ist. Daher wäre einer für hinten nicht schlecht."
Aussagen, die Tieku sicherlich nicht schocken, denn der 74-malige Zweitligakicker ist Realist. "Ich habe so lange nicht gespielt, da kann ich noch nicht voll da sein. Aber ich sehe es positiv, es wird jeden Tag besser."
Und das dokumentierte er im Training bereits mit einigen Grätschen, die den Stürmern zeigen sollten, ich bin wieder da. Neben der medizinischen Sicht ist es vor allem das Kopf-Problem, das nach so einer schweren Verletzung besiegt werden muss. "Angst habe ich keine mehr", gibt Tieku zu Protokoll, "aber natürlich muss man manchmal aufpassen." Jedoch immer weniger, so dass die Hoffnung besteht, bald wieder ganz den alten Aufräumer im Deckungsverbund anzutreffen. Tieku nickt: "In drei Wochen bin ich wieder voll dabei." Und das mit Sicherheit auch mit dem Herzen, da die RWO-Verantwortlichen gleich nach der schlimmen Blessur mitteilten, "man werde sich um Anthony kümmern." Ausgedrückt wurde das Anfang des Jahres mit einem neuen Zweijahresvertrag. Vertrauen, dass der Akteur jetzt zurückgeben möchte, wenn es nötig ist auch links. Hier gibt es momentan keine Alternative zu Adrian Aliaj. "Ich habe auch in Saarbrücken schon auf der Seite gespielt. Das ist nicht einfach, aber ich denke, ich kann das schon ein bisschen", zeigt sich Tieku bescheiden.
Ebenfalls in aller Stille wurde die Doppelstaats-Bürgerschaft des Afrikaners vorbereitet. Da Tieku bereits seit acht Jahren in Deutschland lebt und arbeitet, sind die Voraussetzungen für einen deutschen Pass gegeben. "Im Okotober sind es acht Jahre", berichtet "Tony", "die Initiative kam von mir, der Verein hat mich dann bei meinem Vorhaben unterstützt." Und wenn der Kicker es schafft, die Unterstützungen des Clubs auf dem Feld zurückzugeben, können sich die Fans auf genervte Gäste-Angreifer einstellen.

Autor: cb

Kommentieren