Verpflichtungs-Salto rückwärts! Den gab es im Fall Silvio Pätz, der erst offiziell für zu leicht befunden wurde. Der 25-jährige Kandidat für das Mittelfeld und die rechte Außenbahn lief in der vergangenen Spielzeit 24 Mal

RWE: "Eiserner" Allrounder Pätz haut auf den Putz

og
23. Juli 2004, 18:57 Uhr

Verpflichtungs-Salto rückwärts! Den gab es im Fall Silvio Pätz, der erst offiziell für zu leicht befunden wurde. Der 25-jährige Kandidat für das Mittelfeld und die rechte Außenbahn lief in der vergangenen Spielzeit 24 Mal "eisern" für den Zweitliga-Absteiger Union Berlin auf (ohne Tor), davor drei Jahre für RW Erfurt in der Regionalliga Süd (59 Matches, drei Treffer).

Verpflichtungs-Salto rückwärts! Den gab es im Fall Silvio Pätz, der erst offiziell für zu leicht befunden wurde. Der 25-jährige Kandidat für das Mittelfeld und die rechte Außenbahn lief in der vergangenen Spielzeit 24 Mal "eisern" für den Zweitliga-Absteiger Union Berlin auf (ohne Tor), davor drei Jahre für RW Erfurt in der Regionalliga Süd (59 Matches, drei Treffer). Bei den Thüringern stand auch die Fußball-Wiege ab 1993, "danach ging es dort auch sofort in den Seniorenbereich." Der im kleinen Örtchen Schmalkalden am Südwesthang des Thüringer Waldes ("dort habe ich den Ball beim SV Schmalkalden in die Wiege gelegt bekommen") geborene 1,84 Meter-Mann siedelt jetzt über in den Ruhrpott. Frank Kontny, Essens Sportlicher Leiter: "Mit Silvio haben wir einen vielseitig verwendbaren Spieler verpflichtet, dessen große Stärke sicherlich seine Schnelligkeit ist. Insbesondere im offensiven Mittelfeld wird Silvio uns weiterhelfen." Etwa um 13.12 Uhr war es am Mittwoch soweit, zwei Signaturen prangten unter einem Vertragswerk, die vom Rechtsfuß und die der RWE-Verantwortlichkeit. Für die kommenden zwei Jahre trägt Pätz das Trikot des Deutschen Meisters von 1955.
Silvio Pätz, im zweiten Anlauf landen Sie doch an der Hafenstraße!
Ich werde in den nächsten zwei Jahren RWE begleiten. Ich war vom letzten Mittwoch bis Freitag im Training, danach schickte mich Trainer Jürgen Gelsdorf traurigerweise weg. Es hat ihm auch ein bisschen leid getan, so richtig wohl fühlte er sich dabei nicht. Die Ankündigung lautete, vielleicht sieht man sich ja doch schneller wieder, als man denkt.
So schnell konnte offenbar keiner denken...
Samstag kam der Anruf vom Coach. Er hätte alles überschlafen, fragte mich, ob ich noch Lust hätte. Was für eine Frage, habe ich geantwortet. So war das, ruckzuck war ich wieder da.
Gelsdorf ist mit lockeren 51 Jährchen bekanntlich ein paar Tage älter, benötigt also auch mehr Schlaf.
(lacht) Um Gottes willen, super, dass es geklappt hat.
Positionieren Sie sich bitte.
Mein zuhause ist die rechte Außenbahn, ich kenne aber das komplette rechte Mittelfeld. Rechts defensiv in der Viererkette bin ich auch schon aufgelaufen. Links habe ich auch schon ausgeholfen.
Ein weiterer Allrounder?
So was kann man sagen, als Spieler sollte man auch mehrere Rollen abliefern können, das ist nicht verkehrt.
RWE kennen Sie nur zu genau - oder?
Korrekt, seit 1993 war ich in der Jugend von Rot-Weiß Erfurt, danach ging es sofort in den Seniorenbereich, 2003 für ein Jahr zu Union Berlin. Alle meine Clubs hatten bisher die Farben Rot und Weiß. Ganz ordentlich, oder?
Welchen Eindruck haben Sie vom Club?
Super. In der Regionalliga habe ich das schon immer verfolgt. Die Stimmung im Stadion ist bekanntlich klasse. Prima, so was kenne ich noch von Union, so eine Kulisse ist das Größte. Das Team hat mich auch gut aufgenommen, alle sind im Schnitt ungefähr mein Alter. Eine super Truppe, sicher schön, dass ich mit Keeper Robert Wulnikowski schon jemanden aus der Unioner-Zeit kenne.
Der auch angeheuerte Daniel Teixeira sprengt die Altersstruktur jetzt etwas.
Na gut, egal. Ich habe mich in den drei Probetrainingstagen sehr wohl gefühlt, jetzt wird immer mehr reingeschnuppert.
Wohnung schon klar?
Noch nicht, ich suche noch mit meiner Freundin Nadine, sie wird zusammen mit unserem achtmonatigen Töchterchen Jolina...
...das an einem 13. geboren wurde, so dass auch Ihre neue Trikot-Nummer 13 stimmig ist...
...sofort mitkommen, sonst würde ich meine kleine Familie auch zu sehr vermissen. Ich bin sehr dankbar, dass es beide gibt.
Union stieg ab, Sie ziehen weiter die Profikarte in der zweiten Bundesliga.
Schon damals in Erfurt war es schon mehr oder weniger Profifußball, nach dem Schulabschluss habe ich auch noch nichts anderes gemacht. Das wird später folgen, schon schön, sein Hobby zum Beruf zu machen. Profifußballer ist sicherlich mit der tollste Job, den man haben kann.og

Autor: og

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