ESSEN: "Altes Eisen" stolz auf tobenden Nachwuchs Yildirim heiß auf Start-Ticket

10. Juli 2004, 11:08 Uhr

Der Mann springt von einem Bein auf das andere. "Endlich", stößt Ramazan Yildirim hervor, "es geht wieder los." Nur die "EM" via TV zu verfolgen, war dem 28-Jährigen nicht genug.

Der Mann springt von einem Bein auf das andere. "Endlich", stößt Ramazan Yildirim hervor, "es geht wieder los." Nur die "EM" via TV zu verfolgen, war dem 28-Jährigen nicht genug. "Ich wollte selbst wieder spielen, die ersten beiden Wochen der Regeneration waren in Ordnung, danach ging das Kribbeln schon wieder los." Zersträuung hatte der ehemalige Lübecker schon, obwohl seine türkischen Landsleute in Portugal nicht dabei waren, schließlich tobt zuhause sein achtmonatiger Sprößling Berdan-Baris, eine kurdisch-türkische Namensgebung ("Freiheit-Frieden"), durch die Bude. "Unglaublich, der Junge fängt schon an zu laufen", grinst Yildirim nicht wenig stolz. Der im anatolischen Adiyaman geborene Yildirim, verheiratet mit Filiz ("junge Blüte"), will mit RWE die zweite Liga aufmischen.
Ein typisches Indiz, Yildirim, auf der Chef-Etage als Vorbild-Profi bekannt, war auch beim Auslaufen in vorderster Front. "Ich habe wieder richtig Lust auf Fußball, ein sehr gutes Zeichen. Ich denke, wir haben gute Leute zum Team geholt." Eine sehr junge Truppe, aktuelles Durchschnittsalter: 24,6 Jahre! Eine frischere Profitruppe gibt es in Deutschland aktuell nicht. "Ich habe mich schon gewundert, es war noch nie so, dass ich gewissermaßen zum alten Eisen gehöre, ich gewöhne mich daran."
Der ehemalige Regensburger lässt sich auf keine Unkereien ein: "Ich werde meinem Alter entsprechend reagieren. Das ist eine Frage der Qualität, wer genug davon hat, der wird sich durchbeißen. Ich bin nicht unbedingt ein Freund von Statistiken." Wer richtig hinhört, eine kämpferische Ankündigung, Yildirim will das Ticket für die Startelf gegen Auftaktgegner Aue - unbedingt!. Trotzdem kommt das Stichwort Jugend prima an. "Natürlich", bestätigt Yildirim, "für die Öffentlichkeit ist das stark, positiv für RWE." Super für Yildirim, wenn er sein Image als passenster Einwechsler schlechthin ablegen könnte. "In der Tat, davon will ich weg", Yildirim weicht nicht zurück, bedient die Nachfrage bissig.

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