Griechenland ist Europameister. Bernard Dietz, Amateur-Trainer und Ex-Profi des MSV Duisburg, kennt das Gefühl, nach getaner Arbeit die begehrte Trophäe in den Himmel zu stemmen.

MSV - Krisen-Management von Dietz

06. Juli 2004, 11:07 Uhr

Griechenland ist Europameister. Bernard Dietz, Amateur-Trainer und Ex-Profi des MSV Duisburg, kennt das Gefühl, nach getaner Arbeit die begehrte Trophäe in den Himmel zu stemmen.

Griechenland ist Europameister. Bernard Dietz, Amateur-Trainer und Ex-Profi des MSV Duisburg, kennt das Gefühl, nach getaner Arbeit die begehrte Trophäe in den Himmel zu stemmen.

Vor 24 Jahren stand er als Kapitän der Deutschen Fußball-Nationalelf in Rom auf dem Siegertreppchen, nachdem er mit Hrubesch, Kaltz & Co. Belgien 2:1 besiegt hatte. "In Deutschland muss ein radikaler Schnitt gemacht werden", fordert der Alt-Internationale im RevierSport-Interview.

Bernard Dietz, die deutsche Nationalelf schied in der Vorrunde aus, derzeit prasselt es Absagen für das vakante Amt des Bundestrainers. Was sagen Sie dazu?
Das ist doch ein Armutszeugnis. Unser damaliger Trainer Helmut Schön würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das mitbekommen würde.

Wer soll es denn machen?
Ottmar Hitzfeld wäre als Völler-Nachfolger sicherlich okay gewesen. Ich würde es sogar Lothar Matthäus zutrauen. Er ist ein verbissener, ehrgeiziger Typ. Bei der Nationalelf muss ein radikaler Schnitt gemacht werden. Leute wie Fahrenhorst oder Hitzlsperger sind junge Spieler, die als Alternativen bereit stehen.

Zuletzt tummelten sich Akteure wie Hamann oder Ziege im Kader.
Du kannst keinen Ziege als Dankeschön mitnehmen, schließlich geht es bei der EM um etwas. Wir müssen dahin kommen, junge, hungrige Leute einzubauen, die auch wollen. Ein Podolski kann nichts lernen, wenn er keine Spielpraxis bekommt. Da darf man keinen Bobic vorziehen.

Hat Sie die EM frustriert?
Natürlich, auch wenn ich sagen muss, dass der Verlauf aus Deutscher Sicht keine Überraschung war. Das Schlimmste war unsere Vize-Weltmeisterschaft 2002. Da haben viele gedacht, alles wäre gut. Dabei sind wir jetzt genauso weit wie vor vier Jahren.

Die Experten suchen verzweifelt deutsche Talente. Sehen Sie welche?
Ich habe in meiner Bochumer Zeit rund zwölf Leute aus den Amateuren in den Profi-Bereich gemacht, darunter auch Freier und Fahrenhorst. Man kann so Leute aus dem Busch holen und hochpushen. Am Besten wäre die Regelung, die Ausländer-Plätze bei den Profi-Vereinen auf fünf zu begrenzen. Maximal drei Ausländer sollten auflaufen dürfen. Unsere Deutschen Jungs müssen ran.

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