RWO: Allrounder Keidel vollzog den "Brisanz-Wechsel"

cb
01. Juli 2004, 12:05 Uhr

Brisanz-Wechsel. Genau den vollzog Ralf Keidel, der den Revier-Transfer wagte. Aus Duisburg zu den wenig geliebten Oberhausenern.

Brisanz-Wechsel. Genau den vollzog Ralf Keidel, der den Revier-Transfer wagte. Aus Duisburg zu den wenig geliebten Oberhausenern. "Ich bin einfach mit dem MSV nicht auf einen Nenner gekommen. Wir haben uns vier oder fünf Mal zusammengesetzt, es sollte einfach nicht sein. Nur komisch, dass Duisburgs Präsident Walter Hellmich sagt, aus finanziellen Gründen, Oberhausen die Vorstellungen aber erfüllen kann."
Nach fünf Jahren bei den "Zebras" ist Keidel nun aber nicht traurig, einen Tapetentausch hinter sich zu haben. "Ich bin froh über den Schritt", fasst der Allrounder kurz zusammen. Sein Zusatz: "Hier habe ich das Gefühl, gebraucht zu werden. Das war in Duisburg nicht uneingeschränkt der Fall." Wobei der Kontakt zu den "Kleeblättern" schon länger bestand, wie RWO-Coach Jörn Andersen berichtet. "Er wurde uns bereits vor einiger Zeit angeboten, damals für die erste Liga. Nach dem Nicht-Aufstieg war das erstmal vom Tisch." Keidel führt aus. "Dann hat man wohl mitbekommen, in Duisburg kommen wir nicht weiter. So kam vor gut zwei Wochen der Kontakt wieder zustande, danach ging alles schnell über die Bühne."
Und bereits am dritten Spieltag gibt es das große Wiedersehen mit dem MSV, wenn die Meier-Truppe im Niederrheinstadion zum Revier-Derby antritt. "Da freue ich mich drauf. Ich kenne alle Spieler, habe auch weiterhin Kontakt. Aber ich hoffe natürlich auf einen Sieg für uns." Wo Keidel dem MSV-Präsidenten, der verlauten ließ, Keidel habe den Duisburger Spirit nicht begriffen, zeigen kann, dass es ein Fehler war, ihn gehen zu lassen. "Ich denke, ich habe es verstanden, vielleicht aber Herr Hellmich nicht. Sonst hätte er mich nicht so einfach ziehen lassen dürfen. Vielleicht hat er auch gedacht, ich habe keine anderen Angebote." Insgesamt will der 105-fache Zweitligaspieler seine Zeit beim MSV aber nicht missen. "Es waren schöne Jahre, in denen ich meine Leistung gebracht habe. Zu einigen werde ich sicher weiter den Kontakt pflegen. Nur, weil Herr Hellmich über die Zeitung etwas über mich sagen muss, werde ich mit Sicherheit keinen Kleinkrieg anfangen."
Jetzt wird der Blick aber nach vorne gerichtet. RWO ist angesagt. Ein Vorteil von Keidel, seine Vielseitigkeit. "Die letzten Jahre habe ich fast alle Positionen durchgemacht. Ich sehe mich am liebsten auf den offensiven Außenbahnen, vielleicht auch zentral." Eine Ansicht, die sein neuer Coach teilt. "Ich plane zuerst wohl auf der linken Seite mit ihm und Salif Keita. Da sind wir jetzt super besetzt. Natürlich kann er auch rechts spielen, sollte Alassane Ouedraogo Probleme haben, oder nicht in Form sein." Ziele hat der 27-Jährige bereits im Kopf. "Wieder eine gute Rolle spielen, auch wenn der Druck nach der guten Spielzeit etwas größer sein wird."
Kann klappen, wenn der sechsmalige Schütze der zweiten Liga die Leistung abrufen kann, die er beim 3:1 des MSV in Oberhausen gezeigt hat, als er als bester Mann auf dem Platz auftrumpfte. Etwas aufpassen muss der "positiv Verrückte" nur bei seiner Gelb-Statistik. Eine erneute Zweistelligkeit ist nicht geplant. "Bei mir ist es manchmal ein schmaler Grat, da ich teilweise zu viel möchte. Dann kommt die gelbe Karte bei herum. Zuletzt habe ich mich aber gebessert, habe meine dummen Fouls erheblich reduziert."

Autor: cb

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