RWE: Club bei Planung "völlig ruhig"

og
21. Juni 2004, 11:16 Uhr

Arbeitsteilung! Während der Sportliche Leiter Frank Kontny die Kontakte knüpft und mit Coach Jürgen Gelsdorf die Tauglichkeit der Kandidaten prüft, bringt Aufsichtsrat Dr. Markus Buchberger die Verhandlungen dann federführend konkret voran, von Geschäftsführer Nico Schäfer über mögliche Zahlen aufgeklärt.

Arbeitsteilung! Während der Sportliche Leiter Frank Kontny die Kontakte knüpft und mit Coach Jürgen Gelsdorf die Tauglichkeit der Kandidaten prüft, bringt Aufsichtsrat Dr. Markus Buchberger die Verhandlungen dann federführend konkret voran, von Geschäftsführer Nico Schäfer über mögliche Zahlen aufgeklärt. So auch im Keeper-Fall Robert Wulnikowski. "So lange nichts zum Abschluss kommt, müssen wir uns mit allen möglichen Kandidaten beschäftigen, die Optionen muss man sich offen halten", definiert Buchberger nicht falsch. Wobei das Koppelgeschäft mit einem Martin Hauswald beim Juristen eher ein Hochziehen der Augenbrauen hervorruft. "Martin hat sich bei mir nicht gemeldet, ich gehe davon aus, er wird eines der ihm vorliegenden Angebote annehmen und dass er nicht für uns aufläuft." Geld wird dann fließen, superviel nicht, allerdings wird jeder Betrag genommen.
Auch Buchberger bestätigt die Kontny-Einschätzung, dass mit dem VfL Bochum Gespräche "in sehr guter Atmosphäre geführt wurden." Es geht um die isländische Option Thordur Gudjonsson, den man wohl kaum mit vorgehaltener Pistole zur Hafenstraße verschleppen muss. Dass der isländische Nationalspieler einen gleichfalls für den RWE-Zweitliga-Kader attraktiven Bruder mit dem Namen Bjarni hat, weiß Buchberger auch. "Wir haben über den Namen Gudjonsson gesprochen", grinst der Sport-Anwalt. Klar ist, beide Akteure würden problemlos (ohne Ablöse) aus den Verträgen kommen, eine Ausleihe mit VfL-Beteiligung am Kicker-Salär kann sich RWE jedoch abschminken. An Abschlüsse tasten sich die Verantwortlichen dann heran, wenn die Akteure aus dem Urlaub zurück kehren.
Und das "völlig ruhig", wie Buchberger unmissverständlich definiert. Auch wenn das Umfeld - durch die Euphorisierung des Aufstiegs enorm für die Vorgänge rund um das Georg Melches-Stadion sensibilisiert - sich natürlich fragt, warum mittlerweile mit Sascha Kirschstein (Hamburger SV), Benny Weigelt (FSV Mainz) und Benny Köhler (Frankfurt) drei Stammspieler die Koffer packten. "Saschas Abgang stand schon früh fest", grübelt Buchberger. Klar, damals konnte keiner über einen definitiven RWE-Abgang nach oben sprechen. Weigelt und Köhler hatten Ausstiegsklauseln. Buchberger: "Natürlich ärgerlich, aber völlig normal im Geschäft. Das sind zwei Abgänger, für die wir Ablöse kassierten, wenn man sich die Konkurrenz anschaut, ist das nicht überall so." Außerdem hat Kontny das Arbeitsprinzip: Reisende soll man aufhalten, fordert immer konsequente "Identifikation mit dem Club." Buchberger: "So wie ich das wahrnehme, sind die Fans auch sehr zufrieden damit, dass wir nur Leute halten, die auch wirklich das Niveau für die Zweite Liga mitbringen."

Autor: og

Kommentieren