Bei Oberhausens Marinko Miletic teilen sich die Meinugnen. Die einen freuen sich über einen Verteidiger, der auch an den spielerischen Aufbau denkt.

RWO: Miletic weiß

"Ich wandle auf einem schmalen Grat"

Christian Brausch
07. September 2010, 11:47 Uhr

Bei Oberhausens Marinko Miletic teilen sich die Meinugnen. Die einen freuen sich über einen Verteidiger, der auch an den spielerischen Aufbau denkt.

Die anderen schlagen bei der Spielweise von Miletic immer mal wieder die Hände über dem Kopf zusammen, wenn er eine brenzlige Situation souverän lösen will und dabei immer ein gewisses Risiko in Kauf nimmt.

Im Pokal führte ein Patzer so in der Folge zum 0:1. „Das war generell ein schwaches Match von uns“, gibt der Verteidiger zu. „So einen Fehler nehme ich mir sicher auch zu Herzen, trotzdem war es eine Partie gegen einen Fünftligisten. Da muss man eigentlich auch vier oder fünf Treffer erzielen, dann sagt keiner was.“

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So aber war das 0:1 auch gleichzeitig das goldene Tor und Coach Hans-Günter Bruns erklärte nachher, dass er „schon mehrmals gesagt habe, dass Marinko die Bälle auch mal kompromissloser klären muss.“ Eine Kritik, die Miletic auch annimmt. „Ich habe mir meine Gedanken gemacht, aber es muss weitergehen, denn die Saison geht noch so lange. Und so ist nunmal auch meine Spielart, die kann ich nicht einfach ändern.“

Daher muss der Defensivmann damit leben, dass es auch ab und an mal was zu hören gibt. „Ich weiß, dass ich damit auf einem schmalen Grat wandel. Aber so bin ich und so versuche ich immer wieder, der Mannschaft auch zu helfen. Klappt es, kommen die Schulterklopfer. Wenn es daneben geht, werde ich auch zu Recht vom Trainer zur Sau gemacht.“

"Ich kann nicht nur die Bälle rausschlagen

Was aber nichts daran ändert, dass Miletic weiter versucht mit der Balleroberung direkt den Angriff der eigenen Elf einzuleiten. Wie in Berlin, als sein Pass von der Mittellinie zum Assist für Moses Lamidis 2:2 wurde. „Da wurde ich belohnt, ich kann nicht nur die Bälle rausschlagen. Ich versuche auf meine Art, der Mannschaft Sicherheit zu geben.“

Vielleicht in der Zukunft auch mit der Erkenntnis, die Nerven des Trainers nicht zu sehr zu strapazieren, indem er einen Mittelweg zwischen robuster Klärung und elegantem Abwehrverhalten an den Tag legt. „Ich werde bald 30 Jahre und ich will immer weiter dazulernen. Und wenn der Trainer mir was sagt, dann nehme ich das natürlich auch an.“

Lob von Bruns

Der Lohn: Nach dem 1:0-Erfolg gegen den FSV Frankfurt gab es ein Lob von Bruns. Und nach der Verletzung von Thomas Schlieter gibt es vor dem Auftritt in Ingolstadt am kommenden Freitag auch keine Frage, wer die Innenverteidigung besetzen wird. Zusammen mit Benny Reichert wird Miletic versuchen, erneut die Null zu halten.

„Die haben zwei Klatschen kassiert, aber wir werden den Gegner sicher nicht unterschätzen“, legt sich der Verteidiger fest. Sein Ausblick auf die 90 Minuten. „Das ist ein Gegner auf Augenhöhe, der auch um den Abstieg spielen wird. Wir können frei aufspielen und kontern, das liegt uns. Daher gehe ich davon aus, dass wir dort sehr gut aussehen werden.“

Autor: Christian Brausch

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