Für Krefeld steht in der Saison, die für die Pinguine am Freitag in Straubing startet, nicht weniger als der Selbsterhalt als Eishockey-Stanort auf dem Spiel.

Krefeld Pinguine

"Wir wissen, worum es geht"

Aaron Knopp
03. September 2010, 12:08 Uhr

Für Krefeld steht in der Saison, die für die Pinguine am Freitag in Straubing startet, nicht weniger als der Selbsterhalt als Eishockey-Stanort auf dem Spiel.

Die kommende Spielzeit steht für die Krefeld Pinguine unter besonderen Vorzeichen. Dass es überhaupt so etwas wie eine neue Saison am KönigPalast gibt, ist eigentlich schon die beste Nachricht, die die KEV-Anhänger in den letzten Monaten ereilte. Der Hickhack um die Besetzung von Vorstandsposten und der Suche nach neuen Gesellschaftern begann schon zum Ende der letzten Serie. Besonders erfolgreich gestaltete sich die geplante Umstrukturierung allerdings lange nicht. Immerhin konnte der Vorstand schließlich vermelden: die neue Saison ist gesichert.
Dass dann Hauptsponsor RWE sein Engagement zurückgefahren hat, sorgte für zusätzlich Verunsicherung.

Doch die Klubführung kämpft für den Eishockeystandort. „Ein Stück Krefeld“ lautet das Saisonmotto. Und „Krefeld will Eishockey“ das Mantra der Verantwortlichen. Doch es besteht Hoffnung, dass dies mehr ist als das Pfeifen im Walde und Krefeld eine erquicklichere Zukunft als dem mahnenden Beispiel Frankfurt blüht.

Mit Robert Haake hat der Klub einen neuen starken Mann als Geschäftsführer installiert, der Wolfgang Schäfer beerbt, der offiziell aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Und der 41-Jährige, der zuvor unter anderem als Teammanager beim Hockey-Bundesligisten Crefelder HTC tätig war, müht sich redlich, Aufbruchstimmung zu verbreiten. Schon nach zehn Tagen Amtszeit habe er das Gefühl, „eine top Mannschaft von Mitarbeitern um mich herum zu haben, die top motiviert sind und alle wissen, worum es geht.“ Um nichts weniger als um alles. Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Schulz hat bereits öffentlich eingeräumt, dass die Pinguine die Saison mit einem Zuschauerschnitt von 3.200 nicht überstehen werden. 4.000 sollen es also schon sein.

Daher ist es mehr als nur eine Floskel, wenn Trainer Rick Adduono vor dem Auftaktwochenende mit Partien bei den Straubing Tigers am Freitag und gegen die
Augsburger Panther bekräftigt: „Jeder im Team weiß absolut, worum es an diesem Wochenende geht.“ Schlicht darum, die Fans nach den Wochen der Ungewissheit und einer insgesamt enttäuschenden vergangenen Spielzeit wieder für Eishockey und – noch viel mehr – für den KEV zu begeistern.

Dass die Rheinländer nicht unbedingt zu den Großen der Liga gehören, versteht sich von selbst. Mit Pascal Trepanier (Adler Mannheim) haben die Pinguine immerhin einen nahmhaften Transfer gestemmt. Ansonsten muss Adduono mehr oder weniger gezwungenermaßen auf Altbewährtes setzen. Doch die Haudegen um Kapitän Herberts Vasiljevs oder auch aufstrebende Talente wie Patrick Hager, der sich längst zur festen Größe gemausert hat, nicht zuletzt ein Scott Langkow im Kasten – die Qualität bei Schwarz-Gelb ist vorhanden. Ein Ziel kann also nur das Erreichen der Play-offs sein. Dass die Mannschaft den Job, die Fans zu begeistern, verinnerlicht hat, haben sie schon in der Vorbereitung gezeigt. Dort verloren die Pinguine nicht ein Spiel. Zumindest auf dieser Position ist der Eishockey-Standort Krefeld also offenbar gerüstet, um das Unternehmen Selbsterhalt anzugehen.

Autor: Aaron Knopp

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