Als der MSV Ende Juni in Bad Kreuznach seine Zelte aufschlug, herrschte Ungewissheit. Wird der Neuanfang gelingen? Welche Zukunft haben die Zebras?

MSV Duisburg

"Ein Ziel: Ball erwischen und reinhauen"

Thorsten Richter und Philipp Bülter
02. September 2010, 15:33 Uhr

Als der MSV Ende Juni in Bad Kreuznach seine Zelte aufschlug, herrschte Ungewissheit. Wird der Neuanfang gelingen? Welche Zukunft haben die Zebras?

Jetzt, zwei Monate später, haben die Duisburger erneut Quartier in Bad Kreuznach bezogen. Und sie haben auch die ersten Antworten im Gepäck. Der Neuanfang ist nämlich geglückt. Drei Siege nach drei Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache. Aber nicht nur die Ergebnisse haben bislang gestimmt. Vorallem das konsequente Auftreten der Mannschaft hat überzeugt. Der Lohn: Der MSV ist Spitzenreiter. „Die Entwicklung ist sehr positiv“, ist Milan Sasic erleichtert, dass der von ihm forcierte Umbruch funktioniert.

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Doch der Fußballlehrer weiß die sechs Punkte gegen zwei Aufsteiger trotz der herrschenden Euphorie richtig einzuordnen. „Ich habe viele Sachen gesehen, die wir noch abstellen müssen“, erklärt der Coach: „Wir waren phasenweise überaktiv und haben in Situationen angegriffen, in denen man nicht angreifen muss. Dadurch haben wir dann taktische Fehler begangen.“ Und noch ein Punkt stört ihn: „Ingolstadt ist zwar sehr stark aufgetreten, aber dass der FC mehr Schüsse und mehr Ecken hatte als wir, gefällt mir nicht. Wir dürfen dem Gegner nicht so viele Möglichkeiten erlauben.“

Und aus diesem Grund legt er in dem Kurztrainingslager auch besonderen Wert auf die Verbesserung der Defensivarbeit. Aber auch taktische Feinheiten oder die Ausdauer kommen nicht zu kurz. „Wir arbeiten zudem an der Aggressivität sowie am Torabschluss“, hat Sasic noch einige Baustellen. „Allerdings können wir mit den bisherigen Leistungen mehr als einverstanden sein.“

Bei einer sieht er aber ganz besonders große Fortschritte. Denn die Zebras haben in der jüngeren Vergangenheit keine Gefahr nach Standards ausgestrahlt. Jetzt stehen schon vier Treffer nach Freistößen oder Ecken zu Buche. Sasic, der mit Koblenz und Kaiserslautern immer ein großes Repertoire bei ruhenden Bällen zeigte und fast die Hälfte der Tore über diese Varianten erzielte, ist froh, dass sie nun auch in Duisburg greifen. „In der letzten Saison hat es nicht geklappt. Jetzt haben aber alle Spieler nur ein Ziel: Den Ball erwischen und reinhauen.“ Sein Zusatz: „Standards sind das erfolgreichste Rezept. Wir lassen uns etwas einfallen und trainieren es, weil es die wichtigste Waffe in der zweiten Liga ist.“

Im Winter wird der MSV wahrscheinlich wieder nach Bad Kreuznach reisen. Und Sasic will den Rheinland-Pfälzern dann auch die letzten Fragen positiv beantworten. Doch eins steht schon fest: In dieser Verfassung haben die Zebras eine goldene Zukunft.

Autor: Thorsten Richter und Philipp Bülter

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