RWO: Aliaj exklusiv: "Respekt gehört auch dazu"

cb
29. April 2004, 17:14 Uhr

Zu den sportlichen Turbulenzen bei RWO gesellt sich aktuell auch noch das Problem Adrian Aliaj, der nach der Partie gegen Trier mächtig Ärger mit dem Publikum hatte, nicht zitierfähige Beschimpfungen in die Fankurve zischte.

Zu den sportlichen Turbulenzen bei RWO gesellt sich aktuell auch noch das Problem Adrian Aliaj, der nach der Partie gegen Trier mächtig Ärger mit dem Publikum hatte, nicht zitierfähige Beschimpfungen in die Fankurve zischte.

In ungekanntem Maße mokierten sich die Oberhausener Fans im RWO-Forum (www.rwo-online.de) und auf der Internetseite von RS (www.reviersport.de) über diesen Vorfall, forderten in den ersten Tagen nach der Aktion massiv den Rauswurf des Albaners. Inzwischen haben sich die Wogen insofern geglättet, als dass immer mehr Anhänger versuchen, die Entgleisung nicht als "Todsünde" zu betrachten. Andere bleiben bei der Haltung, der "Übeltäter" muss weg.

Aber was sagt eigentlich der "Angeklagte" zu der Aktion? RS erreichte einen angefressenen Aliaj in Estland bei den Vorbereitungen zum Länderspiel gegen seine Albaner ( 1:1 / Tor Aliaj). "Ich hatte doch noch nie ein Problem mit den Fans, wollte auch nach dem Spiel zu den Anhängern in die Kurve gehen. Was dann abging, geht aber einfach nicht. Ich bin als dummer Albaner beschimpft worden, sah nur Mittelfinger, die mir entgegengestreckt wurden. So etwas kann ich nicht akzeptieren, etwas Respekt gehört im Leben dazu. Da habe ich dann zurückgeschrien." Der Zusatz des Links-Verteidigers: "Ich muss als Profifußballer eine Familie ernähren, versuche daher, meinen Job korrekt auszuüben, gerne auch weiterhin in Oberhausen. Ich verstehe auch, wenn die Zuschauer nach Niederlagen frustriert sind. Daher ist Kritik ist in Ordnung, aber ich werde mich auch in Zukunft nicht derart persönlich angehen lassen."

Klar ist: Ein Profi sollte sich unter Kontrolle haben, zur Not die Lippen eisern versiegelt halten, schließlich bekommt er auch durch die verkauften Eintrittskarten kein schlechtes Gehalt. Sprüche wie die des Albaners gehören in kein Vokabular, egal, wie die Vorgeschichte lautet. Daher muss der Verein reagieren, jedoch dürfte eine Suspendierung weit über das Ziel hinaus schießen. Trotzdem sollten auch einige Fans ihren Umgangston überdenken. Mit dem Eintritt erkaufen sie sich zwar auch das Recht zur Kritik, zu Pfiffen, aber eine persönliche Pöbelgebühr ist sicherlich nicht im Ticketpreis vorhanden. Wie mittlerweile rauskam, wurde nach den 90 Minuten nicht nur Aliaj, sondern auch der Rest der Elf, der RWO-Masseur eingeschlossen, beschimpft.

Einer, der versucht, im Fall Aliaj zu schlichten, ist der stellvertretende Fanbeauftragte Torsten Radtke. "Ich werde keine Vorbehalte gegen einen Einzelnen haben. Es gibt immer einige Heißsporne, die vielleicht über das Ziel hinaus schießen. Durch die letzten Frustmatches kochten sicherlich einige Emotionen über. Das Beste wäre, alles beruhigt sich schnell wieder."

Wohl der richtige Weg, geht es doch im Endeffekt um die Mannschaft, die momentan alles gebrauchen kann, aber nicht noch einen Brandherd, der sich auf das ganze Team ausstrahlen könnte.

Sicherlich keine einfache Situation, da mit Aliaj und einigen aufgebrachten Fans zwei Seiten aufeinanderprallen, die klare Sichtweisen haben. Egal wie reagiert wird, allen kann es nicht recht gemacht werden. Daher wollte RWO-Coach Jörn Andersen am Mittwoch erst einmal gar nichts mehr sagen. "Es ist viel geschrieben worden, sicherlich auch Unwahrheiten. Ich warte jetzt ab, bis Adrian wieder hier ist. Dann wird gesprochen und gegebenenfalls auch gehandelt."

Autor: cb

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