Am Sonntag hatte sich der Aufwand für Christian Schumacher ausgezahlt. Jahrelang besuchte der Trainer des WSV Borussia die Einheiten vom 1. FC Köln als Kiebitz.

WSV U19: Schumacher

Schumachers Weg vom Kiebitz zum Kontrahenten

26. August 2010, 11:42 Uhr

Am Sonntag hatte sich der Aufwand für Christian Schumacher ausgezahlt. Jahrelang besuchte der Trainer des WSV Borussia die Einheiten vom 1. FC Köln als Kiebitz.

Nun schlug sein Team den haushohen Favoriten mit 1:0. „Der Auftakt ist perfekt für uns gelaufen“, betont Schumacher. Und er ergänzt: „Für uns ist es ein Vorteil, am Anfang gegen die Großen zu spielen, denn noch sind sie nicht so eingespielt.“

Das müsste eigentlich auch für die Wuppertaler gelten, doch momentan schocken sie die Konkurrenz. „Die Jungs arbeiten phänomenal gut mit, wir sind selbst erstaunt“, betont der C-Lizenzinhaber mit einem Grinsen. Womöglich nehmen sich die Talente einfach nur ein Beispiel an ihrem Coach, denn der arbeitet sich akribisch nach oben.

Schon als A-Jugendlicher hat der heute 34-Jährige seine erste Mannschaft betreut, bei seinem Heimatverein VfL Leverkusen. Und seit er vor anderthalb Jahren die U19 des WSV übernahm, geht es auch dort steil bergauf. Das führt so weit, dass Schumacher mit seiner eigenen Fortbildung hinterherhinkt. Denn eigentlich darf man mit der C-Lizenz kein Bundesligateam trainieren. So absolviert er gerade einen Lehrgang für die B-Lizenz – in Bremen. „Dort passt es von der Zeitstruktur am besten. Und ich könnte danach direkt mit dem A-Schein weitermachen“, klärt Schumacher auf.

Wer diesen Aufwand neben der normalen Arbeit betreibt, der hat etwas vor. „Ich will im Fußball etwas erreichen“, gibt der gebürtige Leverkusener freimütig zu. Dafür tritt er morgens schon um sieben Uhr bei der Arbeit an und kehrt nicht selten erst um 22 Uhr nach Hause zurück. „Ich bin schon ehrgeizig“, betont der ehemalige Bayer-Kicker ein. Und auch bei dem Werksklub spioniert er regelmäßig. „Die Art und Weise, wie Sascha Lewandowski spielen lässt, finde ich sehr interessant“, betont der Wuppertaler Aufstiegscoach.

Gewissermaßen dürfte Lewandowski auch ein Vorbild für ihn sein, schließlich wurde er zum hauptamtlichen Trainer, ohne vorher Profi gewesen zu sein. „Noch kann ich nicht vom Fußball leben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden“, bemerkt Schumacher mit einem Augenzwinkern. Wenn er so weitermacht, wäre das zumindest keine Überraschung.

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