Lucas De Deus Santos redet nicht viel. Das liegt vor allem daran, dass der 21-jährige Mittelfeldspieler noch nicht so viel verstehen kann. Seit einigen Wochen bekommt der Brasilianer Sprachunterricht und müht sich dabei, doch ganze Sätze hat er keine im Repertoire.

MSV DUISBURG: Caca soll lernen und bleiben

rl
16. Dezember 2003, 10:56 Uhr

Lucas De Deus Santos redet nicht viel. Das liegt vor allem daran, dass der 21-jährige Mittelfeldspieler noch nicht so viel verstehen kann. Seit einigen Wochen bekommt der Brasilianer Sprachunterricht und müht sich dabei, doch ganze Sätze hat er keine im Repertoire.

Lucas De Deus Santos redet nicht viel. Das liegt vor allem daran, dass der 21-jährige Mittelfeldspieler, der seinen Künstlernamen Caca auf dem Trikot stehen hat, noch nicht so viel verstehen kann. Seit einigen Wochen bekommt der Brasilianer Sprachunterricht und müht sich dabei, doch ganze Sätze hat er keine im Repertoire. "Zumindest die wichtigsten Begriffe kann er schon", berichtet sein Coach Norbert Meier. Und zu diesen Vokabeln gehören Begriffe wie Trainer, Training und Tor. Diese und andere Wörter spricht Caca sogar sehr gut aus.

Weitaus wichtiger sind Meier aber die Fortschritte, die Caca auf dem Spielfeld machte. Das eine steht zwar im Zusammenhang mit den anderen ("Wenn wir ihm die Taktik auf Deutsch erklären könnten, würde das einiges erleichtern", meint Meier), wie sich der Brasilianer entwickelt, wird aber positiv zur Kenntnis genommen. Zwar konnte Caca in dieser Saison noch nicht zwei richtig gute Spiele in Folge abliefern, in der Regel fällt er aber nicht unter den Schnitt. "Manchmal ist er um die 65. Minute platt. Da zeigt sich, dass er erst mit den hiesigen Bedingungen klar kommen muss. Er hat ja auch in Brasilien länger nicht gespielt", meint Meier.

Aus diesen Gründen verzichtet der Trainer gerade auswärts häufiger auf den Mann mit Spielmacher-Qualitäten. In Fürth wurde Caca auch erst in der 90. Minute eingewechselt. Am Dienstag, im Heimspiel gegen Bielefeld, wird Meier nicht auf den Offensivmann verzichten. "Caca kann auch zweite Spitze spielen", sagt der Coach in Hinblick auf die Gelb-Rot-Sperre seines vorletzten Stürmers Aziz Ahanfouf.
Weil Caca, der erst im Juli als letzter und 15. Neuzugang verpflichtet wurde, unterm Strich ein Gewinn für die Zebras ist, will sich der Verein bemühen, den Vertrag mit dem Techniker möglichst rasch zu verlängern. Momentan ist Caca von Atletico Mineiro bis zum Saisonende ausgeliehen. Meier würde gerne noch in diesem Kalenderjahr erste Gespräche führen. Zunächst muss MSV-Boss Walter Hellmich überzeugt werden (was nicht schwer fallen dürfte), dann stehen Unterredungen mit Caca und dessen Bruder Dede (Profi beim BVB) auf dem Programm. Erfahrungsgemäß kann sich so was ziehen. "Entscheidend ist, welche Konditionen der abgebende Verein geltend macht", weist Chef-Scout Dieter Mertens auf einen nicht unbedeutenden Fakt hin. Die Brasilianer beobachten genau, wie sich Caca entwickelt und hoffen, dass er möglichst schnell in der Bundesliga Fuß fasst.
Auch wenn es noch nicht soweit ist, hat Caca das Potenzial dazu. Deshalb möchte der MSV auch spätestens im Januar Nägel mit Köpfen machen und den Vertrag mit der Offensivkraft verlängern. Schließlich will sich in Duisburg später keiner vorwerfen lassen, nicht alles rechtzeitig versucht zu haben.

Unabhängig davon drückt Caca weiter die Schulbank. "Es wäre toll, wenn er sich bald mit seinen Kollegen auf Deutsch unterhalten könnte und alleine den RevierSport liest", sagt Meier. Tor und Trainer kann er bereits - und fluchen auch.

Autor: rl

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