Manchmal sind Statistiken ja eine wirklich feine Sache. Wenn diese beispielsweise negativ ausfallen, haben Trainer genügend Anreize, aus ihrer Mannschaft für den nächsten Versuch ein bisschen mehr herauszuholen.

In Aachen gab es für den MSV selten was zu holen

rl
19. September 2003, 10:28 Uhr

Manchmal sind Statistiken ja eine wirklich feine Sache. Wenn diese beispielsweise negativ ausfallen, haben Trainer genügend Anreize, aus ihrer Mannschaft für den nächsten Versuch ein bisschen mehr herauszuholen.

Manchmal sind Statistiken ja eine wirklich feine Sache. Wenn diese beispielsweise negativ ausfallen, haben Trainer genügend Anreize, aus ihrer Mannschaft für den nächsten Versuch ein bisschen mehr herauszuholen. Duisburger Auftritte in Aachen sind so ein Fall. In den letzten Jahren bezog der MSV auf dem Tivoli regelmäßig eine knappe Klatsche (0:1, 1:2, 0:1). Der letzte Duisburger Sieg in der Kaiserstadt datiert sogar aus der Saison 1989/90. Damals gewann der MSV durch einen Doppelpack von Uwe Kober mit 2:1. "Kaum zu glauben", sagt MSV-Coach Norbert Meier, der sich nur an die jüngste Pleite erinnern kann. Am 2. März diesen Jahres war es eigentlich so wie immer. Die Zebras spielten ganz nett mit, fingen sich dann doch ein Krümeltor.

Dass es morgen, wenn der MSV erneut versucht, am Tivoli gut auszusehen, besser laufen wird, kann Meier zwar nicht versprechen. Der Coach ist aber davon überzeugt, gute Voraussetzungen zu haben, endlich mal etwas Zählbares aus Aachen mitzubringen. "Wir befinden uns im Aufwärtstrend und müssen vor der Alemannia bestimmt keine Angst haben", sagt Meier. Letzte Woche wurde beim 1:0 über Union Berlin der zweite Saisonsieg eingefahren. Darauf wartet Aachen noch. Im Dreiländereck wurde nur Aue bezwungen (1:0), vergangenen Sonntag setzte es in Fürth gar eine 1:7-Niederlage. Meier vermag nicht zu sagen, wie man in Aachen damit umgeht. "Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder verkrampft die Alemannia oder sie spielt noch druckvoller, um sich zu rehabilitieren."

Für den Fall der Fälle stellt sich der MSV-Trainer auf die zweite Variante ein. Duisburg wird auf Konter setzen, dabei aber - ähnlich wie in Trier - versuchen, spielerisch etwas zu reißen. Für irgendwas muss ein gesteigertes Selbstvertrauen ja gut sein. Mit Markus Kurth meldet sich außerdem der bisherige Goalgetter nach einer Fersenprellung zurück. "Ich bin wieder fit", sagt Kurth, der an der Seite von Miro Spizak stürmen wird.

Zu schaffen macht den Zebras lediglich der Ausfall von Andreas Voss. Während Langzeitpatient Jupp Ivanovic vorgestern in Basel ohne Komplikationen an der Achillessehne operiert wurde und in vier Wochen zum Team stoßen soll, ist die Hinrunde für Voss gelaufen. Der Mittelfeldspieler wird heute in Heidelberg an der Schulter operiert. Eine Gelenklippe ist defekt, "Vossi" wird etwa drei Monate ausfallen.

Meier will darüber nicht lange nachgrübeln, sondern lieber den Realitäten ins Auge schauen. Der Coach behält sich zwar vor, mit einer Überraschung in Aachen zu beginnen, aller Voraussicht nach dürfte aber Allrounder Ralf Keidel ins Mittelfeld rücken. Weil der "Kalle" ein unberechenbarer Typ ist und auch defensiv dazwischen haut, sagen sie in Duisburg. Für den treuen Ilia Gruev, der gegen Berlin nach seiner frühen Einwechselung spielerische Impulse setzte, wäre somit kein Platz mehr. "Abwarten", sagt Meier, der weiß, dass er sich immer auf Gruev verlassen kann - auch wenn der Bulgare nur von der Bank kommt.

Vielleicht bricht der MSV ja mal mit oben genannter Negativ-Statistik. Das wäre dann für alle Duisburger eine wirklich feine Sache.

Autor: rl

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