Peter Peschel hörte sich die Frage lieber noch mal genau an, bevor er dann doch auf die spezifische Geschichte mit dem Findungsprozess einging.

MSV will verbesserte Form in Trier beweisen

rl
21. August 2003, 14:32 Uhr

Peter Peschel hörte sich die Frage lieber noch mal genau an, bevor er dann doch auf die spezifische Geschichte mit dem Findungsprozess einging. "Was für ein Prozess?", fragte der Duisburger Offensivspieler, um dann die Antwort selbst zu geben. "Ja ja, der Findungsprozess. Ich glaube, da sind wir schon ganz schön weit", verweist Peschel auf das jüngste Spiel gegen Jahn Regensburg.

Mit 2:2 stellte das Ergebnis zwar nicht zufrieden, dafür habe aber jeder sehen können, dass die Mannschaft kämpfe und sich als Einheit präsentiert habe. "Unterm Strich hat nur das Quäntchen Glück bei den Torchancen gefehlt. Die Mannschaft hat sich aber schon ganz gut gefunden", meinte Peschel.

Wer beim Rechtsfuß und dessen Teamkollegen genau hinhört, stellt fest, dass ihnen die stetigen Fragen nach eben diesem Findungsprozess ganz schön auf die Nerven gehen. Das verwundert nicht, denn während der gesamten Vorbereitung und auch in den darauffolgenden Wochen wurden die Duisburger kaum müde, darauf hinzuweisen, dass es eben seine Zeit brauche, bis 15 Neue Spieler integriert seien. "Die Fortschritte sind nach dem dritten Spiel schon erkennbar. Jeder hat doch gesehen, dass wir in der Lage sind, Druck auszuüben", meinte Kapitän Dietmar Hirsch. Und um die Frage nach dem fehlendem Spielmacher, der eventuell für mehr Schwung sorgen könnte, vorwegzunehmen, ging der Defensivspezialist direkt in die Offensive. "Gegen tiefstehende Mannschaften wie Regensburg bringen dich auch zehn Spielmacher nicht weiter." Nach Hirschs Empfinden harmonierte das Team gegen Regensburg schon zu 100 Prozent. Die Zebras hätten sich demzufolge gesucht und gefunden.

Da die Sache mit den vergeben Chancen schon mal vorkommen kann, stehen dem MSV demzufolge jetzt bessere Zeiten ins Haus - was morgen beim Auswärtsspiel in Trier (19 Uhr, Moselstadion) unter Beweis gestellt werden kann. Denn die Eintracht dürfte das Match selbst in die Hand nehmen wollen und somit diese Saison der erste MSV-Gegner, der nicht nur auf Defensive spielt. "In Trier wird es nicht leicht. Wenn wir aber alle kämpfen und an einem Strang ziehen, müssen wir über den Findungsprozess nicht mehr großartig reden", sagt Stürmer Markus Kurth, der mit drei Toren verhinderte, dass der Saisonstart nicht komplett daneben ging.
Norbert Meier ist jedenfalls guter Dinge. Nach dem 2:2 gegen Regensburg hätte es sich der Trainer zwar gewünscht, dass ein routinierter Spieler zum Elfmeterpunkt gegangen wäre (Ahanfouf verschoss den Strafstoß zum machbaren 3:2 Siegtreffer), ansonsten wollte er dem Team aber keine Vorwürfe machen. Alle seien gallig gewesen - und das hatte der Coach schließlich auch gefordert.

Ob morgen erstmals Ralf Keidel, der nach seiner späten Einwechselung deutliche Impulse setzte, in die Startformation rückt, lässt Meier nach offen. Der Coach freut sich, dass er Variationsmöglichkeiten hat und alle Spieler die Situation einschätzen können. "Vor der Zukunft muss uns nicht bange sein", bestätigt Dietmar Hirsch. Wenn sich wirklich alle gesuchten Elemente gefunden haben, mag das sogar stimmen.

Autor: rl

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