MSV - Drsek: "Tolle Unterstützung"

cb
01. August 2003, 13:12 Uhr

Es gibt einen Tag, den Pavel Drsek bestimmt nie vergessen wird.

Es gibt einen Tag, den Pavel Drsek bestimmt nie vergessen wird. Wenn man ihn auf den Ort und das Datum seiner schweren Verletzung anspricht, schießt es aus ihm heraus. "28. März 2003, Belgien, Freundschaftsspiel. Ich wusste gleich, was passiert ist, als ich nicht mehr aufstehen konnte."

Die ersten vier Wochen nach dem Riss der Achilles-Sehne waren am schwersten für den Tschechen. "Ich konnte nichts alleine machen, auch kein Auto fahren. Immer musste jemand da sein, der mir bei allem hilft."

Jetzt, knapp vier Monate später, tummelt sich Drsek schon wieder mit seinen Kollegen auf dem Rasen. Ein Wunder, da man doch bei einem Achillessehnen-Riss eigentlich von mindestens sechs Monaten Pause ausgeht? Ein klares Nein. Zwei Faktoren spielen eine wesentliche Rolle bei der Blitzheilung. Der Sportphysiotherapeut des MSV, Peter Kuhlbach, erklärt: "Ganz wichtig ist die Erstbehandlung. Bei Pavel konnten wir so eine Einblutung verhindern und eine bestmögliche Operation gewährleisten. Dann haben wir sehr früh angefangen, die Sehne im möglichen Bereich zu belasten."

Der Tscheche untermauert die perfekte Behandlung: "Ich bin wirklich gut gepflegt worden. Dafür ein großes Dankeschön." Der zweite Grund für die schnelle Heilung ist bei dem Abwehrrecken selbst zu finden, wie Kuhlbach sagt. "Es gehört auch viel Disziplin dazu, wie zum Beispiel eine gesunde Ernährung. Es scheint, als ob er sich vorbildlich verhalten hätte."

Drsek bestätigt: "Ich hatte ein Ziel, nämlich so schnell wie möglich wieder zu spielen. Die Quälerei hat sich gelohnt. Denn eins ist klar: Ist man verletzt, muss man mehr arbeiten." Exakt fünf Stunden am Tag hat sich der Tscheche in der Reha abgerackert. Das größte Problem dabei, das frühe Aufstehen. "Brutal für mich. Normalerweise stehe ich so gegen acht auf. Während der Reha musste ich schon um sieben raus zum Aqua-Joggen."

Drsek und der MSV. Ohne die schlimme Verletzung wäre die Ehe wohl längst geschieden. Denn der 26-Jährige war sich mit dem Bundesligisten VfL Bochum eigentlich einig. "Dort wollte ich mir meinen Bundesliga-Traum erneut erfüllen. Ich bin nach Deutschland gekommen, um erste Liga zu spielen. Das bleibt weiterhin mein Ziel."

Nun am besten mit dem MSV, wo er sich selbst sehr wohlfühlt. "Toll, wie viele Leute mich nach der Verletzung aufbauen wollten. Auch aus der Mannschaft." Und der Bundesliga-Traum kann mit dem MSV klappen. Denn Drsek hat mit Genugtuung die Transferaktivitäten seines Vereins verfolgt. "Wir haben wirklich gute Spieler mit viel Qualität bekommen. Da ist einiges drin. Mit der Mannschaft der letzten Saison hätten wir keine Chance gehabt."

Jetzt gilt es, die 15 neuen Spieler so schnell wie möglich zu integrieren. "Die Qualität der Spieler ist zwar groß, doch wir müssen als Mannschaft funktionieren. Wenn wir das schaffen, haben wir eine tolle Truppe", freut sich der 26-Jährige schon auf den Saisonstart. MSV-Coach Norbert Meier lobt: "Er hat den Anschluss geschafft. Durch seine harte Arbeit ist er jetzt wieder fit und nah dran an der Mannschaft."

Sieht der Tscheche auch so. "Ich habe jetzt einige Halbzeiten gespielt. Ich fühle mich wie vor der Verletzung. Auch die Spritzigkeit ist da. Mir fehlen höchstens noch fünf Prozent."

Und wenn er die aufgeholt hat, will er schnell wieder auf dem Platz stehen. Schließlich will er sich seinen Traum von der Bundesliga noch einmal erfüllen.

Autor: cb

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