Es ist in jeder Hinsicht ein Neuanfang bei RW Oberhausen. Jörn Andersen heißt nun der Trainer.

RWO - Andersen krempelt RWO um!

30. Mai 2003, 11:22 Uhr

Es ist in jeder Hinsicht ein Neuanfang bei RW Oberhausen. Jörn Andersen heißt nun der Trainer.

Es ist in jeder Hinsicht ein Neuanfang bei RW Oberhausen. Jörn Andersen heißt nun der Trainer. Und der 40-Jährige bietet ein vielfältiges Kontrastprogramm zu seinen Vorgängern Dragoslav Stepanovic, Aleksandar Ristic und Klaus Hilpert. Eine andere Generation. Und Andersen will RWO umkrempeln.

Die längeren blonden Haare erinnern ein wenig an Sonnyboy oder - je nach Geschmack - an einen Heavy-Metal-Freund. Ein Typ von internationalem Format. Neben seiner Muttersprache Norwegisch beherrscht Andersen Deutsch, Englisch und Italienisch. 35 A-Länderspiele für Norwegen, Torschützenkönig in Oslo und Frankfurt, zuletzt acht Jahre als Spieler und Trainer in der Schweiz. Vor einem Jahr absolvierte er erfolgreich den Lehrgang zum Fußball-Lehrer an der Sporthochschule in Köln. Jörn Andersen im RS-Interview.

Was haben sie seit Ihrem Abschied aus Deutschland vor acht Jahren in der Schweiz gemacht?
Ich habe zunächst noch für den FC Lugano gespielt. Es folget eine Station als Spielertrainer beim FC Locarno mit dem ich 2001 in die zweite Liga der Schweiz aufgestiegen bin. Danach habe ich beim FC Luzern einen Vertrag als Trainer des U20-Teams unterschrieben. Als dann der Cheftrainer im Herbst 2001 gehen mußte, habe ich diesen Job mit übernommen. Als Strohmann - ich hatte noch nicht die erforderliche Lizenz - fungierte der Manager. Ab Sommer letzten Jahres betreute ich dann wieder die U20. Nach Differenzen mit dem aktuellen Cheftrainer habe ich Luzern zu Beginn diesen Jahres verlassen.

Wann kam es zum ersten Kontakt mit RWO?
Oh, das ist schon eine Weile her! Vor ein paar Monaten gab es ein erstes Gespräch. Ich habe mir in der Folgezeit die 2. Liga intensiv angeschaut, war oft in Freiburg. Rot-Weiß habe ich in Köln, Karlsruhe, Aachen und Ahlen, sowie gegen Burghausen gesehen. Daher bin ich gut im Bilde was die Liga und RWO angeht.

Ihre Eindrücke über Ihre künftige Truppe?
Die Mannschaft war körperlich total am Ende und nicht fit! Ich kann nicht sagen, ob das am Training oder am hohen Altersschnitt des Teams lag. Es ist für mich auch belanglos, die Vergangenheit interessiert jetzt nicht mehr. Die genannten Defizite waren aber deutlich sichtbar.

Aus diesen Eindrücken müssen sich zwangsläufig Konsequenzen ergeben.
Na klar, es wird ein großer Schnitt gemacht! Ich möchte mit jungen und hungrigen Leuten arbeiten, denen ein paar gestandene Spieler zur Seite stehen. Im Laufe meiner Fußballzeit konnte ich viele Kontakte aufbauen, jetzt werden wir den Markt intensiv nach Jungs absuchen, die uns wieder voran bringen.

In Norwegen kennt man keinen letzten Mann. Der Job von Libero Dejan Raickovic wird vermutlich gestrichen, oder?.
So ist es. Ich will mit einer Viererkette spielen. Was Raickovic angeht: Flexibilität ist alles. Ich habe als früherer Stürmer am Ende meiner Laufbahn in der Schweiz auch defensiver gespielt. Wenn ich das mit 32 Jahren konnte, können sich andere auch umstellen.

Beschreiben Sie bitte einmal den Trainer Jörn Andersen!
Ich bin ein offener Typ, grundsätzlich sehr locker. Wenn es sein muss, aber auch knallhart. Ich will meine Vorstellungen durchsetzen.

Manager Klaus Hilpert war über die Gespräche des Vereins mit Ihnen nicht informiert. Ist auf dieser Basis überhaupt eine Zusammenarbeit möglich?
Diese Geschichte ist nicht glücklich gelaufen! Ich setze aber darauf, dass alle Beteiligten erwachsen genug sind, um die Gegebenheiten nun zu akzeptieren. Wir haben doch alle nur ein Ziel: Das Beste für RWO heraus holen.

Werden Sie noch Urlaub machen, bevor es hier mit der Saisonvorbereitung losgeht?
Der Urlaub ist für mich vorbei. Seit meinem Ausscheiden in Luzern habe ich schon Bildungsurlaub gemacht. Neben den erwähnten Zweitliga-Studien habe ich bei einigen italienischen Vereinen hospitiert, war eigentlich ständig unterwegs.

Sie haben in Oberhausen für zwei Jahre unterschrieben. Siedelt Ihre Familie ebenfalls ins Ruhrgebiet um?
Das ist noch offen. Schon zu meiner aktiven Zeit war ich manchmal über einen längeren Zeitraum von meiner Frau Ulla und den Kindern getrennt. Die Situation ist für uns also nicht unbekannt. Man muss auch sehen, wie es bei meiner Tochter Lisa und Sohn Niklas bezüglich der Schule aussieht. Und ich muss dann für Niklas einen guten Verein finden.

Der sollte doch wohl RWO heißen!
Ganz ehrlich: Ich habe da schon mit Schalke gesprochen...

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