Die letzten Tage soll auf dem Vereinsgelände von Real Madrid helle Aufregung geherrscht haben. Dass die

MSV - Zeyer, Kienle, Fakaj in der Warteschleife

rl
21. Mai 2003, 20:32 Uhr

Die letzten Tage soll auf dem Vereinsgelände von Real Madrid helle Aufregung geherrscht haben. Dass die "Königlichen" gerade das Champions League-Halbfinale verbockt hatten, spielte dabei keine Rolle.

Die letzten Tage soll auf dem Vereinsgelände von Real Madrid helle Aufregung geherrscht haben. Dass die "Königlichen" gerade das Champions League-Halbfinale verbockt hatten, spielte dabei keine Rolle. Denn Walter Hellmich weilte in der spanischen Hauptstadt. Der MSV-Boss behauptet von sich, dass "meine Trefferquote bei 100 Prozent liegt." Soll heißen, dass jeder potenzielle Neuzugang, mit dem der MSV-Boss redet, am Ende des Gesprächs auch unterschreibt. Real hat aus diesem Grunde seine Millionen-Stars angekettet, damit sie Hellmich nicht in der Madrider Fußgängerzone über den Weg laufen.

Nur ein Scherz, na klar. Dennoch wird durch derlei Witze, die man sich gerade in Duisburg erzählt, deutlich, welchen Aufschwung der MSV momentan nimmt. Zehn Neue sind schon verpflichtet, weitere Transfers sollen folgen. Nur wenig scheint noch unmöglich, selbst über die ehemaligen MSV-Spieler Tomasz Hajto (Schalke) und Michael Tarnat (Bayern) wird geredet.

Zumindest beim Thema Tarnat, den MSV-Fans nicht mehr leiden mögen ("Pokal-Wegtreter") kann Coach Norbert Meier aber den Witz aus der Geschichte nehmen. "Über ihn haben wir schon im Januar nachgedacht, dann aber erfahren, dass Tarnat in der Bundesliga bleiben will", sagt Meier, der trotzdem unermüdlich malocht, um das Unmögliche möglich zu machen. Im Fall Dietmar Hirsch hat das geklappt. "Das war mit viel Arbeit verbunden", sagt Meier, der auch bei Namen wie Markus Kurth (Köln) oder Stefan Lexa nicht locker lässt.

Zudem sind noch Personalien aus dem aktuellen Kader offen. Neben Andreas Voss sind auch die Verträge von Michael Zeyer, Marc Kienle und Ervin Fakaj noch nicht verlängert. Zeyer und Kienle haben ein Angebot vorliegen, mit beiden will sich Meier vor dem heutigen Auswärtsspiel beim FC St. Pauli unterhalten. Die Tendenz, dass das schwäbische Duo bleibt, ist freilich deutlich negativ. Kienle geht davon aus, dass er in Duisburg keine Zukunft hat, Zeyer zögert seine Entscheidung schon seit Wochen heraus. Beim MSV denkt man derweil darüber nach, ob ein bald 35-jähriger Mittelfeldspieler den Zebras überhaupt noch großartig helfen kann. "Zeyer und Kienle sind Vorzeigeprofis, ihre Einstellung ist fabelhaft", sagt Meier.

Über Ervin Fakaj sagt er das nicht. Der Albaner darf heute wieder in der Startformation auflaufen, um sich für eine Vertragsverlängerung zu empfehlen. Gegen Reutlingen zog sich der Innenverteidiger letzte Woche ordentlich aus der Affäre. Meier reicht das aber nicht. "Er kämpft um einen neuen Vertrag. In so einer Situation muss Ervin im Training doch mal einen über den Zaun fliegen lassen", sagt Meier bewusst überspitzt. Fakaj lässt im Training aber teilweise den gewünschten Elan vermissen und "lächelt nur nett und freundlich" (Meier).

Autor: rl

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