Nach dem 3:0-Sieg gegen 1860 München ist bei Bayer Leverkusen wieder Zuversicht im Abstiegskampf angesagt. Klaus Augenthaler äußert sich in einem Interview positiv zu den Chancen im Kampf um den Klassenerhalt.

Augenthaler: "Die Mannschaft hat Biss gezeigt"

cle
18. Mai 2003, 16:55 Uhr

Nach dem 3:0-Sieg gegen 1860 München ist bei Bayer Leverkusen wieder Zuversicht im Abstiegskampf angesagt. Klaus Augenthaler äußert sich in einem Interview positiv zu den Chancen im Kampf um den Klassenerhalt.

Mit einem 3:0-Erfolg gegen 1860 München hat sich Bayer Leverkusen im Kampf um den Klasserhalt zurückgemeldet. Am kommenden Samstag kann die "Werkself" in Nürnberg aus eigener Kraft den Abstieg verhindern. Trainer Klaus Augenthaler äußert sich in einem Gespräch zu seinen ersten Eindrücken in Leverkusen und den Chancen gegen seine ehemalige Mannschaft aus Nürnberg beim Saisonfinale.

Frage: "Klaus Augenthaler, Sie sind bei Bayer Leverkusen erst fünf Tage im Amt und haben mit dem 3:0 über 1860 München für neue Hoffnung im Kampf um dem Klassenerhalt verbreitet. Was war ausschlaggebend für den Einstand nach Maß?"

Klaus Augenthaler: "Man hat gesehen, dass da keine Söldner-Truppe, sondern eine Einheit auf dem Platz steht. Die Mannschaft hat Biss gezeigt, sie wollte es wissen und ihre Chance nutzen. Die Verunsicherung hat man unter der Woche und auch im Spiel natürlich gemerkt. Denn es ging doch um Alles oder Nichts. Im Abstiegskampf ist es unerlässlich, dass man in die Zweikämpfe geht. Mit Halma, Schach oder Jo-Jo kann man in der Bundesliga nichts gewinnen."

Frage: "Durch den Dreierpack gegen die Sechziger steht Bayer auf Rang 15, einen Nicht-Abstiegsplatz. Jetzt hat Leverkusen es selbst in der Hand, den Klassenerhalt zu schaffen..."

Augenthaler: "Ich brauche die Mannschaft nicht stark zu reden, sie ist stark, sie hat Qualität. Der erste Teil zum Klassenerhalt ist erledigt, mehr nicht. Mit einem Sieg in Nürnberg bleiben wir in der Bundesliga. Dafür werden wir alles geben."

Frage: "Und der zweite Teil des Abstiegs-Krimis folgt am nächsten Samstag im "Endspiel" ausgerechnet bei ihrem Ex-Klub 1. FC Nürnberg. Mit welchen Gefühlen kehren Sie an Ihre alte Wirkungsstätte zurück?"

Augenthaler: "Ich habe in Nürnberg gute Arbeit abgeliefert, konnte jeden Tag in den Spiegel schauen. Wenn es seitens einiger Nürnberger Spieler Aggressionen gegen mich gibt, ist das für meine Spieler umso besser. Dann wissen sie, dass es sich nicht um einen Betriebsausflug handelt. Ob das jetzt ein Heimspiel wird oder nicht, ist egal."

Frage: "Nürnberg steht als Absteiger fest. Glauben Sie, das der "Club" im letzten, bedeutungslosen Spiel noch einmal alles geben wird?"

Augenthaler: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass uns der "Club" die Punkte schenkt. Nürnberg ist zwar abgestiegen, will sich aber anständig aus der Bundesliga verabschieden. Uns erwartet ein harter Fight, ein heißer Kampf. Wir werden Nürnberg nicht unterschätzen."

Frage: "Sie kennen den Nürnberger Kader aus ihrer über dreijährigen Amtszeit genau. Das ist sicher ein großer Vorteil..."

Augenthaler: "Noch habe ich mir keine Gedanken über die Partie gemacht. Die Mannschaft bekommt am Montag trainingsfrei, um den Akku aufzuladen, ab Dienstag werden wir uns intensiv vorbereiten. Natürlich ist das Spiel in Nürnberg brisant, aber solche Geschichten schreibt eben der Fußball. Die einzige Gefahr, die ich im Moment sehe, ist, dass ich in die falsche Kabine laufe."

Autor: cle

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