Er führte Borussia Mönchengladbach aus dem Tal der Tränen, und schon am Sonntag erhielt Jos Luhukay das erlösende `Ja-Wort´.

Luhukay erhält Borussias `Ja-Wort´

04. Februar 2007, 14:46 Uhr

Er führte Borussia Mönchengladbach aus dem Tal der Tränen, und schon am Sonntag erhielt Jos Luhukay das erlösende `Ja-Wort´.

Er führte Borussia Mönchengladbach aus dem Tal der Tränen, und schon am Sonntag erhielt Jos Luhukay das erlösende `Ja-Wort´. Der Fußball-Bundesligist will die Saison mit dem 43-jährigen Niederländer als Cheftrainer beenden. Dies vereinbarte die Vereinsführung mit Luhukay bei einem Gespräch am Sonntagvormittag. `Wir haben volles Vertrauen in Jos Luhukay und wollen mit ihm den Klassenerhalt schaffen´, sagte Gladbachs Sportdirektor Peter Pander, nur 21 Stunden nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg der Borussia bei Arminia Bielefeld, womit die Negativserie von 13 Pflichtspielen ohne Sieg beendet wurde. `Ich habe immer gesagt, dass ich gerne bei Borussia bin und freue mich sehr auf diese Aufgabe´, äußerte Luhukay. Am Samstag hatte der fünfmalige deutsche Meister unter dem Niederländer, Nachfolger des am Mittwoch zurückgetretenen Jupp Heynckes, sehr überzeugend aufgespielt. Trotzdem hatte sich Pander nach dem Abpfiff noch geziert: `Er hat keine schlechte Bewerbung abgegeben, aber über mehr reden wir ganz in Ruhe.´

Doch jedem war da schon klar: Jupp Heynckes ist in Gladbach längst Vergangenheit, die Zukunft gehört dem Niederländer Luhukay. Darauf ließen schon Panders weitere Ausführungen am Samstag schließen: `Es hat weiterhin Bestand, dass wir mit keinem anderen Trainer reden. Dass wir mit Jos Luhukay in der Winterpause einen guten Mann verpflichtet haben, das wussten wir alle. Und wir haben gesehen, dass die Mannschaft hier in sich funktioniert hat.´ Luhukay selbst ließ es völlig kalt, dass die endgültig Beförderung am Samstag noch nicht erfolgt war. Er sehe das ganz ruhig, weil er wisse, dass selbst eine Niederlage nichts über seine Person als Trainer ausgesagt hätte. Das Präsidium solle für sich selbst die richtige Entscheidung treffen. `Ich arbeite unglaublich gerne für die Borussia. In welcher Funktion, das werden wir in den nächsten Tagen sehen.´ Es sollte die Rolle des Chefcoaches sein. Nicht nur aus dem Spiel - die wie ausgewechselt wirkende, kämpferisch und teilweise auch spielerisch starke Borussia zeigte ihre mit Abstand beste Saisonleistung - lässt sich schlussfolgern, dass eine Abkehr von Luhukay ein katastrophaler Fehler gewesen wäre.

`Ich hoffe sehr, dass er nächste Woche auf der Bank sitzen wird. Wir haben auch für ihn gespielt. Der Verein wäre gut beraten, Jos Luhukay zu behalten´, sagte Peer Kluge am Samstag. Michael Delura fügte hinzu: `Hoffentlich bleibt er. Er bringt viel Positives mit und kommt bei uns gut an.´ Niemand wollte diese Aussagen allerdings als schlechtes Zeugnis für den am vergangenen Mittwoch zurückgetretenen Heynckes verstanden wissen. Am wenigsten Luhukay selbst. `Diesen Sieg widme ich auch ihm. Ich habe hervorragend mit ihm zusammengearbeitet und finde es unglaublich schade, dass er weg ist´, meinte der Niederländer, der mit `vielen Einzelgesprächen´ und `meinem eigenen Stil´ der Mannschaft Selbstvertrauen einimpfte. Luhukay gab zu, dabei wohl `eine andere Ansprache an die Mannschaft´ gefunden zu haben als Heynckes.

Der Gladbacher Held vergangener Fohlen-Zeiten, der am Mittwoch unter anderem nach dem Erhalt von Morddrohungen zurückgetreten war, hatte dem Team vor dem Spiel per SMS viel Glück gewünscht und nur Minuten nach dem Sieg per Telefon gratuliert. Spielmacher Federico Insua hatte die Gäste in der 28. Minute in Führung gebracht und Nationalspieler Marcell Jansen eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit den hoch verdienten Endstand erzielt. Der Gladbacher Sieg kam allerdings nicht nur einem Votum für Luhukay gleich, er setzte auch Bielefelds Trainer Thomas von Heesen massiv unter Druck. `Wir stehen nun mitten im Abstiegskampf.

Es müssen so schnell wie möglich Lösungen her, wie wir da unten rauskommen´, meinte von Heesen, der Bielefeld spätestens im Sommer verlässt. Geschäftsführer Roland Kentsch hob zwar hervor, dass er keine Veranlassung sehe, diesen Vorgang zu beschleunigen. Einen Nachfolger für von Heesen will die Arminia aber schon in dieser Woche präsentieren. Hoch gehandelt werden vor allem der ehemalige Bielefelder Profi Bruno Labbadia und der bisherige Assistent Frank Geideck.

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