Durch die höchste Derby-Pleite seit 17 Jahren ist das Comeback von Ottmar Hitzfeld als Trainer von Bayern München zu einem Fiasko geraten.

0:3 in Nürnberg! Unterirdische Bayern beim Hitzfeld-Debüt

02. Februar 2007, 22:19 Uhr

Durch die höchste Derby-Pleite seit 17 Jahren ist das Comeback von Ottmar Hitzfeld als Trainer von Bayern München zu einem Fiasko geraten.

Durch die höchste Derby-Pleite seit 17 Jahren ist das Comeback von Ottmar Hitzfeld als Trainer von Bayern München zu einem Fiasko geraten. Einen Tag nach seinem erneuten Amtsantritt beim deutschen Fußball-Rekordmeister musste der 58-Jährige ein 0:3 (0:1) beim 1. FC Nürnberg und damit die erste Derby-Niederlage seit 1999 hinnehmen. Nach den Toren von Iwan Sajenko (12.), Markus Schroth (71.) und Robert Vittek (86.) kann der FC Bayern die Titelverteidigung damit wohl endgültig abschreiben. Während der Club im Kampf um die UEFA-Cup-Plätze nun ein ernstes Wörtchen mitreden kann, droht den Münchnern nach dem 20. Spieltag bereits ein Rückstand von elf Punkten auf die Tabellenspitze. Vor 47.000 Zuschauern im ausverkauften Nürnberger Stadion präsentierte sich der FC Bayern ähnlich schwach wie in den vergangenen Wochen und Monaten.
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Die Münchner wirkten erschreckend unorganisiert, auch Hitzfeld hatte in der Kürze der Zeit ganz offensichtlich keine Wunder bewirken können. Die Abwehr des deutschen Rekordmeisters stand unsicher, ein Konzept für einen geordneten Spielaufbau war nicht zu erkennen. Auch im spielerischen Vergleich konnten die Gäste dem Club, der leidenschaftlich kämpfte und wesentlich organisierter auftrat, nicht Paroli bieten. Im 145. bayrischen Derby erwischten die Gastgeber den besseren Start. Nachdem Münchens Torhüter Oliver Kahn einen Freistoß von Javier Pinola gerade noch über die Latte lenken konnte (10.), ging der Club nur zwei Minuten später in Führung. Nach einem Pass von Vratislav Gresko umspielte Sajenko kaltschnäuzig Kahn und erzielte aus spitzem Winkel sein sechstes Saisontor. Hitzfeld hatte in seinem ersten Bundesligaspiel seit dem 22. Mai 2004 (2:0 gegen den SC Freiburg) zwei Wechsel im Bayern-Team vorgenommen.
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Im Gegensatz zum 0:0 am vergangenen Dienstag gegen den VfL Bochum, dem letzten Spiel unter Felix Magath, mussten Martin Demichelis und Andreas Ottl ihre Plätze räumen, dafür spielten Willy Sagnol und Owen Hargreaves. Für den englischen `Fußballer des Jahres´ war es der erste Einsatz seit dem 16. September 2006, als er sich beim 1:2 bei Arminia Bielefeld einen Wadenbeinbruch zugezogen hatte. Auch Nürnbergs Trainer Hans Meyer schickte eine veränderte Formation aufs Feld - allerdings notgedrungen. Nach den Ausfällen von Glauber und Marek Nikl rückte der erst 18 Jahre alte Matthew Spiranovic in die Innenverteidigung.

Für den Australier war es erst der zweite Bundesliga-Einsatz. Und bereits nach 19 Minuten nahm Meyer erneut eine Umstellung vor: Der Club-Trainer holte den bereits mit gelb belasteten Pinola vom Feld, beorderte den gelernten Linksverteidiger Gresko auf dessen Position und schickte Jan Polak ins zentrale Mittelfeld. Nach dem Führungstreffer ließ sich der Club zunehmend von den Bayern in die Defensive drängen. Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer verhinderte in der 22. Minute den Ausgleich, als er nach einem Pass von Mark van Bommel einen Schuss von Roy Makaay glänzend zur Ecke parrierte. Zu diesem Zeitpunkt hätte es freilich schon 2:0 für die Nürnberger stehen können, ein Kopfball von Robert Vittek nach Flanke von Polak klatschte jedoch nur an den Querbalken des Münchner Tores. Nach der Pause zeigte sich Hitzfeld risikofreudiger.

Das Duo Hargreaves und van Bommel aggierte nun wesentlich offensiver, zudem schickte der Münchner Trainer in Lukas Podolski für Hasan Salihamidzic einen weiteren Angreifer aufs Feld. Am einfallslosen und bisweilen sogar hilflosen Bemühen des Rekordmeisters änderte sich dadurch jedoch nichts. Die Gäste waren weiterhin optisch überlegen, erspielten sich jedoch kaum zwingende Chancen. Die beste Möglichkleit besaß noch Hargreaves, dessen gefährlichen Freistoß in der 56. Minute Schäfer mit einer Glanzparade um den Pfosten drehte. Der Club seinerseits blieb mit meist durchdachten Kontern brandgefährlich und kam durch Schroth und Vittek zu weiteren Treffern. Neben dem starken Schäfer und Torschütze Sajenko konnte beim 1. FC Nürnberg vor allem Mittelfeld-Stratege Tomas Galasek gefallen.

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