Felix `Quälix´ Magath statt Thomas `Dolly´ Doll - im knallharten Abstiegskampf will das neue Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV mit einem spektakulären Trainerwechsel neue Reizpunkte setzen.

Mit `Quälix´ statt `Dolly´ gegen den Abstieg - Bayern gibt Magath frei

01. Februar 2007, 16:07 Uhr

Felix `Quälix´ Magath statt Thomas `Dolly´ Doll - im knallharten Abstiegskampf will das neue Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV mit einem spektakulären Trainerwechsel neue Reizpunkte setzen.

Felix `Quälix´ Magath statt Thomas `Dolly´ Doll - im knallharten Abstiegskampf will das neue Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV mit einem spektakulären Trainerwechsel neue Reizpunkte setzen.

Um 7.45 Uhr schwebte der am Mittwoch von Bayern München beurlaubte Magath bereits zu ersten Gesprächen in einem Hotel der Hansestadt ein, knapp zwei Stunden später um 9.41 Uhr war Doll seinen Job bei den Hamburgern endgültig los.

Nach monatelangen Diskussionen und unzähligen Treueschwüren trennte sich der Hamburger SV mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer. Dies teilte der höchst abstiegsgefährdete Traditionsklub am Tag nach dem 1:1 (1:1)-Unentschieden gegen Bundesliga-Neuling Energie Cottbus offiziell mit.

In einer 16-zeiligen Presseerklärung begründete der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann die Entscheidung mit der sportlichen Talfahrt der Hanseaten bis auf den 18. Platz: `Er hat immer engagierte Arbeit geleistet, aber die aktuellen Resultate haben uns zu diesem Schritt gezwungen. Wir waren überzeugt, die Wende mit Thomas Doll zu schaffen.´

Nun soll es Magath mit seinem Assistenten Seppo Eichkorn richten, der zwischen 1976 und 1986 in 306 Bundesligaspielen für den HSV 46 Tore schoss, anschließend als HSV-Manager arbeitete und von Oktober 1995 bis Mai 1997 an der Elbe auch schon bereits auf dem Trainerstuhl saß.

Doch während die Hamburger noch ein Versteckspiel mit ihrem neuen Fußball-Lehrer spielten, wünschte Bayern-Manager Uli Hoeneß Magath bereits viel Glück an seiner neuen Wirkungsstätte. `Ich freue mich für ihn und bin überzeugt, dass er in Hamburg die Wende schaffen und den Abstieg verhindern kann. Mit seiner Art, Disziplin hereinzubringen, wird er beim HSV schnell Erfolg haben´, erklärte Hoeneß bei der Präsentation des Magath-Nachfolgers Ottmar Hitzfeld am Donnerstag in München. Hoeneß weiter: `Wenn man die Liebe von Felix zu Hamburg und dem HSV kennt, ist es nur konsequent, dass beide diesen Schritt machen.´

Magath wird voraussichtlich offiziell am Freitag präsentiert werden. Magath selbst bestätigte am Nachmittag die Verhandlungen. `Der HSV ist für mich eine Herzensangelegenheit. Mit keinem anderem Verein wäre ich in dieser Situation überhaupt in Verhandlungen eingetreten´, sagte er dem Hamburger Abendblatt. Geld, so Magath weiter, `spielt bei meiner Entscheidung keine Rolle´.

Sollte es mit ihm überraschenderweise keine Einigung geben, würden sich die Hamburger nach Informationen der Bild-Zeitung um die Dienste des Niederländers Huub Stevens (früher Schalke 04, Hertha BSC Berlin und 1. FC Köln), der zurzeit bei Roda Kerkrade unter Vertrag steht, bemühen.

Nach dem enttäuschenden 1:1 zum Rückrundenauftakt bei Arminia Bielefeld war das erneute Remis gegen die Lausitzer für Doll zu wenig, um seine Position bei den Norddeutschen zu behaupten. Selbst die Mannschaft schien nach der Partie vor 52.484 Zuschauern endgültig den Glauben an sich selbst verlorern zu haben. `Gegen wen wollen wir eigentlich gewinnen, wenn wir solche Spiele nicht gewinnen´, fragte Mittelfeldspieler David Jarolim rhetorisch und schüttelte nur noch den Kopf.

Schon zwei Stunden später zeichnete sich die Trennung von Doll ab. Der 40-Jährige verließ nach einem Krisengespräch mit dem HSV-Vorstand kommentarlos das Stadion, auch Hoffmann wollte weit nach Mitternacht das Ende der zweieinhalbjährigen Zusammenarbeit nicht mehr dementieren. Elf Heimspiele ohne Sieg, das klägliche Scheitern in der Champions League - Doll hatte keine Argumente mehr. Der Vollzug fand dann am Donnerstag statt.

Mit Doll mussten die beiden Co-Trainer Ralf Zumdick und Michael Schröder gehen, Letzterer war erst zum Jahreswechsel vom Scout zum Assistenz-Coach befördert worden. Das Auslaufen der HSV-Profis am Vormittag überwachte Athletik-Trainer Markus Günther.

Doll, dem die Trennung mit einer Abfindung in Höhe von 900.000 Euro versüßt wurde: `Ich bin sehr traurig, aber ich hoffe, dass die Mannschaft schnell die Kurve bekommt. Ich hatte schöne Jahre beim HSV.´ Parallel zum Vorstand hatte sich auch der Aufsichtsrat getroffen, Spekulationen über eine Ablösung von Sportchef Dietmar Beiersdorfer trat Hoffmann jedoch entgegen: `Meines Wissens steht diese Personalie nicht auf der Agenda.´

Magath würde schon im Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr/live bei arena) bei Hertha BSC Berlin eine schwierige Aufgabe erwarten, denn die Platzherren wirkten gegen Cottbus verunsichert und ohne jedes Konzept. Selbst die frühe Führung durch einen Foulelfmeter des Argentiniers Juan Pablo Sorin (4.) gab keine Sicherheit, im Gegenteil: Nur fünf Minuten später nutzten die Gäste ihre einzige ernsthafte Einschussmöglichkeit durch Sergiu Radu zum Ausgleichstreffer.

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