VFL BOCHUM - "Kein volle Hose an der Isar"

30. Januar 2007, 10:26 Uhr

Christoph Dabrowski hatte in der rewierpower-lounge einen verdammt schweren Job.

Christoph Dabrowski hatte in der rewierpower-lounge einen verdammt schweren Job. Zum einen nämlich musste er seine Enttäuschung verbergen, brav Autogramme schreiben, den Anhängern ein aufmunterndes Wort mit auf den Weg geben und gleichzeitig seine Gefühle verdecken.

Dabei half im sein Töchterchen, das vom Ärger des Papas noch nichts mitbekommen hatte. Doch Dabrowski ist eine viel zu ehrliche Haut, um den Anhängern nicht doch zu sagen: "Natürlich kann ich den Unmut verstehen, aber bitte, wir sind genau so deprimiert wie die Zuschauer." Dabrowski, ein Teamplayer, der nach einem Rückschlag nicht auf den Kollegen rumhackt, sondern sich bei der Durchleuchtung um Sachlichkeit bemüht, ohne rosarote Brillen zu verkaufen. "Das haben wir uns gegen Mainz ganz anders vorgestellt. Wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren, denn auch wenn 05 jubelte, die bessere Ausgangsposition haben nachwievor wir." Und fast trotzig wendet er sich Bochums "mission impossible" zu: "Ich verspreche, wir fahren nicht mit vollen Hosen an die Isar."

Dabrowski, auch wenn es viele von außen nicht glauben wollten, ist sicher, dass auch gegen Mainz die Mannschaft gekämpft hat. "Wir haben alles gegeben und alles versucht, aber es ist nichts dabei heraus gekommen."

Die Details überlässt er am heutigen Vormittag dem Trainer: "Der macht einen guten Job und ganz gewiss eine knallharte Analyse. In der Hinrunde hat uns die Ruhe ausgezeichnet, davon dürfen wir uns jetzt nicht abbringen lassen." Kein Schöngerede, denn der nächste Satz trifft die "Loser" mitten ins Mark: "Jeder sollte sich am heutigen Sonntag an die eigene Nase fassen, nur wenn jedem bewusst ist, dass das einfach zu wenig war, dann können wir das abstellen." Natürlich weiß auch der Routinier, dass das Fußballpendel manchmal in Minuten ausschlägt. "In so einer Partie musst du in Führung gehen, das ist uns nicht gelungen. Ein gutes hat das Spiel, wir haben gesehen, dass man keinen Gegner in der Liga im Vorbeigehen schlägt, wir bekommen keinen Punkt geschenkt."

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