Sechs Tore hat Alexandra Popp in den drei Vorrunden-Spielen der U20-Weltmeisterschaft erzielt, gleich drei davon am Dienstag gegen Frankreich.

FCR: Voss-Tecklenburg

"Weiß, dass Poppi eine gute Stürmerin ist"

Desirée Kraczyk
22. Juli 2010, 17:17 Uhr

Sechs Tore hat Alexandra Popp in den drei Vorrunden-Spielen der U20-Weltmeisterschaft erzielt, gleich drei davon am Dienstag gegen Frankreich.

Hinzu kommt noch eine Vorlage für den Treffer ihrer Teamkollegin Marina Hegering. Eine Quote, die für sich spricht. Popp bescheiden: „Ich bin sehr glücklich über meine drei Tore. Es ist nicht das erste Mal, dass mir das gelingt, aber bei einer Weltmeisterschaft und vor eigenem Publikum ist es natürlich eine ganz besondere Freude. Ich hoffe, dass ich meiner Mannschaft auch weiterhin mit Toren behilflich sein kann.“

Im Team von Trainerin Maren Meinert ist die 19-Jährige im Sturm gesetzt, und auch Bundestrainerin Silvia Neid hat Popp in den bisherigen A-Länderspielen in der Offensive eingesetzt. „Ihr Vorteil ist, dass sie ohne Rücksicht in den Ball geht. Das machen nicht viele Frauen“, meint Neid.

[gallery]1212,0[/gallery]
In ihrem Verein FCR 2001 Duisburg kommt Popp derweil vornehmlich auf der linken Außenverteidigerposition zum Einsatz. Bei ihrem Wechsel zur Saison 2008/2009 kam die gebürtige Wittenerin als Stürmerin vom 1. FFC Recklinghausen zum FCR. Auf die Frage, ob Popp sich nach dem bisher großartigen Auftritt bei der U20-WM nun auch bei den „Löwinnen“ für die Offensive aufdrängt, erklärt Martina Voss-Tecklenburg: „Natürlich bietet sich das an. Ich weiß, dass sie eine gute Stürmerin ist.“ Ihr Zusatz: „Poppi spielt aber auch dort, wo sie in der Mannschaft gebraucht wird.“ Und bei ihrem Wechsel war das bei den Duisburgerinnen die Verteidigung. Im bevorzugten 4-2-3-1-System ist Inka Grings gesetzt. Aber, „wir wissen, dass wir Poppi im Sturm bringen können. Das ist eine komfortable Situation für uns.“

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/019/764-20579_preview.jpeg Lob gibt es auch für Turid Knaak (Foto: Tillmann).[/imgbox]Das ist sie aber nicht nur für Voss-Tecklenburg und dem FCR, sondern auch für die Abiturientin selbst, die sich mit ihren Allrounder-Qualitäten unweigerlich in den Vordergrund spielt. Ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft gab Popp im Alter von 18 Jahren im Februar dieses Jahres gegen Nordkorea. Und die U20-WM dürfte nicht der einzige Auftritt im internationalen Wettbewerb vor heimischer Kulisse sein. Im kommenden Jahr findet schließlich bereits die WM der Frauen statt, und Neid hat sich die Begegnungen des deutschen Nachwuchses alle im Stadion angeschaut.

Bei aller Aufmerksamkeit für Popp vergisst Voss-Tecklenburg aber auch nicht, die Leistung ihrer anderen Schützlinge zu loben, und „Marith Prießen betrachte ich auch noch als Duisburgerin. Sie hat bisher klasse Spiele gemacht“. Die Innenverteidigerin, die in der kommenden Saison beim Aufsteiger Bayer Leverkusen anheuert, gehört neben Popp und der Gütersloherin Kristina Gessat zu den drei Akteurinnen, die bei der U20-WM bisher alle drei Partie über die volle Distanz bestritten haben. „Auch für Turid ist es wichtig, dass sie ihre Einsatzzeiten bekommt. Die WM ist eine tolle Sache für alle Spielerinnen“, bemerkt Voss-Tecklenburg. Knaak hatte sich ihre Nominierung für den endgültigen Kader durch ihren starken Auftritt bei der U19-EM in Mazedonien (24. Mai bis 5. Juni), wo sie Torschützenkönigin wurde, verdient. Nur ein Treffer bei der Heim-WM blieb ihr bisher verwehrt. Aber noch gibt es dazu bekanntlich Gelegenheit. Und dass Marina Hegering als Kapitänin voll überzeugt, war der FCR-Trainerin ohnehin klar.

„Die Mannschaft wird sich am Gegner steigern“, mutmaßt Voss-Tecklenburg zudem. „Wenn es in der K.o.-Runde nun andere Kaliber gibt, wird noch mehr gekämpft und gefightet.“ Ihr Zusatz: „Das deutsche Team muss man auch erst einmal schlagen.“

Autor: Desirée Kraczyk

Kommentieren