Als der Iberia-Flug 3522 gestern kurz vor 19 Uhr auf dem Düsseldorfer Flughafen aufsetzte, da gab es mit einer Ausnahme im VfL-Lager nur glückliche Gesichter.

BOCHUM: Marcel Koller zieht eine positive Bilanz

gp
18. Januar 2007, 19:11 Uhr

Als der Iberia-Flug 3522 gestern kurz vor 19 Uhr auf dem Düsseldorfer Flughafen aufsetzte, da gab es mit einer Ausnahme im VfL-Lager nur glückliche Gesichter.

Als der Iberia-Flug 3522 gestern kurz vor 19 Uhr auf dem Düsseldorfer Flughafen aufsetzte, da gab es mit einer Ausnahme im VfL-Lager nur glückliche Gesichter. Um die schlechte Nachricht an den Anfang zu stellen: Dass Tommy Bechmann in gut einer Woche im Heimspiel gegen Mainz 05 im Kader steht, ist unwahrscheinlich. Eine Untersuchung am heutigen Tag (siehe Meldungen) soll Aufschluss darüber geben, warum der Däne plötzlich wieder über hartnäckige Schmerzen im operierten Knie klagt.

Ansonsten aber herrschte beim VfL nur eitel Sonnenschein. Dazu trug auch der am Dienstag-Nachmittag locker herausgespielte 9:0 (4:0)-Erfolg über das Nationalteam von Gibraltar bei. Allerdings hatten die wackeren Amateure, die auch noch Glück bei fünf Pfostenschüssen der Bochumer hatten, allenfalls Oberliga-Niveau. Immerhin lobte Koller: "Wir haben die Positionen gut gehalten, uns gut bewegt. Die Mannschaft hat das erfüllt, was ich sehen wollte."

Ein Satz, der für das gesamte Trainingslager gelten kann. Denn bei ordentlichen Bedingungen und herrlichem Wetter gab es keinen Grund zur Klage. Hoch her ging es nur in den Trainingsspielen, ansonsten präsentierte sich die Mannschaft außerhalb des Rasens als gute Gemeinschaft. Was auch Vereinsarzt Dr. Karl-Heinz Bauer auffiel: "Das ist ein verschworener Haufen, genau wie wir das früher schon mal hatten." Der VfL wirkte in den Tagen von Spanien wesentlich gefestigter, als liege der Fehlstart in der Hinrunde schon lange zurück.

Wenn Koller seinen Spielern heute den ersten freien Tag seit dem Start am 4. Januar gewährt, dann kann er schon fast sicher sein, dass die personellen Veränderungen, die in der Winterpause vorgenommen wurden, die Mannschaft stärken. Thomas Rathgeber und Benny Auer auszuleihen und dafür Joel Epalle zu verpflichten, scheint schon jetzt ein Treffer. Der Kameruner macht einfach Spaß. Koller: "Wie er sich bewegt, die Mitspieler einsetzt, selber antritt – das verspricht eine Menge. Erst recht, wenn er seine konditionellen Defizite aufgearbeitet hat."

Fast unbemerkt hat auch Daniel Imhof, im Zweitligajahr noch Leistungsträger, den Anschluss gefunden. Koller: "Er hat sich heran gearbeitet, ist wieder eine Alternative." Morgen dann wird Jaroslav Drobny als neuer Torhüter beim VfL Bochum einen Vertrag bis zum Saisonende unterzeichnen. Der Tscheche überzeugte im Training und bei seinem Einsatz gegen Greuther Fürth. Der Coach: "Bemerkenswert, wie er die Abwehr dirigiert hat. So etwas hatten wir bisher nicht."

Epalle und Drobny also da, kommt jetzt auch noch ein Innenverteidiger dazu? Morgen früh jedenfalls stellt sich Anthar Yahia beim VfL vor und soll auch am Samstag (19.30 Uhr, rewirpower-Stadion) gegen Sturm Graz eingesetzt werden. Der 24-Jährige mit französischem Pass, der es bereits auf 12 Länderspiele (ein Tor) für sein Heimatland Algerien gebracht hat, spielte 102 Mal in der ersten französischen Liga und ist noch bis 2009 an den Erstligisten Nizza gebunden. Zuvor spielte er vier Jahre in Bastia und ein Jahr bei Inter Mailand. Der 1,84 m große Innenverteidiger soll vom VfL bis zum Saisonende ausgeliehen werden. Sportvorstand Stefan Kuntz: "Allerdings haben wir dann eine Kaufoption." Sollte dem VfL nach Epalle und Drobny noch eine weitere Verstärkung gelingen, dann scheinen die Chancen auf den Klassenerhalt noch ein Stück realistischer geworden zu sein.

Autor: gp

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